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    NeuwiedFamilie Malente: Vielen Dank für die Blumen

    Die "Familie Malente" sagt „Auf Wiederseh'n, Farewell und Goodbye“. Die Schlagerrevue ist auf Abschiedstournee zu Gast im Neuwieder Schlosstheater. Doch es wird nicht der letzte Besuch sein.

    Familie Malente geht auf Abschiedstournee.
    Familie Malente geht auf Abschiedstournee.
    Foto: Stephan Pflug

    Der mehr als mannshohe Koffer inmitten der Bühne deutet es schon an: Zum letzten Mal hat die Familie Malente ihre Koffer für eine Tournee gepackt. Der Titel des aktuellen Programms schürt weiter Befürchtungen. Denn demzufolge sagt die Künstlerfamilie „Auf Wiederseh'n, Farewell und Goodbye“, bedankt sich für die Blumen. Erst der Titelzusatz beruhigt ein wenig: „Die (erste) große Abschiedstournee“ soll es sein.

    Doch von vorn: Zunächst beehren Knut Vanmarcke und Dirk Voßberg-Vanmarcke mit ihrer Schlagerrevue noch einmal das Schlosstheater Neuwied und beenden dort die aktuelle Spielsaison. Bei der Premiere am Dienstagabend blicken sie alias Peter und Vico Malente in beseelte Gesichter und auf kräftig mitklatschende Hände. Und sogar ein „Who the fuck is Alice“ entlocken die Malentes den Neuwieder Zuschauern.

    Wie gewohnt legen die Malentes in ihrer rund zweistündigen Revue den Schmalz der großen Schlagerstars in ihre Stimmen und die schrillen Kostüme längst vergangener Jahrzehnte an. Wehmütig etwa denken sie an ihre ersten Schallplatten zurück. „In diese Rillen ist das Gefühl einer Generation eingebrannt“, schwärmt Peter Malente. Dass Karl-Heinz aus der ersten Reihe des Publikums dann ausgerechnet den „Gefangenenchor“ als seine erste Platte nennt, lassen die Malentes nicht unkommentiert. Auch sonst muss sich das Publikum den einen oder anderen Spruch gefallen lassen. Als Karl Lagerfeld beispielsweise stichelt Vico Malente: „Was Sie hier tragen, das ist nicht der letzte Schrei, das ist der letzte Hilfeschrei.“ Oder er frotzelt über Damen im „unpünktlichen Kleid“, das oben zu spät anfange und unten zu früh aufhöre.

    Auch andere Stars und Sternchen verkörpert und persifliert die Künstlerfamilie liebevoll. Meist ist das erschreckend authentisch, sodass vermeintlich der echte Otto Waalkes mit Flügelmütze über die Bühne huscht und Udo Lindenberg in den Saal lallt. Einen vorübergehenden Höhepunkt verzeichnet die Revue spätestens, wenn Peter Malente in bis übers Knie reichenden Lederstiefeln und mit feuerroter Perücke Andrea Berg gibt, sich lasziv am Kulissenkoffer rekelt und im viel zu kurzen Kleid auf die Knie geht.

    Als einzige Unterstützung bringen die Malentes Stephanie Lamm alias „Fräulein Wunder“ mit auf die Neuwieder Bühne. Auch sie ist extrem wandelbar, blickt mal als Mireille Mathieu hinter die Kulissen von Paris und verteilt an anderer Stelle als griechischer Wirt mit Vollbart bedeutsame Blicke an die Damen.

    Dass das aktuelle Programm einen Abschied vom Tourneeleben einleiten soll, das zeigt sich auch während der Revue. Glamourös glitzert der Besatz der schwarzen Samtjacketts, und Vico Malente bestätigt den Zuschauern eine Ahnung: „Die Kostüme sehen verdammt nach Finale aus.“ Seit 20 Jahren leben und arbeiten Vanmarcke und Voßberg-Vanmarcke zusammen. Das feiern sie in Neuwied mit einem rührenden Duett. „Ich habe das große Glück, dass mein bester Freund auch mein Mann ist“ – solche Bekenntnisse und eine Diashow privater Fotos dürften den Abschied nicht leichter machen.

    Das „Auf Wiederseh'n“ im Showtitel trifft es allerdings am besten. Denn die Malentes ziehen sich mit der Abschiedstournee nicht von der Bühne zurück. Vielmehr meinen sie den Abschied von der Tournee. Denn im kommenden Jahr wollen die beiden in Bonn sesshaft werden (die RZ berichtete). „Wir sind etwas des Reisens müde“, begründen sie vor dem Neuwieder Publikum diesen Schritt. Von September 2018 an soll die Show an festem Standort in einem sogenannten belgischen Spiegelzelt heimisch sein. Übel scheint ihnen das Premierenpublikum den Abschied nicht zu nehmen, das zeigt es mit wohlwollenden Rufen und breitem Lächeln in den Gesichtern. Und vielleicht liegt es auch daran, dass die Malentes im Frühjahr 2018 doch noch einmal nach Neuwied kommen, dann wirklich zum allerletzten Mal.

    Weitere Infos gibt es im Internet unter www.familie-malente.de.

    Von unserer Reporterin Marion Ziegler

    Vorstellungen bis zum 11. Juni

    Die Familie Malente gastiert für dreieinhalb Wochen am Schlosstheater Neuwied. Die weiteren Vorstellungen sind an folgenden Tagen und beginnen jeweils um 20 Uhr:

    • Täglich bis zum Montag, 22. Mai
    • Täglich von Mittwoch, 24. Mai, bis Sonntag, 28. Mai, am Sonntag zusätzlich um 16 Uhr
    • Täglich von Dienstag, 30. Mai, bis Samstag, 3. Juni
    • Täglich von Dienstag, 6. Juni, bis Sonntag, 11. Juni, am Sonntag auch um 16 Uhr
    • Es sind jeweils nur noch Restkarten beim Schlosstheater erhältlich unter Telefon 02631/222 88. mzi

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