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    OckenfelsGesperrte K11: Ockenfelser hoffen auf Einigung mit Kasbach

    Die Ockenfelser sind mit ihren Nerven am Ende. Seit einem Jahr ist die K 11 gesperrt, und auch die Umleitung über Kasbach ist seit Januar blockiert.

    Monika Hart-Winkler, Kurt Pape und Elisabeth Sörgel hoffen, dass der Schleichweg nach Ockenfels wieder geöffnet wird.
    Monika Hart-Winkler, Kurt Pape und Elisabeth Sörgel hoffen, dass der Schleichweg nach Ockenfels wieder geöffnet wird.
    Foto: Sabine Nitsch

    Seit einem Jahr ist die einzige offizielle Zufahrt zum Ort, die K 11 (Rheinhöller), wegen dringender Sanierungsarbeiten komplett gesperrt. Die Straße „Blumenau“ wurde vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) als Umleitungsstrecke über die L 252 eingerichtet. Viele Ockenfelser haben auch die Ortsdurchfahrt Kasbach durch die Straße „In der Mark“ als „Schleichweg“ genutzt. Diese Umfahrungsstrecke war von Kasbach geduldet worden. Damit ist seit dem 2. Januar Schluss. Poller versperren die Durchfahrt.

    Anwohner hatten sich massiv über das Verhalten von Autofahrern beschwert, die zu schnell gefahren oder über Privatgrundstücke ausgewichen waren. Anwohner seien beschimpft worden. Der Kasbach-Ohlenberger Ortschef Frank Becker machte kurzen Prozess, lud den LBM und Bürgermeister Hans-Günter Fischer zum Ortstermin, an dem der Ockenfelser Ortsbürgermeister Kurt Pape krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte. Man entschied, dass der Schleichweg aus Verkehrssicherheitsgründen gesperrt wird.

    Rettungswagen kommt nicht durch

    „Einige wenige Autofahrer haben für sicherlich berechtigten Unmut gesorgt. Jetzt müssen rund Tausend Ockenfelser darunter richtig leiden“, fasst Pape die Lage zusammen. Sie müssen jetzt nicht nur lange Umwege in Kauf nehmen, die Zeit und auch viel Spritgeld kosten, die Sperrung kann sogar lebensgefährlich werden.

    Claudia Schwänzer musste in den vergangen Tagen zweimal den Rettungswagen (RTW) für ihren Mann rufen. „Das erste Mal dauerte es 40 Minuten. Die Rettungskräfte hatten keinen Schlüssel für die Poller und mussten oben rum fahren. Bei Nachbarn kam der RTW erst nach 1 Stunde und 10 Minuten. Die Rettungskräfte haben den Weg nach Ockenfels nicht gefunden“, berichtet sie. „Beim Schlaganfall zählt jede Minute. Dann hat man hier im Moment keine Chance.“ Pape hat deshalb veranlasst, dass ein Mitarbeiter der Feuerwehr parallel zum RTW alarmiert wird, der den im Bürgerhaus vorhandenen Defibrillator holt und bei Bedarf bedient.

    Anja Emmerich hat vier Kinder und sitzt, wie sie meint, eigentlich nur noch im Auto. Der Schulbus nach Rheinbrohl fährt nicht mehr über Ockenfels. Der Sohn wird an der viel befahrenen B 42 rausgelassen. Der Bus zur Grundschule nach Linz fährt zu spät. Sie bringt ihre Tochter lieber selber zur Schule. „Ich habe jetzt in der Woche mindestens eine Tankfüllung mehr. Mein Tag wird von Abholen und Wegbringen bestimmt“, sagt sie.

    Unterschriften und Lösungsvorschläge

    „Taxifahrten kosten jetzt das Doppelte, die Gemeinde hat mehr Kosten beim Anrufsammeltaxi, Handwerker berechnen höhere Anfahrzeiten. Lebensqualität geht verloren“, zählt Pape weiter auf. Auch die einzige Gaststätte am Ort, der „Rheinblick“, hat Umsatzeinbußen.

    Monika Hart-Winkler hat Unterschriften gegen die Sperrung gesammelt und einen Brief an den LBM geschickt. Auch Lösungsvorschläge wurden gemacht. Der Schleichweg könnte für die Bauzeit der K 11 Einbahnstraße werden. Mobile Schwellen und mobile Blitzer könnten Autofahrer disziplinieren oder Berechtigungsscheine könnten nur bestimmten Anwohnern die Durchfahrt erlauben.

    Der LBM wies in seiner Antwort darauf hin, dass es sich bei der Straße „In der Mark“ um eine Gemeindestraße handelt und damit Kasbach-Ohlenberg zuständig sei. „Zu Klärung dieser Angelegenheit schlagen wir daher ein Gespräch der Verbandsgemeinde mit den betroffenen Orten Kasbach und Ockenfels vor“, so der LBM. Jetzt hoffen die Anwohner auf eine Einigung.

    Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

     

    Sperrung treibt kuriose Blüten

    Der Eigentümer der Villa Kalles in Kasbach, „In der Mark 33“, Gerd Winzer, ist auch Eigentümer des Hauses Rheinhöller 14 in Linz. Der Rheinhöller ist sozusagen die Verlängerung der Kasbacher Straße auf Linzer Gebiet. Zu dem Haus gehört eine große Werkstatthalle und Lager für die Villa, die zur Hochzeitslokation umgebaut wird.

    Die beiden Gebäude liegen 300 Meter auseinander. Wenn Winzer Material aus dem Lager holen will, muss er jetzt erstmal durch Linz, Richtung L 253 nach Ockenfels fahren. Von dort geht es wieder runter - nach einer Fahrt über die B 42 - zu seiner eigentlich nur 300 Meter entfernten Villa. „12 Kilometer Umweg und viel Zeit für ein paar Werkzeuge, Leisten oder Farbe. Das ist schwer erträglich“, beschwert er sich. san

     

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