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  • Bildungspolitik: Kandidaten diskutieren kontrovers

    Neuwied. Schluss mit den "Laborversuchen" im Bildungswesen oder weiterer Ausbau der Integrierten Gesamtschule: Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich die Podiumsdiskussion der Direktkandidaten um das Schulwesen im Land.

    Nach der Diskussion versammelten sich die Kandidaten und Moderator Marcelo Peerenboom mit Kolping- und KAB-Mitgliedern.
    Nach der Diskussion versammelten sich die Kandidaten und Moderator Marcelo Peerenboom mit Kolping- und KAB-Mitgliedern.
    Foto: dfb

    Von unserem Redakteur Frank Blum

    Kein Wunder, dass diese beiden gegensätzlichen Grundhaltungen auch die Podiumsdiskussion zwischen den sieben Direktkandidaten des Wahlkreises 4 im Neuwieder Friedrich-Spee-Haus bestimmten.

    Fredi Winter (SPD) und Regine Wilke (Bündnis90/Die Grünen) gerieten als Vertreter der beiden Regierungsparteien unter Druck, vor allem von den Vertretern von CDU, FDP und AfD. Winter hatte eingangs vehement bestritten, dass Schulpolitik in einer Art Versuchslabor stattfinde, vielmehr ziehe sich ein roter Faden durch die Bildungspolitik der Landesregierung. Man baue auf kleinere Klassen, haben viele neue Lehrer eingestellt, und die Quote der Unterrichtsversorgung sei mit 98,6 Prozent gut. Der von manchen kritisierte Verzicht auf die Hauptschule sei nach einer "Abstimmung mit den Füßen" seitens der Eltern gefallen. Wilke machte deutlich, dass man auf lange Sicht auf Integrierte Gesamtschulen setzen möchte. Nur so ließen sich Kinder aus "bildungsfernen" Familien an die Hochschulreife heranführen. Beide lobten zudem die Fortschritte in der dualen Ausbildung.

    Jörg Röder (CDU) sieht bei seiner Partei "grundsätzliche Differenzen" zur rot-grünen Schulpolitik. Er befürchtet das Einführen der Einheitsschule durch die Hintertür. "Es gibt eine nicht mehr überschaubare Zahl an Schulbezeichnungen, doch was gelehrt wird, führt letztlich zu einer allgemeinen Nivellierung", meinte der Christdemokrat, der selbst ein Lehramtsstudium durchlaufen hat. Am Ende stehe fehlende Ausbildungsreife und mangelnde Kompetenz, so Röder. Dabei gehe es doch darum, jeden nach seinem Talent zu fördern, aber auch zu fordern. Aussagen, für die er den Beifall des Publikums erhielt.

    Jan Bollinger sieht seine Partei, die AfD, in diesem Punkt "nahe bei der CDU". Man dürfe keine Akademisierung um der Akademisierung willen betreiben, sondern müsse auf strukturierte betriebliche Ausbildung setzen. Eine "leistungsmäßige Ausdifferenzierung" müsse sein. Sven Störmer (FDP), selbst Lehrer von Beruf, warf Winter vor, Zahlen schönzureden. Die Liberalen seien auf einer Linie mit der CDU. Zudem forderte Störmer eine 105-prozentige Unterrichtversorgung. Er brach zudem eine Lanze für die verblichene Hauptschule. Die hätte man mit "Sonderpersonal" ausstatten können. Udo Franz (Freie Wähler) sieht im IGS-Ausbau am Horizont eine Gefahr: eine neue Sonderschule. Finanzkräftige Eltern würden ihre Kinder auf privat finanzierte Schulen schicken.

    Jochen Bülow (Die Linke) wiederum sprach sich klar für eine Gemeinschaftsschule aus. "Schule muss sich in Zeiten schnellen Wandels auf neue Wege begeben und geänderten Anforderungen gerecht werden", meinte der Linke. Er forderte ein "langes gemeinsames Lernen statt Elitenförderung". Bildung dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

    Kritik ernteten SPD und Bündnisgrüne von allen Seiten vor allem für ihren Umgang mit PES-Kräften (Personalmanagement im Rahmen erweiterter Selbstständigkeit von Schulen) und nur kurzzeitig eingestellten Junglehrern, deren Arbeitsverträge beispielsweise vor den Sommerferien enden. Das sei ein unhaltbarer Zustand, kritisierten die übrigen Parteien. Damit schaffe man prekäre Arbeitsverhältnisse, statt Lehrern Sicherheit zu vermitteln.

    Neuwied: Sieben Kandidaten führen hitzige Debatte
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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