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  • Experten raten zu Windkraftprojekt in Bad Hönningen und Rheinbrohl

    Bad Hönningen. Ungewohnt stumm verfolgen viele Zuhörer, die ansonsten ums gesprochene Wort nicht verlegen sind, das Geschehen in der Bad Hönninger Mehrzweckhalle. Rund 300 Gäste sind der Einladung von Bad Hönningens Bürgermeister Michael Mahlert und Stadtbürgermeister Guido Job (beide SPD) gefolgt, sich über die Errichtung von Windrädern im Bad Hönninger Stadtwald zu informieren.

    Rund 300 Zuhörer lauschten in Bad Hönningen den Experten während der Einwohnerversammlung zum Windkraftprojekt. Foto: Jörg Niebergall
    Rund 300 Zuhörer lauschten in Bad Hönningen den Experten während der Einwohnerversammlung zum Windkraftprojekt.
    Foto: Jörg Niebergall

    Gäste wie Carl Fürst zu Wied, Waldbreitbachs Bürgermeister Werner Grüber (parteilos) oder die Landtagsabgeordneten Ellen Demuth (CDU) und Elisabeth Bröskamp (Bündnis 90/Die Grünen) nehmen an den Holztischreihen Platz. Nur: Sprechen dürfen sie nicht – der Abend ist eine Einwohnerversammlung, bei der laut Gemeindeordnung nur Bürger der Stadt Fragen stellen dürfen.

    Das breite Repertoire an Stilmitteln, das für gewöhnlich solch emotionale Zusammenkünfte garniert – wie Zwischenrufe, betont übertriebener Beifall oder höhnisches Gelächter – bringen Gegner wie Befürworter des Projekts nicht zur Anwendung. Der Ton ist verblüffend sachlich – wohl auch, wie Mahlert gebetsmühlenartig wiederholt, da sich das Bauvorhaben derzeit erst im Status einer „Vorprüfung“ befindet. Niemand könne sagen, was die derzeit zu erstellenden Gutachten, etwa zur Wirtschaftlichkeit des Standortes oder eine Langzeitbeobachtung der Tierwelt, ergeben.

    Energieexperten wie Dr. Peter Heck, Professor am Umweltcampus Birkenfeld, oder Dr. Ingo Ewald vom Ingenieurbüro für Erneuerbare Energien aus Oppenheim ermuntern in ihren Vorträgen die Kommune, diese Form der Energiegewinnung ins Kalkül zu ziehen. Im Sinne von Friedrich Wilhelm Raiffeisen („Das Geld des Dorfes dem Dorfe“) appelliert Heck, der Autor des Klimaschutzkonzeptes des Kreises ist, an die Kommune, nicht einen Stromkonzern den Rahm des Ertrags abschöpfen zu lassen. „Die Wertschöpfung ist zehnmal höher, als wenn es ein Externer macht.“

    Für die Bürgerinitiative „Rettet den Stadtwald“ spricht Norbert Kösters zu den Zuhörern. Er gehöre einer Gruppe von Bürgern an, die Natur, Wald und das Wandern lieben. Doch da sich die Räder am frequentierten Frammerichweg drehen sollen, sei die Erholung dahin. Fraglich sei, ob die hoch verschuldete Stadt das finanzielle Risiko des Großprojekts von 40 Millionen Euro überhaupt tragen könne. Für diese Frage sei es noch zu früh, antwortet Mahlert. Als einen der nächsten Schritte will die Verwaltung prüfen, mit welchem Betreibermodell der Windpark denkbar ist.

    Von unserem Redakteur Mario Quadt

     

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