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    Baumkataster: 16 000 Neuwieder Bäume haben einen Steckbrief

    Insgesamt 16 000 Bäume sind im Baumkataster der Stadt Neuwied erfasst. Die RZ hat die Arbeiten dazu unter die Lupe genommen.

    Neuwied - Den Kopf in den Nacken gelegt, geht der Blick von Marion Stolz hoch in die Baumkrone. Geübt tasten ihre Augen die Äste des Baumes ab. Sie tippt etwas in das kleine Gerät, das sie in der Hand hält, und geht um den Baum herum. Insgesamt 16 000 Bäume sind im Baumkataster der Stadt Neuwied erfasst. Neben der Gattung, dem Alter, der Größe und dem Standort sind da auch eventuelle Schäden und die Verkehrssicherheit vermerkt. Um die geht es bei ihrer Arbeit nämlich. Zusammen mit ihrem Kollegen Jan Kronenberger arbeitet sie im Team um Thomas Riehl am Baumkataster mit. Bevor die beiden ihre Arbeit aufgenommen hatten, wurde noch mit Papier und Stift vermerkt, wo es welche Bäume gab. Doch das heutige Erfassen mit dem PC-System ist wesentlich genauer.

    Marion Stolz untersucht eine Kastanie im Neuwieder Schlosspark. Bei der Sichtkontrolle erfasst sie Wurzelwerk, Stamm und Krone des Baumes. Dabei guckt sie, ob alles noch gesund ist.  Fotos: Nina Borowski
    Marion Stolz untersucht eine Kastanie im Neuwieder Schlosspark. Bei der Sichtkontrolle erfasst sie Wurzelwerk, Stamm und Krone des Baumes. Dabei guckt sie, ob alles noch gesund ist. Fotos: Nina Borowski
    Foto: borowski

    Bäume werden genau untersucht

    Bei einer sogenannten Sichtkontrolle ziehen Stolz und Kronenberger los und untersuchen die Bäume auf Pilzbefall oder mögliche Höhlungen im Stamm. "Wenn wir uns unsicher sind oder etwas feststellen, dann trage ich das hier ein", sie tippt auf das kleine Gerät in ihrer Hand, "und dann erfolgen weitere Maßnahmen." Bei der Sicherheit gibt es zwei Kategorien: "Steht der Baum an einem Ort, an dem jeden Tag Leute vorbeigehen, oder ist sogar ein Spielplatz in der Nähe? Oder steht der Baum in einem Randgebiet oder Waldstück?", sagt Kronenberger. Grundsätzlich ist für die beiden das Fällen eines Baumes jedoch die letzte Möglichkeit. "Wir mögen doch Bäume", sagt Kronenberger und ergänzt: "Es ist nur so, dass wir auch die Sicherheit gewährleisten müssen." In diesem Punkt wünschen sich die beiden Fachleute von der Bevölkerung mehr Vertrauen. "Immer wieder rufen Leute an und beschimpfen uns, wenn doch mal ein Baum gefällt werden muss. Doch oft sieht man von außen nicht, dass der Baum kaputt ist", sagt Stolz.

    Bei ihren Kontrollgängen orientieren sich Stolz und Kronenberger an kleinen runden Täfelchen, die an den Bäumen hängen. Darauf steht eine Nummer, mit der der Baum im System erfasst ist. "Daran kann ich dann erkennen, welche Maßnahmen zuletzt durchgeführt wurden und ob der Baum schon mal auffällig war" sagt Stolz und ergänzt: "Aber mit der Zeit kennt man seine Bäume."

    Spechtlöcher deuten auf kaputte Bäume hin

    Kronenberger bleibt vor einer 36 Meter hohen Linde im Schlosspark stehen: "Hier habe ich gleich mehrere Spechtlöcher übereinander entdeckt. Das ist kein gutes Zeichen, denn ein Specht geht nur in kaputte Bäume." Doch vom Boden aus konnte er in diesem Fall nicht viel unternehmen. Also wurde ein Steiger bestellt, und Kronenberger schaute sich die Krone aus nächster Nähe an. "Wir haben eine Kronenlichtung und eine Kronensicherung gemacht", sagt er und zeigt auf einige schwarze Seile, die zwischen den Ästen in der Krone gespannt sind. Damit ist der Baum jetzt sicher und muss nicht gefällt werden.

    Wenn die beiden Fachleute jedoch Totholz an einem Baum entdecken, dann ist das ein K.o.-Kriterium, wie sie sagen. "So ein Baum ist absolut nicht mehr verkehrssicher", sagt Stolz. Wenn Kronenberger bei einem Baum die Vermutung hat, dass er einen Hohlraum hat, holt er einen Bohrer zu Hilfe. "Mit einer 40 Zentimeter langen Nadel durchbohre ich die Rinde und messe den Widerstand. Daran kann ich am Ende ablesen, ob meine Vermutung stimmt", sagt er. Einen Schaden trägt der Baum nicht davon. "Das Loch verschließt sich direkt wieder", erläutert er.

    Seit Kurzem werden die beiden im Schlosspark von rund 200 neuen Mitarbeitern unterstützt: Wir haben überall in den Bäumen Meisennistkästen aufgehängt. Die Tiere sollen bei der Bekämpfung der Miniermotten helfen", sagt Stolz. Das sind kleine weiße Fliegen, die die Kastanien schwächen.

    Von unserer Redakteurin Nina Borowski

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