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    Kreis Neuwied/MittelrheinNiedriger Rhein bereitet Schifffahrt Probleme

    Die Niederschläge der vergangenen Tage können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Rhein in der Region immer weiter vom Ufer zurückzieht und hier und da bereits den steinigen Grund entblößt. Am Montagmittagstand der Pegel in Koblenz bei 1,02 Meter, der bei Andernach wies 1,25 Meter aus. Der Binnen- und Personenschifffahrt bereitet dies bereits jetzt Sorgen, und eine Verbesserung ist nicht in Sicht: Für die kommenden Tage tendiert der Pegel der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung deutlich zur Ein-Meter-Marke hin.

    Die Sandbänke am Rheinufer wie hier an der Kronprinzenbrücke mit Blick auf Engers werden bei anhaltendem Niedrigwasser immer breiter. Nicht nur Vögel nutzen sie gerne zum Sonnebaden. Unterdessen müssen sich Last- und Personenschiffe ihren Weg in der schmaler werdenden Fahrrinne bahnen. Foto: Jörg Niebergall
    Die Sandbänke am Rheinufer wie hier an der Kronprinzenbrücke mit Blick auf Engers werden bei anhaltendem Niedrigwasser immer breiter. Nicht nur Vögel nutzen sie gerne zum Sonnebaden. Unterdessen müssen sich Last- und Personenschiffe ihren Weg in der schmaler werdenden Fahrrinne bahnen.
    Foto: Jörg Niebergall

    Von unserem Redakteur Damian Morcinek

    Eine formale Definition für Niedrigwasser gibt es nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) Rheinland-Pfalz zwar nicht, in Relation zum Mittelwasser am Pegel Koblenz von 2,34 Meter (gemessen von 2000 bis 2010) könne man derzeit aber durchaus von einem niedrigen Wasserstand sprechen. Für den Pegel Andernach spricht die Behörde bereits offiziell von einem mittleren Niedrigwasser. Mit Blick auf Koblenz liegt der aktuelle Pegel aber noch deutlich über dem Mittelwert der niedrigsten Wasserstände, der, berechnet für die Jahre 2000 bis 2010, am Pegel Koblenz 86 Zentimeter beträgt. Der niedrigste Wert betrug in diesem Zeitraum übrigens am 28. September 2003 27 Zentimeter.

    Bei einem Meter wird es kritisch

    Ganz so schlimm wie damals ist es heute zum Glück noch nicht, betont Werner Gilles von der Gilles Personenschifffahrt GmbH aus Vallendar, der seine Flotte damals nach Koblenz umsetzen musste. "Doch bei einem Meter fängt für uns bereits die kritische Marke bei der Einfahrt in den Vallendarer Stromarm an", gibt der Personenschiffer zu bedenken.

    Ein Problem für ältere und behinderte Menschen ist bei Niedrigwasser aber auch die Steigung des Steigers. Der Winkel der Rampen wird viel steiler, räumt Gilles ein. So etwa bei der "MS Namedy", mit der das Vallendarer Unternehmen zwischen Andernach und dem Namedyer Werth pendelt und Gäste zum Kaltwassergeysir bringt.

    Schiffe können nicht voll beladen werden

    Wie das LUWG ferner mitteilt, können schon jetzt manche Binnenschiffe, die die Mittelrheinstrecke befahren, nicht mehr voll beladen werden und damit auch nicht mehr wirtschaftlich fahren. Das kann auch Markus Steinebach, Disponent der Bendorfer Umschlag- und Speditionsgesellschaft (BUS), bestätigen. Zudem werde es im Bendorfer Rheinhafen zunehmend schwieriger, Ladungen zu löschen, da die Schiffe insbesondere an der schrägen Böschung bei niedrigem Wasserstand immer weiter vom Ufer weg anlegen müssen. "Das wird zum Problem für die Umschlaganlage, die schließlich auch den Grund des Laderaums erreichen muss", erläutert Markus Steinebach.

    Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt AG, die auch im Kreis Neuwied Haltepunkte ansteuert, teilt mit: "Aufgrund des Niedrigwassers kann es im Fahrplan zu Einschränkungen und Verspätungen kommen. Die Stationen Bad Breisig, Bad Hönningen und Lorch sind vorläufig gesperrt."

    Generelles Fahrverbot gibt es nicht

    Ein generelles Fahrverbot wegen Niedrigwasser wird im Übrigen nicht für Schiffe ausgesprochen. Die Beladung liegt in der Verantwortung der Schiffsführer, betont das LUWG. Und da die Beladung über den Tiefgang des Schiffes festgelegt wird, muss eigenverantwortlich ein entsprechender Sicherheitsabstand zur Gewässersohle gewählt werden.

    Mit ökologischen Problemen ist aufgrund des niedrigen Wasserstandes aus Sicht des LUWG derzeit nicht zu rechnen. Aktuell betrage die Wassertemperatur des Mittelrheins unbedenkliche 22 Grad. Der ökologisch bedeutende Grenzwert liegt hingegen bei 28 Grad. Erst ab dann treten erschwerte Lebensbedingungen für die Gewässerfauna ein.

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