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  • Kandidatenporträt: Wissenschaftler Röder will in den Landtag

    Kreis Neuwied. CDU-Kandidat Jörg Röder führt Theologie und Politik zusammen. Zudem hat er ein großes Herz für den Sport.

    Von unserem Redakteur Frank Blum

    Er ist fest in Oberbieber verwurzelt, hält den Stausee für einen der schönsten Orte im Kreis, lebt im Haus, das schon seine Großeltern bewohnten – und arbeitet in Basel: Jörg Röder, CDU-Kandidat des Wahlkreises vier auf Landeslistenplatz 40, vereint Gegensätzliches – und er liebt kontrovers geführte Diskussionen. Das merkten schon seine stark sozialdemokratisch orientierten Eltern. Die waren verblüfft, als ihr Sohn mit 16 in die Junge Union eintrat – und nur zwei Jahre später bereits in die CDU.

    „Das war ein bewusster Schritt, um mich in Kohls letztem Wahlkampf zu positionieren“, sagt der schlanke Mittdreißiger. Schon als Zehnjähriger hatte ihn Helmut Kohls Engagement für die deutsch-deutsche Einheit fasziniert: Röder malte auf seine Schulhefte statt der angesagten Bands und Fußballteams lieber drei Buchstaben: CDU. Das sei schon nahe am „Spleen“ gewesen, gibt der Christdemokrat offen zu. Und er bleibt beim Gespräch mit der RZ bei der Offenheit: Teile seiner Verwandtschaft bescheinigen ihm gewisse Verhaltensweisen, die an die Figur des Physikers Sheldon Coopers in der Comedy-Serie „Big Bang Theory“ erinnern.

    Doch der ist eben kein studierter Theologe wie Röder: Nachdem der sportliche CDU-Mann in Mainz sein Lehramtsstudium in den Fächern Evangelische Theologie, Germanistik und Geschichte abgeschlossen hatte, erwachte in ihm der Drang nach wissenschaftlichem Arbeiten. Seine Promotion im Fach Neues Testament und Frühchristliche Literatur ist weitestgehend abgeschlossen, es fehlt nur noch die mündliche Prüfung. Doch das wird nicht das Ende des Forschers Röder sein. Er plant eine Habilitation, setzt sich dafür als einer der wenigen Wissenschaftler weltweit mit den Pilatus-Akten auseinander, einer apokryphen christlichen Schrift, die sich vorwiegend mit Jesu Tod und Auferstehung befasst.

    Politik und Christliche Ethik: Passt das gut zusammen? „Auf jeden Fall“, meint Röder und verweist auf Politiker und Theologen wie Joachim Gauck, Peter Hintze oder Rainer Eppelmann. Es sei christliche Einstellung, Verantwortung zu übernehmen und sich in die Gesellschaft einzubringen. Um nichts anderes gehe es auch in der Politik: „Man kann nicht nur über Ethik und Moral sprechen, sondern muss es auch in die Tat umsetzen“, betont der Mann, der gern Franz Kafka, Heinrich Mann und Karl May liest.

    Von daher gehöre das C auch weiterhin fest zu seiner Partei, betont Röder, der mit 25 Jahren bereits am Grundsatzprogramm der CDU mitarbeitete und in der Bibel durchaus Handlungsanweisungen sieht. „In keiner anderen Partei sehe ich das christliche Menschenbild besser repräsentiert als in der CDU“, betont Röder.

    Innerparteilich setzt er durchaus auf die Karte des kritischen Mitglieds. „Ich ermuntere in Sitzungen zu Kritik, ja zu Widerspruch. Produktive Lösungsansätze erwachsen nur aus intensiver interner Diskussion“, ist er sich sicher – und unterscheidet dabei fein zwischen den Begriffen Zusammenhalt und Geschlossenheit. Bei letzterem denke er immer an „Maulkorb“, meint der Oberbieberer, der so gern an der Tischtennisplatte steht.

    In der Jugend auch, weil er - heute kaum vorstellbar – ein paar Pfund zu viel auf den Rippen hatte. „Tischtennis ist eine faszinierende Sportart, weil sie die Generationen zusammenführt“, weiß Röder. Der Sport sei überhaupt ein guter Ratgeber fürs Leben. Er mache klar, dass man sich Aufgaben stellen muss, und zeige, dass man aus scheinbar ausweglosen Situationen als Sieger hervorgehen kann. Röder hat ein Beispiel parat: So lag er in einem für den ganzen Verein wichtigen Spiel im entscheidenden Satz mit 10:20 hinten. Doch so wie er in der Schule für bessere Noten gekämpft habe (und sich in Mathe von 6 auf 12 Punkte steigerte), habe er sich zurück ins Match gekämpft, um es noch mit 22:20 zu gewinnen. Man sieht: Das Aufgeben ist die Sache des Christdemokraten nicht, im Wahlkampf, den er mit seinem Röder-Mobil, einem älteren VW-Transporter, bestreitet, schon gar nicht. 

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