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  • LinzLinz will Raser stoppen: Kommen Bremsschwellen für die Kaiserbergstraße?

    Wie können Raser in der Kaiserbergstraße am besten ausgebremst werden? Mit dieser Frage hat sich der Linzer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Fakt ist: Parkplätze kommen nicht infrage, weil die Fahrbahnbreite, die maximal bei 4,85 Meter liegt, nicht ausreicht.

    In der Kaiserbergstraße ist Tempo 30. Da einige Autofahrer viel zu schnell unterwegs sind, denkt der Stadtrat darüber nach, Bremsschwellen in die Fahrbahn einzubauen. Foto: Silke Müller
    In der Kaiserbergstraße ist Tempo 30. Da einige Autofahrer viel zu schnell unterwegs sind, denkt der Stadtrat darüber nach, Bremsschwellen in die Fahrbahn einzubauen.
    Foto: Silke Müller

    Da die kleinen, silbernen Kölner Teller von vorn herein nicht favorisiert wurden, diskutierte der Stadtrat also nur über zwei Varianten: Aufpflasterungen oder Berliner Kissen wie etwa vor dem Freibad. Dabei erhielt das Gremium fachmännische Beratung von Patrick Acher vom Ingenieurbüro Siekmann und Partner. „Berliner Kissen sind nicht ungewöhnlich. Sie erfüllen ihren Zweck, dass der Verkehr verlangsamt wird“, sagte der Straßenplaner. Er empfahl jedoch, eine Bremsschwelle auf der gesamten Fahrbahnbreite einzubauen. „Bei Berliner Kissen versuchen Fahrer, an den Kissen vorbeizuzirkeln. Die Aufpflasterung über die gesamte Straße kann nicht umfahren werden“, erläuterte Acher.

    Allerdings hat der Stadtrat bei seiner Entscheidungsfindung auch die Kosten im Blick. Und die sind je nach Variante unterschiedlich. So müsste die Stadt für ein Berliner Kissen mit einer Größe von 3 Meter mal 1,80 Meter rund 1600 Euro ausgeben, wobei der Einbau durch den Bauhof erfolgen würde. Pro Aufpflasterung indes würden 6000 Euro fällig. „Wir würden drei bis vier Berliner Kissen bekommen für die Kosten einer Aufpflasterung“, bemerkte denn auch Bruno Hoppen (CDU), der anregte, eventuell auch über eine Einbahnregelung für die Straße nachzudenken. SPD-Fraktionschef Dieter Lehmann befürchtet, dass Aufpflasterungen zu Vibrationen führen, die übertragen werden. „Es gibt Erschütterungen im Haus. Das spürt man. Das empfinden Anlieger als Schlag“, sagte er. Heiko Martin, Vorsitzender der FWG-Fraktion, schlug Aufpflasterungen mit sanfter Anfahrt vor. Er sprach von einer äußersten Gefahrenstelle – zumal es keinen Bürgersteig gebe.

    „Die Geschwindigkeit ist gravierend. Es wird gerast. Die Leute fahren so schnell hoch, dass es nur noch rauscht“, betonte denn auch Roland Thees von Bündnis 90/Die Grünen. Er sagte aber auch im Hinblick auf Bremsschwellen: „Gummimatten vor den Häusern sollten wir definitiv vermeiden. Wir müssen eine sinnvolle Stelle finden.“ Und die wäre ihm zufolge im oberen Bereich der Straße, wo die Wiesen sind. Karl-Heinz Wölbert (SPD) fragte, wie es sich mit der Lautstärke verhalten würde, wenn der Fahrer eines PS-starken Wagens nach Überwindung der Bremsschwelle gleich wieder Gas geben würde. „Das ist ein schweres Thema. Wie sich das vermeiden lässt, dafür gibt es kein Patentrezept. Das ist Erziehungssache der Verkehrsteilnehmer“, sagte Acher und ergänzte: „In den Niederlanden gibt es überall Aufpflasterungen, und es wird langsamer gefahren. In Deutschland wird das zu wenig gemacht.“ Gerd Gombert (SPD) brachte noch einen anderen Vorschlag ein: „Wie wäre es, Hindernisse einzubauen? Das wäre doch schonender für Straße und Auto.“

    Anja Birrenbach (Bündnis 90/Die Grünen) sieht das Problem ganz woanders. Ihr zufolge würden die Autofahrer die Kaiserbergstraße sozusagen als Schleichweg nutzen, um die Ampel zu umgehen. „Wir müssen dort ansetzen und dafür sorgen, dass die offiziellen großen Straßen genutzt werden“, sagte sie. Michael Rücker (CDU) fragte, ob es wirklich nötig sei, Bremsschwellen einzubauen. „Ich würde erst gern die Ergebnisse der Verkehrsmessung zu Gesicht bekommen“, meinte er. Stadtbürgermeister Hans Georg Faust sprach von vereinzelten Ausreißern. „Bei der Hälfte der Autos liegt das Tempo in etwa zwischen 30 und 50 km/h“, sagte er.

    Auf Vorschlag des Stadtchefs beschloss das Gremium schließlich einstimmig, das Thema an den Bauausschuss zu verweisen. Außerdem soll das Ergebnis der Verkehrsmessung allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden, und es soll einen Ortstermin geben, um die Situation in der Kaiserbergstraße unter die Lupe zu nehmen.

    Von unserer Redakteurin Silke Müller

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