40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Prozess nach Strohballenbränden: Zündler belasten sich gegenseitig
  • Prozess Beschuldigte gaben sich als Pressevertreter aus

    Prozess nach Strohballenbränden: Zündler belasten sich gegenseitig

    Neuwied/Region. Als Feuerteufel versetzen sie – so die Überzeugung der Staatsanwaltschaft – mit ihren Taten über mehr als zwei Wochen im September hinweg eine ganze Region in Angst und Schrecken.

    Von einer Freundschaft zwischen den beiden Angeklagten ist nichts mehr zu spüren: Der 19-Jährige (links) und der 20-Jährige wollen beide nur Mitläufer sein und belasten sich gegenseitig, die 17 Strohballenbrände und zwei Fahrzeugbrände gelegt zu haben. 
    Von einer Freundschaft zwischen den beiden Angeklagten ist nichts mehr zu spüren: Der 19-Jährige (links) und der 20-Jährige wollen beide nur Mitläufer sein und belasten sich gegenseitig, die 17 Strohballenbrände und zwei Fahrzeugbrände gelegt zu haben. 
    Foto: Sascha Ditscher

    Am Ende begnügen sie sich nicht mehr damit, aufgeschichtete Strohballen anzuzünden – 17 Fälle sind aktenkundig –, sondern setzen auch einen Linienbus in Mendig und eine ganze Reihe von Gebrauchtwagen in Weißenthurm in Brand. Wenig später gehen sie einer Sonderkommission der Kripo Mayen ins Netz.

    Nun wird den beiden mutmaßlichen Brandstiftern – 19 und 20 Jahre alt – aus der Verbandsgemeinde Pellenz der Prozess gemacht. Zum Auftakt der Hauptverhandlung vorm Jugendschöffengericht wurde am Montag die Anklage verlesen. Mit Einlassungen der beiden Angeklagten ist erst am Fortsetzungstermin im April zu rechnen, dennoch bot bereits der erste Verhandlungstag teils überraschende neue Erkenntnisse.

    Die Motivlage: Bereits am frühen Morgen des 13. September 2016, der zweiten Nacht, in der sie laut Anklageschrift gemeinsam Brände legen, bieten die beiden Beschuldigten einem Verlag aus der Region Fotos der brennenden Strohballen an. Bei fast allen späteren Brandstiftungen – so etwa frühmorgens am 18. September in Kretz und am 19. September in Neustadt/Wied – kehren sie kurz nach der Tat an den Ort des Geschehens zurück und geben sich gegenüber den Einsatzkräften als Pressevertreter aus. Staatsanwältin Merle Eckhard deutet nun auf Nachfrage an, dass hier ein Motiv zu vermuten ist. Offenbar wollten die Beschuldigten die Auswirkungen ihres Handelns voll auskosten und möglicherweise Profit daraus schlagen. In seinem Facebook-Profil bezeichnet sich der 19-Jährige außerdem als Mitarbeiter eines Onlineportals für Blaulichtmeldungen.

    Die Schadenshöhe: Zum Gesamtschaden kann die Staatsanwaltschaft noch keine Angaben machen. „Das wird noch einmal nachrecherchiert“, sagt Merle Eckhard. Klar scheint aber: Der Schaden geht in die Hunderttausende und betrifft nicht nur Stroh und Fahrzeuge. So entsteht, als in Wehr am 26. September 300 Ballen brennen, ein Rauchschaden von 50.000 Euro an einem Wohnhaus, ein anderes Mal entsteht 15.000 Euro Schaden, weil eine Scheune niederbrennt.

    Die Haupttäterfrage: Von einer Freundschaft zwischen den jungen Männern, die sich keines Blickes würdigen, ist nichts mehr zu spüren. Den Grund nennt der Vorsitzende Richter Andreas Groß nach der Anklageverlesung: Er wisse, dass sie sich gegenseitig belasten, die Brände gelegt zu haben, erklärt er und appelliert an beide, dieses Aussageverhalten zu überdenken. Denn die Frage, wer Haupt- und wer Mittäter sei, spiele „keine so große Rolle“. Für einen Einbruchdiebstahl im Feuerwehrhaus in Nickenich im Juli soll der 19-Jährige allein verantwortlich sein.

    Das mögliche Strafmaß: Wie hoch es bei einer Verurteilung ausfällt, hängt entscheidend davon ab, ob das Gericht Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anwendet. Im letzteren Fall liegt die Eingangsstrafe für jede einzelne Brandstiftung bei einem Jahr Freiheitsstrafe. Würden die Angeklagten als Heranwachsende eingestuft, könnte dagegen eine Gesamtstrafe gebildet werden.

    Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

    Prozess um Strohballenbrände: Feuerteufel müssen jahrelang ins JugendgefängnisStrohballenbrände: Verdächtige sind laut Gutachter keine PyromanenStrohballenzündler: Wer trieb die Brandserie voran?Prozess nach Strohballenbränden: Zündler belasten sich gegenseitigStrohballenbrände: Mutßmaßliche Brandstifter stehen ab 20. März vor Gerichtweitere Links
    Anzeige
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Neuwied bei Facebook
    Regionalwetter Neuwied
    Dienstag

    2°C - 11°C
    Mittwoch

    2°C - 11°C
    Donnerstag

    1°C - 10°C
    Freitag

    3°C - 12°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach