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    NiederbieberSechstklässler führen "Nathan, der Weise" auf

    Wenn das Zusammenspiel zwischen engagierten Lehrern, neugierigen Schülern und unterstützenden Eltern funktioniert, ist vieles möglich. Auch, dass eine sechste Klasse Gotthold Ephraim Lessings komplexes Drama „Nathan, der Weise“ auf die Bühne bringt. So geschehen in der Waldorfschule in Niederbieber. Schüler und Eltern verfolgten dort an zwei Tagen das Werk, das vielen als Botschaft der Gleichberechtigung der drei großen monotheistischen Religionen gilt. Ein Werk, das bis heute nichts an Brisanz verloren hat – und momentan vielleicht aktueller denn je ist.

    Foto: Marion Körfer

    Wie konnten die jungen Schauspieler Lessings Werk umsetzen? Die RZ sprach mit Klassenlehrerin Hildegard Oelerich und beteiligten Eltern. Die Weltreligionen sind in der Waldorfschule zentrales Thema im Religionsunterricht der Mittelstufe. Beim Stöbern nach geeignetem Material stieß die Klassenlehrerin auf die Nathan-Version, die Barbara Kindermann in ihrer Reihe „Weltliteratur für Kinder“ geschrieben hat. Schon beim Lesen entstand die Idee, aus diesem Buch ein Theaterstück zu entwickeln. Barbara Schneider, die gemeinsam mit Oelerich über die Sommerferien ein entsprechendes, mit Regieanweisungen versehenes Textheft erarbeitete, berichtet, dass Kindermann diese Idee von Anfang an unterstütze. „Sie war erfreut über unser Ansinnen und hat das Projekt begrüßt“, sagt die Neuwiederin.

    Auch die 34 Schüler ließen sich begeistern und gingen mit Feuereifer ans Werk. Viele Rollen wurden doppelt besetzt, die wöchentlich mehrfach stattfindenden Proben begannen. Eltern kümmerten sich um den Bühnenaufbau, schneiderten Kostüme, unterstützten die Kinder auch bei der Musik. Klavier, Klarinette, Geige, Querflöte und Trommel erklangen während der Aufführungen.

    Haben die Kinder die Aktualität des Stoffes gespürt? „Kinder machen sich viele Gedanken darum, warum Menschen, Religionen und Völker nicht friedlich zusammenleben können“, erläutert Oelerich. Die aktuelle Nachrichtenlage wecke Ängste, und viele Jungen und Mädchen wünschten sich „nichts mehr als Frieden – und zwar für alle Menschen“. So habe es ein Kind ausgedrückt, sagt Oelerich.

    Das komplexe Beziehungsgeflecht der Figuren untereinander sei immer wieder Anlass zu tief gehenden Fragen und Ideen der Schüler gewesen, dieses in der schauspielerischen Umsetzung. auch lebendig werden zu lassen, berichtet die Klassenlehrerin. „Fragen und noch mehr Ideen gab es auch zu Bühnenbild und Kostümen“, führt sie weiter aus. Für die jungen Schüler sei es natürlich auch reizvoll gewesen, dass die Geschichte im fernen Orient angesiedelt ist, was einen ganz besonderen Zauber auf Kinder ausübe.

    Und die Eltern? Einige kannten Barbara Kindermanns Buch, fanden es hervorragend und waren deshalb vom Projekt von Beginn an begeistert. Frank Blum

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