• Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Pläne für Windkraft werden kreisweit diskutiert
  • Pläne für Windkraft werden kreisweit diskutiert

    Kreis Neuwied. Die Windkraft als erneuerbare Energiequelle wird im Kreis Neuwied an Bedeutung gewinnen. Das zeigen Gespräche und zum Teil schon konkrete Pläne, die von den Verbandsgemeinden vorangetrieben werden. Am weitesten vorangeschritten sind die Überlegungen offenbar in Bad Hönningen. Die dort ins Auge gefassten Vorhaben stellt unsere Zeitung in Kürze ausführlich vor. Aber auch in Waldbreitbach, Asbach, Puderbach, Linz oder Unkel legen die Verantwortlichen die Hände nicht in den Schoß – und machen sich Gedanken über Standorte für regenerative Energieanlagen.

    Kreis Neuwied - Die Windkraft als erneuerbare Energiequelle wird im Kreis Neuwied an Bedeutung gewinnen. Das zeigen Gespräche und zum Teil schon konkrete Pläne, die von den Verbandsgemeinden vorangetrieben werden. Am weitesten vorangeschritten sind die Überlegungen offenbar in Bad Hönningen. Die dort ins Auge gefassten Vorhaben stellt unsere Zeitung in Kürze ausführlich vor. Aber auch in Waldbreitbach, Asbach, Puderbach, Linz oder Unkel legen die Verantwortlichen die Hände nicht in den Schoß – und machen sich Gedanken über Standorte für regenerative Energieanlagen.

    Das, was vor Monaten vielerorts noch mit den Argumenten „Verspargelung der Landschaft“ und „Naturpark“ strikt abgelehnt wurde, wird heute mehr und mehr als Chance begriffen. Schließlich steht für die Kommunen gerade bei der Windkraft eine nicht unerhebliche Wertschöpfung im Raum, die nicht nur auf einer möglichen Verpachtung von geeigneten Flächen basiert, sondern auch auf in Aussicht stehende Gewinne aus der Stromvergütung.
    Das macht das Ganze auch für Gemeinden interessant, die über keine großen Einnahmen verfügen. „Wenn es dann noch gelingt, den Strom selber zu verwenden, wird es richtig interessant“, erklärt Energiebeiratsvorsitzender Achim Hallerbach. Die Zeit zum Handeln ist begrenzt. Denn inzwischen hat die Landesregierung in Mainz gefordert, dass zwei Prozent der kommunalen Flächen als Vorranggebiete für Windkraft auszuweisen sind.
    Da bislang keine einzige Verbandsgemeinde im Kreis über einen Flächennutzungsplan „Windkraft“ verfügt, droht nach Ansicht von Hallerbach gerade deshalb die Verspargelung: „Wenn es bei den Kommunen keine Pläne gibt, muss der Kreis für jeden privaten Antrag auf eine Windkraftanlage ein Verfahren einleiten.“ Heißt: Sollten die Kommunen jetzt nicht handeln, verlieren sie ihre Planungshoheit und müssen unter Umständen Windräder akzeptieren, wo sie eigentlich gar keine haben wollen.
    Landrat Rainer Kaul machte vor Monaten den ersten Vorstoß und rüttelte am Tabu Naturpark. Mittlerweile signalisiert das Land, dass auch Kernzonen von Naturparks nicht per se für die Windkraft ausgeschlossen sind. Zudem läuft eine Diskussion über verringerter Abstände von Windrädern zur Wohnbebauung. Als unverändertes Ausschlusskriterium kristallisieren sich hingegen die Rotmilanbestände heraus, die sich auch an Rhein und Wied heimisch fühlen. Allerdings ist auch da laut Hallerbach nicht klar, ob doch gewisse Einschränkungen möglich sind, etwa weil der Raubvogel vom Horst aus stets in eine ganz bestimmte Richtung zur Jagd aufbreche. So oder so sollte es zwischen Mensch und Natur einen „vernünftigen Interessenausgleich“ geben, sagt er.
    Auch der Kreis Neuwied möchte laut Hallerbach gegebenenfalls die Deponie Linkenbach nutzen und gemeinsam mit dem Kirchspiel Urbach, den Verbandsgemeinden Puderbach und Rengsdorf Windenergieplanungen in Angriff nehmen. Der Ausbau zu einem Energiepark stand ohnehin zur Debatte. Hallerbach spricht in diesem Zusammenhang von Überlegungen für eine „Energieallee“, die sich mit einigen Windrädern links und rechts der A 3 erstrecken könnte.
    Der Energiebeirat hat unterdessen im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes ein Flächenkataster in Auftrag gegeben. Eine Bachelor-Arbeit soll zudem windhöffige Flächen im Kreis herausfiltern. Naturschutzfragen klärt diese Arbeit gleich mit. Das Ergebnis dieser Analyse, mit dem Hallerbach frühestens für Ende Oktober rechnet, soll dann die Kommunen erreichen, „damit diese weiterplanen können“.
    Unabhängig vom Ergebnis der Analyse macht sich der Beiratsvorsitzende dafür stark, dass später von kommunaler Seite möglichst „sinnvoll konzentrierte Flächen“ entwickelt werden. Ein Überlappen der Verbandsgemeindegrenzen sollte jedenfalls kein Hinderungsgrund sein. Hallerbach regt an, über Kooperationen kommunaler Werke „ohne Ressentiments und frei von politischen Zwängen“ nachzudenken.
    In jedem Fall müsse darüber geredet werden, dass nicht nur der Grundstückseigner von Einnahmen aus der Windkraft profitieren, sondern auch umliegende Gemeinden. „Teilhaben lassen, Ausgleich schaffen“, das hält Hallerbach für wichtig. Landrat Kaul betont in diesem Zusammenhang, dass die Kommunen „als Macher auch die Wertschöpfer sein müssen“. Kreis und Energiebeirat sollten da lediglich flankierend und beratend zur Seite stehen.

    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Neuwied bei Facebook
    Regionalwetter Neuwied
    Dienstag

    11°C - 22°C
    Mittwoch

    14°C - 21°C
    Donnerstag

    13°C - 22°C
    Freitag

    14°C - 21°C
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach