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  • Hells Angel packt aus: So finanzieren sich die Rocker

    Kreis Neuwied. Er erschoss einen Elitepolizisten, stieg nach kurzer Haft zum Rockerchef auf – und bat seine Kumpane kräftig zur Kasse: Karl-Heinz B. (49), Präsident der Hells Angels Bonn, muss sich vor Gericht verantworten.

    Lederkutte mit Emblem, so kleiden sich die Hells Angels.
    Lederkutte mit Emblem, so kleiden sich die Hells Angels.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Er verlangte von Neumitgliedern 10 000 Euro Aufnahmegebühr, 300 Euro Ablöse für einen eigenen Stuhl im Klubheim in Neustadt (Wied) – und 100 Euro Monatsbeitrag. Das hat jetzt, am fünften Verhandlungstag im Hells-Angels-Prozess, der Angeklagte Thomas P. (41) ausgesagt. Trotzdem war die Klubkasse gemäß seinen früheren Aussagen angeblich immer leer, den tatsächlichen Kassenstand kannte nur der Rockerchef.

    Laut Anklage führte Karl-Heinz B. zwischen 2013 und 2015 einen brutalen Krieg gegen den Motorradklub Outlaws Ahrweiler. Er betrachtete demnach den Großraum Bonn, den vorderen Westerwald und das nördliche Rheinland-Pfalz als sein Gebiet – und setzte seine Vorherrschaft in der Rockerszene mit Gewalt durch. Neben ihm und Thomas P. sind im Prozess sechs weitere Hells-Angels-Rocker wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt.

    Thomas P. war nach eigener Aussage etwa ein Jahr bei den Hells Angels Bonn aktiv. Es ist ungewöhnlich, dass er gegenüber Polizisten, Staatsanwälten und Richtern aussagt – und seine früheren Rockerkumpane schwer belastet. Im Prozess beschrieb er den Motorradklub als „eingeschworene Bruderschaft, die zusammensteht, egal was kommt“. Eine Kooperation mit Ermittlungsbehörden sei für „Höllenengel“ verboten – wer es dennoch tue, fliege raus und müsse mit Konsequenzen rechnen.

    P. beantwortet im Prozess nur Fragen der Richter und Staatsanwälte – mit den Anwälten anderer Angeklagter spricht er nicht. Diese machten ihm am Mittwoch heftige Vorwürfe, da er sich in seinen Aussagen widerspreche, nebulös bleibe und beim Schildern seiner Erinnerungen nicht klar unterscheide, wann er sich sicher ist und wann nicht. Seine Anwältin wies die Kritik zurück: Ihr Mandant, habe gesagt, wenn er sich nur zu 80 Prozent sicher ist oder etwas nur vermutet.

    Laut Anklage schotteten sich die Rocker der Hells Angels Bonn strikt nach außen ab. P. schilderte, dass sich die „Member“ (Mitglieder) des Klubs regelmäßig am Freitag in ihrem Klubheim trafen. Im „Memberraum“ hatte jeder seinen persönlichen Stuhl. Es gab dort wegen eines extra angeschafften Störsenders keinen Handyempfang. Zudem war es strikt verboten, Handys mit in den Raum zu nehmen – wer es dennoch tat, musste 500 Euro Strafe zahlen. Der Prozess geht heute weiter.

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    Nina Borowski

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