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    Kreis NeuwiedKreis Neuwied: Bevölkerung schwindet in allen Verbandsgemeinden

    Die Einwohnerzahl des Kreises Neuwied sinkt und wird nach sämtlichen Prognosen noch stärker abnehmen. Die RZ zeigt die Zahlen für alle 62 Städten und Gemeinden. Darunter sind lediglich vier „Gewinner“ und einige überraschend starke Verlierer.

    Das Land altert: Bis 2060 ist mehr als jeder dritte Rheinland-Pfälzer älter als 65, nur noch 15 Prozent sind jünger als 20 Jahre.
    Das Land altert: Bis 2060 ist mehr als jeder dritte Rheinland-Pfälzer älter als 65, nur noch 15 Prozent sind jünger als 20 Jahre.
    Foto: Fotolia

    Die Einwohnerzahl des Kreises Neuwied sinkt und wird nach sämtlichen Prognosen noch stärker abnehmen. Jetzt hat die Verwaltung auf Grundlage von Zahlen des Statistischen Landesamtes eine Übersicht vorgelegt, die zeigt, dass der Bevölkerungsrückgang ausnahmslos alle betrifft – die Stadt Neuwied sowie die acht Verbandsgemeinden.

    Unter den 62 Städten und Gemeinden des Kreises gibt es lediglich vier, deren Einwohnerzahl am Stichtag 30. Juni 2012 auf einem Höchststand war: Ehlscheid (1330), Hümmerich (777), Kleinmaischeid (1359) und Unkel (5106).

    Die größten Verlierer

    Den in absoluten Zahlen stärksten Schwund verzeichnet die

    • Stadt Neuwied (64 593), die 2522 Bürger verloren hat.

    Große Verlierer sind aber auch

    • Neustadt, Einwohnerzahl seit 2000 von 6476 auf 6248 (- 228) gesunken,
    • Linz (6166 / 5893 = -273),
    • Oberdreis (975 / 871 = -104),
    • Melsbach (2189 / 2020 = -169) und
    • Waldbreitbach (2109 / 1930 = -179).

    Bereits seit über 20 Jahren verliert darüber hinaus

    • Leutesdorf Einwohner: Von den 2100 Menschen 1990 sind nur noch 1845 geblieben (-255).

    Warum es gerade den urigen Weinort so hart trifft, erklärt Bürgermeister Michael Mahlert mit der Topografie, die in der Vergangenheit die Ausweisung von Neubaugebieten fast komplett verhindert hat. Und der Innerort sei durch enge Gassen und Fachwerkhäuser mit Investitionsbedarf geprägt. „Das ist für junge Familien natürlich wenig attraktiv“, weiß der Verwaltungschef.

    Neueste Untersuchungen zeigen noch drastischere Prognose

    Unabhängig von diesem Beispiel ist das Thema „demografischer Wandel“ für Bad Hönningens Bürgermeister von großer Bedeutung: , berichtet er und betont, dass man diese Entwicklungen im Blick haben muss, wenn es darum geht, Kindergärten auszubauen oder auf bestehende Realschulen Fachoberschulen aufzusatteln. „Wir können nicht für heute bauen, und das Morgen aus dem Blick lassen“, unterstreicht er und nennt die „Casa Vivida“ als Beispiel. Die Räumlichkeiten der Rheinbrohler Kita seien später als gemeinnützige Fläche für Vereine oder Volkshochschule umnutzbar.

    Ähnlich sind kürzlich in der Stadt Neuwied die Pläne für die neuen GSG-Kindergärten vorgestellt worden, die problemlos in (Senioren-)Wohnungen umgebaut werden können.

    Grundsätzlich sieht Stadt-Pressesprecher Erhard Jung für Neuwied aber noch „keine dramatische Entwicklung“. Im bundesweiten Vergleich bewegt sich die Stadt im Durchschnitt, schätzt er. Und dass der Bevölkerungsschwund hier früher (ab 1995) einsetzte als in den meisten anderen Orten des Kreises, begründet er mit dem hohen Niveau, das durch den starken Zuzug aus Osteuropa Anfang der 1990er-Jahre erreicht worden war. In der Tat wuchs die Stadt Neuwied damals von 61 571 auf 67 115 Einwohner.

    Stadt Neuwied will Hochschule

    Was aber laut Jung fehlt, ist eine Universität oder FH. „So etwas bringt eine andere Struktur in eine Stadt, andere Freizeitangebote und auch Unternehmen“, sagt er und betont, dass es das Ziel der Verwaltung sei, eine solche Bildungseinrichtung nach Neuwied zu bekommen. Auch Sport- und Kulturangebote gelte es weiterzuentwickeln, um der Stadt die notwendige Attraktivität zu geben. Bauflächenpotenziale seien genug vorhanden, auf dem Heddesdorfer Berg aber noch eine weitere Neuausweisung in Vorbereitung.

    Fischer: "Wir brauchen ein kommunales Verbundkonzept"

    Für Linz Bürgermeister Hans-Günter Fischer liegt „der Kern der Herausforderung“ weniger in dem seit Jahren bekannten Bevölkerungsrückgang, als in der Veränderung der Altersstruktur, sprich dem rasant steigenden Anteil der älteren Menschen. „Hier haben wir in der Region Linz mit dem Seniorenbeirat seit Jahren Strategien entwickelt, zum Beispiel zur Stärkung ehrenamtlicher Betreuung und zur Schaffung eines Gesundheitsprogramms“, sagt er und kritisiert: „Was uns im Kreis Neuwied fehlt, sind nicht die Statistiken. Wir brauchen ein kommunales Verbundkonzept, bei dem der Kreis die vielen Konzepte der Gemeinden vor Ort zu einem Gesamtkonzept verbindet.“

    Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

     

    Landkreis Neuwied: Bevölkerungsentwicklung in Stadt und Gemeinden
    Neuwied Linz
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