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  • Chaos im Unkeler Stadtkern: Anwohner erbost über rasende Autos

    Unkel. Die Anwohner der Unkeler Innenstadt sind richtig sauer. Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Frankfurter Straße, die Fußgängerzone ist, zur Rennstrecke für Autos und Mopeds. Der Willy-Brandt-Platz, mitten im verkehrsberuhigten Bereich ist dann Großraumparkplatz. Das Durchfahrverbot und das Parkverbot scheren offenbar niemand.

    Auch tagsüber werden Autos trotz Parkverbot auf dem Willy-Brandt-Platz abgestellt. Abends aber soll er Anwohnern zufolge zu einem Großraumparkplatz werden.  Archivfoto: Silke Müller
    Auch tagsüber werden Autos trotz Parkverbot auf dem Willy-Brandt-Platz abgestellt. Abends aber soll er Anwohnern zufolge zu einem Großraumparkplatz werden. Archiv
    Foto: Silke Müller

    Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

    Anwohner berichten, dass sie von den Falschparkern sogar angepöbelt und Vertreter des Ordnungsamts den Platz abends meiden würden. Auch die Polizei, die für die durchfahrenden Ignoranten zuständig ist, sei, so die Anwohner, kaum vor Ort.

    Eine Anliegerin, die erst vor wenigen Monaten in die Unkeler Innenstadt gezogen ist, machte ihrem Unmut bei der Einwohnerfragestunde der vergangenen Ratssitzung Luft. Ständig habe sie Knöllchen hinter der Scheibe, wenn sie tagsüber mit ihrem Auto umzugs- und umbaubedingt halte. Der "Jagdtrieb" der Ordnungsamtsmitarbeiter gehe sogar so weit, dass sie genötigt worden sei, die Hinterlassenschaft eines Hundes aufzusammeln, der gar nicht ihrer war, empörte sie sich und verwies - wie andere Anwohner auch - darauf, dass Handlungsbedarf wohl eher auf dem Willy-Brandt-Platz geboten sei. "Man fragt sich, ob es darum geht, Ordnung zu schaffen oder nur Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen", beschwerte sie sich. Abends sei der Platz vor diesem Hintergrund doch eine "Goldgrube".

    Das wilde Parken dort war auch schon mehrfach Thema im Rat. Eine Lösung ist schwierig. "Wir haben kaum eine Handhabe. Verwarnungen von 10 Euro schrecken dort niemanden ab", sagt Christoph Heck, Leiter des Ordnungsamts. Bürgermeister Karsten Fehr verweist darauf, dass nicht genug Personal zur Verfügung stehe, um auch abends zu kontrollieren. Die Polizeidienststelle in Linz muss, wie Hans-Werner Kleebach von der Polizeiinspektion Linz auf RZ-Nachfrage mitteilt, offiziell von der Verbandsgemeinde aufgefordert werden, tätig zu werden. Das Problem sei bisher nicht bekannt gewesen.

    Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen für das Förderprogramm "Historische Stadtbereiche" werden die Unkeler Bürger derzeit zu ihren Wünschen und Anregungen zur Stadtentwicklung befragt. Auch online können sich die Bürger beteiligen. Eine Anwohnerin der Frankfurter Straße schreibt zu dem Thema auf der Unkeler Internetseite: "... egal, zu welcher Uhrzeit man in der Stadt unterwegs ist, das Stadtbild ist geprägt von parkenden Autos! Ich finde, das komplette Verkehrssystem in der Altstadt müsste untersucht werden, um ganz neue Ansätze in der Verkehrsplanung zu finden." Der Vorsitzende der Entwicklungsagentur Unkel, Rex Stephenson, wird dort noch deutlicher. "Meine persönliche Beobachtung während des Tages und bis 23 Uhr hat mich davon überzeugt, dass die Situation katastrophal ist, und ein möglicher Unfall, vielleicht mit Kindern oder Behinderten, scheint mir vorprogrammiert. Rasender Verkehr durch die verkehrsberuhigte (7 km/h) Zone Tag und Nacht und illegal geparkte Autos, auch Tag und Nacht, hindern den wirtschaftlichen Erfolg der Stadtmitte. Ich habe selbst gesehen, wie Autos in der Frankfurter Straße, Kirchstraße, St. Pantaleonstraße und Am Graben einfach gegen den erlaubten Verkehr in Einbahnstraßen fahren. Das gesamte Konzept für Verkehr und Fußgänger im Bereich der historischen Stadtmitte war vielleicht in der Vergangenheit adäquat, aber die Situation jeden Tag zeigt, dass es 2016 nicht so ist: Die Verkehrssituation heute ist anarchisch." Das Ordnungsamt, so teilte Heck unserer Zeitung mit, werde die Polizei in Linz schriftlich auf das Problem hinweisen und um Hilfe bitten.

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