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    Nächtlicher Frost: Bauern in Sorge um ihre Ernte

    Das verregnete Osterfest hat zwar so manches Kind die Ostereiersuche im Garten gekostet, Bauern und Landwirte waren allerdings froh über den Regen, der nach einer längeren Trockenperiode die Böden mit Wasser versorgte. Doch kaum ist die eine Gefahr gebannt, meldet sich schon die nächste in Form von frostigen Nächten. Vor allem Obstbauern zittern um Knospen und Blüten an ihren Bäumen. Aber auch die Winzer ächzen über die nächtlichen Minusgrade.

    Foto: Obstgut Müller

    Winzer Bruno Krupp aus Unkel treibt es beim Betrachten der Austriebe des Spätburgunders in der Lage Unkeler Sonnenberg und Mannenberg fast die Tränen in die Augen. Bei rund 12.000 Weinreben sind etwa ein Drittel der Austriebe vom Frost geschädigt. Sein Leutesdorfer Kollege Horst Peter Selt spricht von 10 bis 20 Prozent Frostschäden – allerdings vor allem in den flachen Lagen. In den Steillagen gebe es bisher kaum Probleme.

    Friedrich Scheidgen kann noch nicht sagen, wie die Weinberge in Hammerstein und Rheinbrohl die Nächte überstanden haben, er befürchtet jedoch das Schlimmste. Minus 3 Grad können schon zu viel für die Reben sein. Scheidgen sieht dabei auch negative Effekte durch die neu gebaute Schallschutzmauer entlang der B 42, die verhindere, dass Wärme vom Rhein her in die Weinlagen gelange. „Manchmal entscheiden schon 0,5 Grad darüber, ob eine Ernte vernichtet wird“, sagt Scheidgen, der aus langjähriger Erfahrung spricht.

    Mehrtägiger Frost ist gefährlich

    Der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbands, Ulrich Schreiber, kann momentan noch keine dramatischen Auswirkungen für die Bauern im Kreis erkennen und spricht von „Wetterkapriolen, die der April mit sich bringt“. Er gibt jedoch zu bedenken, dass mehrtägiger Frost durchaus großen Schaden anrichten kann.

    Landwirt Werner Neumann ist noch frohen Mutes, auch wenn „die Sommergerste eins auf die Nase bekommen hat“. Er ist froh, dass seine Rüben noch nicht die Köpfe aus der Erde gesteckt haben. Viel machen können die Landwirte jedenfalls nicht, um ihre Ernte vor Frost zu schützen. Im kleineren Rahmen können Obst und Gemüse abgedeckt werden – wie es beispielsweise beim Obstgut Müller mit den Erdbeeren und dem Spargel passiert ist, wie Ulrich Müller berichtet.

    Beregnungsanlage schützt Blüten

    Seit Ende der 90er-Jahre hat das Obstgut eine Beregnungsanlage, die nun wieder zum Einsatz kommt. Damit werden die Obstbäume ständig mit Wasser benetzt, das anstatt der Blüten gefriert. Nach einer frostigen Nacht hängen an den Bäumen zwar Tausende Eiszapfen – doch dank eines physikalischen Effekts bleibt die Blüte im Innern unbeschadet.

    Zumindest solange das Wasser nicht ausgeht und kein technischer Defekt die Beregnung unterbricht, erklärt Frank Nickenig vom Obsthof Birkenbeil in Heimbach-Weis die Gefahren solcher Anlagen. Er muss ohne den aufwendigen Frostschutz auskommen und ist deshalb gespannt, wie seine Bäume die Frostnächte überstanden haben. Denn erst in einigen Tagen, so sagt er, zeigen sich die Auswirkungen des Frostes: „Die Blüte hält dank des Nektars Frost noch relativ gut aus – bis minus 2 oder 3 Grad. Die frisch befruchteten Knospen sind sehr viel empfindlicher. Da reicht schon minus 1 Grad.“

    Wenig Insekten zum Befruchten unterwegs

    Doch die Kälte bringt auch für die Blüten ein Problem mit sich: „Es sind sehr wenige Befruchtungsinsekten unterwegs“, weiß Nickenig. Außerdem verharren bei Kälte selbst befruchtete Pollen in ihrem Zustand, sodass daraus keine Frucht erwächst. Die tiefen Temperaturen kommen also zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: „Das sind die vorgezogenen Eisheiligen“, meint Nickenig.

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

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