40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Heimischer Forst: Im Christbaum steckt eine Menge Arbeit
  • Aus unserem Archiv

    Kreis NeuwiedHeimischer Forst: Im Christbaum steckt eine Menge Arbeit

    Weihnachtsbäume fehlen zum Fest in fast keinem Haushalt. Auch im Kreis Neuwied muss der Bedarf von Zehntausenden Exemplaren gedeckt werden. Neben industriell produzierten Christbäumen bieten auch heimische Forstreviere in den lokalen Wäldern gewachsene Nadelhölzer an.

    Foto: Jörg Niebergall

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Der heimische Nadelbaum - Ein Trend, der bei der Bevölkerung offenbar gut ankommt. Vor diesem Hintergrund hat die RZ einmal die Spur der Weihnachtsbäume vom Setzling bis ins Wohnzimmer verfolgt.

    Sieben bis zehn Jahre vergehen, ehe ein typischer Weihnachtsbaum von etwa zwei Metern erntereif ist. Was viele nicht wissen: Die beliebten Gehölze wachsen nicht einfach so in die gewünschte Form. Platz und Licht sind längst nicht die einzigen Kriterien. Damit sie rundum gleichmäßig und mit möglichst nicht allzu weit voneinander entfernten (Ast-)Etagen dastehen und Käufer anlocken, bedarf es eines nicht zu unterschätzenden Aufwandes, wie Gerd Schneider, Chef des Fürstlich-Wiedischen Forstamtes Neuwied, erklärt. Gemeinhin neigt der junge Baum dazu, schnell an Höhe gewinnen zu wollen. Heißt: Der Haupttrieb schießt gern davon, der gleichmäßige Wuchs der Äste ist ihm ziemlich egal. Genau das treiben ihm die Forstmitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes aus, indem sie den Bäumen mit einer Spezialzange einen Zwack verpassen. Das nimmt ihnen die Lust am starken Höhentrieb.

    Doch damit nicht genug: Christoph Kirst, Revierförster in Bad Hönningen, zählt weitere Arbeiten auf, die in einer Weihnachtsbaumkultur im Hinblick auf eine gute Ernte zu erledigen sind: "Die Flächen müssen drei- bis viermal im Jahr gemäht werden, denn das Gras trocknet die Bäume aus. Zudem gehen wir hin und düngen die Bäume." Kirst und seine Mitarbeiter bieten in diesem Jahr zum zweiten Mal Bäume aus dem Stadtwald zum Verkauf an. Eigens dafür haben sie auf der Höhe bei den Streuobstwiesen eine Kultur von 1,5 Hektar angelegt. In anderen Kommunen im Kreis ist das schon seit Jahren geübte Praxis.

    Revierförster greifen Nachfrage auf

    Nicht selten stehen in diesen Kulturen auf einem Hektar bis zu 8000 Bäumchen. Pro Saison werden zwischen 2000 und 3000 geerntet, weiß Gerd Schneider. Und immer mehr Revierförster legen diese Kulturen an, um die Bevölkerung mit einem heimischen Baum versorgen zu können.

    Die Alternative dazu sind industriell produzierte Weihnachtsbäume. "Das Sauerland, aber vor allem Dänemark gehören da zu den Platzhirschen", weiß der Dierdorfer Forstamtsleiter Uwe Hoffmann. Zudem haben sich Waldbauern etwa in der Eifel auf die Saisonware spezialisiert. Auch diese Bäume finden hier ihren Absatz, weil viele Kunden den Aufwand beim Kauf möglichst gering halten wollen. Meist sind die Bäume bei den einschlägigen Weihnachtsbaumverkäufen vor Baumärkten oder größeren Einzelhandelsgeschäften im Angebot.

    Etwa 150 frisch geschlagene Weihnachtsbäume aus dem Fürstlich-Wiedischen Forst gehen traditionell am vierten Adventssamstag beim Verkauf am Forsthaus Gommerscheid weg. "Um auch ausgefallenere Wünsche bedienen zu können, kaufen wir mitunter Koreatannen oder Kiefern dazu", sagt Schneider.

    Heimische Bäume bieten viele Vorteile

    Der Vorteil der hiesigen Weihnachtsbäume liegt für ihn auf der Hand: "Erstens sind sie frischer. Die Bäume in Skandinavien müssen wegen des Transportes viel früher, oft noch in der Vegetationszeit, geschlagen werden. Das Wachstum wird dann künstlich im Kühlhaus gestoppt. Wir schlagen die Bäume erst nach der Vegetationszeit." Zudem sei es vom Gefühl her einfach schöner, einen Baum aus der Region zum Fest in die Wohnung zu holen. "Da sollten die Menschen auch nicht auf jeden Cent schauen, zumal ja viel Arbeit in den Bäumen steckt."

    Übrigens: Größere Christbäume, etwa für Weihnachtsmärkte, stammen ebenfalls meist aus dem heimischen Forst - oder aus so manchem Garten eines Bürgers. Forstamtsleiter Uwe Hoffmann: "Nicht selten bieten Bürger Bäume von ihrem Grundstück an. Wenn dann keine Satzung dagegenspricht, können diese auch gefällt werden." Und sein Kollege Gerd Schneider sagt: "Den Fünfmeterbaum in der Neuwieder Marktkirche haben wir geliefert." Dabei sei es schon eine Kunst, so große Bäume zu schlagen, ohne dass Äste brechen.

    Neuwied Linz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Neuwied
    Samstag

    11°C - 21°C
    Sonntag

    12°C - 21°C
    Montag

    13°C - 22°C
    Dienstag

    14°C - 25°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach