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  • Infoabend: Bahnbetreiber in ihre Schranken weisen

    Bad Hönningen. Wenn es um das Thema Bahnlärm geht, dann liegt Ärger in der Luft. Wut darüber, dass sich nichts tut, Frust über Wertverfall der Immobilien, bis hin zu sichtbarer Verzweiflung, weil Schlafprobleme an den Nerven zehren.

    Rund 50 Zuhörer kamen in den Ratssaal nach Bad Hönningen zur Diskussion mit Bundestagsabgeordneten zum Thema Bahnlärm.  Foto: Christina Nover
    Rund 50 Zuhörer kamen in den Ratssaal nach Bad Hönningen zur Diskussion mit Bundestagsabgeordneten zum Thema Bahnlärm.
    Foto: Christina Nover

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

    So war es auch kein Wunder, dass es bei der jüngsten Diskussion zum Thema Bahnlärm, die am Mittwochabend im Rathaus in Bad Hönningen stattfand, wieder einmal sehr emotional zuging.

    Die IG Bahnlärm und die VG Bad Hönningen hatten die Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner (Grüne), Detlev Pilger (SPD) sowie Erwin Rüddel (CDU) in die Badestadt eingeladen, um über den aktuellen Stand in Sachen Bahnlärm zu sprechen. Rößner, Pilger und Rüddel sind Gründungsmitglieder der Bahnlärmgruppe im Bundestag, die nach Angaben der Abgeordneten mittlerweile rund 130 Mitglieder zählt - eine Liste der Abgeordneten soll in naher Zukunft veröffentlicht werden. Während Detlev Pilger sich nicht zur Diskussionsveranstaltung auftauchte, umrissen Rößner und Rüddel zunächst grob die Arbeit der Interessensgruppe und bezogen Stellung zum Thema Bahnlärm. "Wir haben das Thema ganz neu auf die Tagesordnung gestellt - das Verkehrsministerium guckt jetzt ganz anders darauf", sagte Rößner, die zusammen mit ihren Mitstreitern den Druck auf die Regierung erhöhen will, dem Kampf gegen den Bahnlärm, der auch im Koalitionsvertrag verankert ist, nachzugehen.

    Rüddel und Rößner versicherten vor den rund 50 Besuchern der Veranstaltung, dass ein entsprechender Gesetzentwurf so gut wie fertig ist und noch in diesem Jahr beraten werden soll. Dieser soll zum einen die deutschen Nutzer der Schienen in ihre Schranken weisen und zum anderen auch eine EU-konforme Lösung beinhalten, wie ausländische Unternehmen ebenfalls zur Lärmreduzierung gezwungen werden. "Die Bahn können wir zwingen, aber das Problem wird sein, die ausländischen Krachmacher aus dem Land zu halten", erklärte Rüddel.

    Verschiedene Möglichkeiten denkbar

    Eine Möglichkeit könnte sein, eine Lärmobergrenze für Züge festzusetzen, die dafür sorgt, dass veraltete Züge entsprechend langsamer fahren müssen. Ansonsten sehen die Bundestagsabgeordneten in einer höheren Spreizung der Trassenpreise eine Chance, die Umrüstung auf Lärm reduzierende Technik voranzutreiben. Rüddel: "Wir müssen den wirtschaftlichen Druck erhöhen." Nur wenn die "Nutzungsgebühr" für alte Waggons und Lokomotiven so hoch wäre, dass es sich nicht mehr lohnt, auf die Umrüstung zu verzichten, könnten schnelle Erfolge erzielt werden.

    Was das Ziel betrifft, dass bis zum nächsten Jahr die Hälfte aller deutschen Güterwagen mit leisen, so genannten "Flüsterbremsen" ausgestattet sein sollen, so zeigten sich Rüddel und Rößner verhalten optimistisch. "Ich bezweifle, dass wir die 50 Prozent schaffen", erklärte Rüddel, hielt aber 40 bis 45 Prozent für realistisch - basierend auf den Versprechungen der Bahnbetreiber. Aus dem Publikum kam jedoch der Einwand, dass bei den Zahlen der gemeldeten Waggons getrickst wird, um die Vorgaben zu erfüllen.

    Beteiligte wünschen sich Transparenz

    Der Wunsch nach Transparenz und Ehrlichkeit wurde mehrfach während der Diskussion geäußert. Rößner und Rüddel erklärten in diesem Zusammenhang, wie wichtig ein vernünftiges Monitoring, also eine Überwachung des Zugverkehrs ist. Spezielle Messstationen könnten dabei helfen, Lärmsünder zu identifizieren und genaue Daten liefern, wann und wo Reparaturen an Waggons, Gleisen und Weichen nötig sind (siehe auch Kasten).

    Aus dem Publikum kam zudem der Hinweis an die Abgeordneten, nicht nur die Waggons in den Fokus zu setzen, sondern auch die Loks - hier seien durch technische Lösungen Lärmreduzierungen von rund 20 Dezibel möglich. Rößner und Rüddel versicherten, sich zu dieser und weiteren Möglichkeiten schlau zu machen. Sie machten den Anwesenden auch Mut, dass im Gesetzesentwurf auch Beschränkungen festgehalten werden sollen und sprachen dabei von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Nachtfahrverboten für laute Züge.

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