40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Auf großer Tour: Mit 219 Jahren über die Alpen
  • Auf großer Tour: Mit 219 Jahren über die Alpen

    Neuwied/Südtirol. Drei Männer, zusammen 219 Jahre alt, wollten es wissen: Gemeinsam haben sie die Alpen überquert. In sieben Etappen sind sie vom Tegernsee bis ins norditalienische Sterzing gewandert.

    Für Michael Gnann (vorn), Knut Krumholz (Mitte) und Hans-Werner Fieweger war die lange siebentägige Wandertour ein großes Vergnügung. Auf dem Foto sind sie gerade in den Zillertaler Alpen unterwegs.
    Für Michael Gnann (vorn), Knut Krumholz (Mitte) und Hans-Werner Fieweger war die lange siebentägige Wandertour ein großes Vergnügung. Auf dem Foto sind sie gerade in den Zillertaler Alpen unterwegs.

    Der beste Moment kam an Tag sechs. Da sind sich die drei Männer einig: Plötzlich verwandelte sich die karge, felsige Landschaft in ein liebliches, sattes Grün. Südtirol lag vor ihnen. Sie hatten den Alpenhauptkamm überschritten. Erhebend.

    "In meiner stillen Vorstellung wollte ich das bis zum 75. geschafft haben", erzählt ein durchaus stolzer Knut Krumholz und stellt fest: "Natürlich wollten wir uns beweisen, dass es noch geht." Echte Zweifel aber, so versichert er, hätten sie nie gehabt - obwohl sie zusammen stolze 219 Jahre alt sind: Knut Krumholz (74) aus Neuwied, Hans-Werner Fieweger (80) aus Güls und Michael Gnann (65) aus Lahnstein. Gemeinsam haben sie die Alpen überquert: vom bayerischen Gmund am Tegernsee bis ins norditalienische Sterzing in sieben Etappen.

    Auf die Idee gekommen waren sie durch ihre Zeitung. Im Reise-Magazin der RZ hatten sie eine Reportage über eine neue Strecke gelesen. Diese Alpenüberquerung sollte nicht so extrem sein wie der klassische E 5: höchstens mittelschwere Etappen, Gepäcktransport und Übernachtungen im Hotel statt auf der Hütte - das klang machbar. Und die Altersempfehlung von 7 bis 70 Jahren? - überlesen.

    Unabhängig voneinander hatten sie jedenfalls den Text bei der nächsten Auflage ihres monatlichen Wandertreffens in der Tasche, sprachen über die Idee und waren sich schnell einig: Das wäre was. Statt der üblichen sechs bis zwölf Kilometer langen Tour machten sie sich auf zu einer gemeinsamen Probewanderung über den anspruchsvollen Bergschluchtenpfad Ehrenburg an der Mosel (19 Kilometer, 900 Höhenmeter),und waren sich danach auch sicher: Wir schaffen das in den Alpen.

    Es fehlten lediglich noch ein wenig individuelles Training - ob mit Hund oder im Fitnessstudio - und die richtige Ausrüstung. Da mit Krumholz der Seniorchef des Neuwieder Sporthauses zu dem Trio gehörte, war das ein geringes Problem. Und so ging es mit passenden Wanderstiefeln, Trinksack, kleinem Notfallset und im Endeffekt nicht gebrauchen Blasenpflastern in Richtung Bayern. Nur Fieweger blieb bei seinen Halbschuhen und dem mehrere Jahrzehnte alten Hut. "Ich musste in meiner Jugend schon auf der Flucht vor Russen und Polen so viel laufen, ich brauch nichts anderes", war er sicher - und sollte recht behalten.

    Denn nur einmal war der 80-Jährige nach eigener Auskunft froh, einen Aufstieg geschafft zu haben: Hoch zur Blaubergalm an der deutsch-österreichischen Grenze musste doch etwas mehr gekraxelt werden. Ansonsten lautete sei Fazit wie das seiner beiden Mitstreiter: "Eine wunderschöne Tour, bei der wir am Ende vor allem bedauert haben, dass sie vorbei war." Die Kultur sei vielleicht ein wenig kurz gekommen, das Naturerlebnis dafür trotz zweier Regentage überragend gewesen, erzählt er begeistert, lobt die abwechslungsreiche Strecke und sagt, dass er das Bier am Ende der vorletzten Etappe auch zwei Monate später noch schmecken kann. Vom "ehrlichen Hunger am Abend ohne schlechtes Gewissen", schwärmt Gnann ganz ähnlich, und Krumholz wiederum hebt das tollen Gefühl der Grenzüberquerungen hervor. "Nicht nur über die persönlichen, sondern auch über Staatsgrenzen ungestraft ohne Pass zu gehen", hat ihm gefallen. "Man hat sie ja fast gar nicht gesehen", erzählt er. Und so steht für das Trio fest, dass die Tour im kommenden Jahr wiederholt werden soll - dann eben mit 222 Jahren.

    Ulf Steffenfauseweh

    Anzeige
    x
    Top Angebote auf einen Klick
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Neuwied bei Facebook
    Regionalwetter Neuwied
    Montag

    15°C - 26°C
    Dienstag

    17°C - 27°C
    Mittwoch

    17°C - 26°C
    Donnerstag

    14°C - 21°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach