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    Idar-ObersteinZukunft des Stausees weiter offen

    Wird die Nahe hinter dem Stauwerk Kammerwoog in diesem Frühjahr wieder angestaut oder bleibt der Durchfluss in der Staumauer - wie bereits im Jahr 2010 wegen der Arbeiten an der Wasserleitung - offen? Diese Frage kann auch nach der Bauausschusssitzung am Donnerstag nicht beantwortet werden. Alle Fraktionen waren sich mit Oberbürgermeister Bruno Zimmer einig, dass noch zu viel Klärungsbedarf bestehe, bevor man zu einer endgültigen Lösung komme.

    Egal, ob der Stausee bleibt oder nicht: Die Staumauer im Kammerwoog wird aus Schutzgründen bei Hochwasser und Eisgang stehen bleiben. Das ist auch gut für Tourismus und Naherholung, ersetzt sie an dieser Stelle doch eine ansonsten nötige Brücke für Rad- und Wanderweg.
    Egal, ob der Stausee bleibt oder nicht: Die Staumauer im Kammerwoog wird aus Schutzgründen bei Hochwasser und Eisgang stehen bleiben. Das ist auch gut für Tourismus und Naherholung, ersetzt sie an dieser Stelle doch eine ansonsten nötige Brücke für Rad- und Wanderweg.

    Idar-Oberstein - Wird die Nahe hinter dem Stauwerk Kammerwoog in diesem Frühjahr wieder angestaut oder bleibt der Durchfluss in der Staumauer - wie bereits im Jahr 2010 wegen der Arbeiten an der Wasserleitung - offen? Diese Frage kann auch nach der Bauausschusssitzung am Donnerstag nicht beantwortet werden. Alle Fraktionen waren sich mit Oberbürgermeister Bruno Zimmer einig, dass noch zu viel Klärungsbedarf bestehe, bevor man zu einer endgültigen Lösung komme.

    Die Diskussion offenbarte die große Bandbreite der Meinungen: Während sich die CDU für den Erhalt der innenstadtnahen Idylle aussprach (Karl-Heinz Totz: "Wir berauben uns ohne Not einer der größten zusammenhängenden Wasserflächen im Stadtgebiet"), plädierte Kerstin Rogoll (Grüne) für den naturnahen Rückbau der Nahe auch in diesem Bereich. Die Landespflegerin bei der Kreisverwaltung verwies unter anderem auf das "Nahe-Lachs-Programm", das anders als in anderen Nebenflüssen des Rheins derzeit noch an den vielen Querbauwerken scheitere. Das Jahr ohne Anstau habe bereits gezeigt, wie sehr die Natur von einem solchen schritt profitiere, argumentierte Rogoll.

    FDP befürchtet Schäden am Wehr

    Auch Bernhard Zwetsch sieht die positiven Aspekte einer Renaturierung. Der FDP-Chef bezweifelt aber, dass in dieser Sache alle Konsequenzen durchdacht sind: "Eine Renaturierung macht nur Sinn, wenn eine lineare Durchlässigkeit geschaffen wird. Dazu fehlt mir noch jede Aussage. Nur den Grundablass zu öffnen, ergibt keinen Sinn. Noch konnte uns keiner sagen, wie eine weitere Öffnung des Bauwerks zustande kommen soll, ohne dass die Statik leidet." Selbst wenn diese Durchlässigkeit zu erreichen wäre, sieht Zwetsch Gefahren für das Stauwerk: Aufgrund des großen Gefälles drohten so starke Strömungen, dass womöglich die Grundmauern unterspült werden könnten - mit einem nicht absehbaren Gefahrenpotenzial.

    Denn dass das Bauwerk auch nach einer Öffnung gebraucht wird, daran ließ Oberbürgermeister Zimmer keinen Zweifel: Das Wehr wurde vor Beginn der Bauarbeiten an der Naheüberbauwerk errichtet, vor allem um das Jahrhundertbauwerk vor Eisgang und damit die Obersteiner Innenstadt vor Überflutungen zu schützen. Seither wurde der Stausee über das Winterhalbjahr auch als Retentionsraum für Hochwasserfluten genutzt und im Oktober abgelassen - zum Missfallen der Naturschützer.

    Wolfgang Augenstein hatte zuvor für einen Abriss des Bauwerks plädiert, auch wenn die LUB die Funktion als "Brücke" für Radfahrer und Spaziergänger anerkenne.

    Hintergrund des neuerlichen Vorstoßes der Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Nord, des früheren Wasserwirtschaftsamtes, ist zwar auch eine EU-Richtlinie zur Renaturierung von Flussläufen. Noch gravierender ist aber wohl die Erinnerung der Aufsichtsbehörde an die Verpflichtung der Stadt, ein Retentionsraum-Volumen von gut 216 000 Kubikmetern herzustellen. Dieses "Obligo" (OB Zimmer) rührt noch von Gewässerverbauungen aus den 1970er- und 80er-Jahren her. Durch die angestrebte neue "Betriebsart" des Stauwerks könnte die geforderte Fläche kostengünstig und ohne Aufwand realisiert werden.

    Angler wollen Traumschleife

    Anders als noch vor einigen Jahren steht mittlerweile auch der Vorstand der Sportfischer, die die Nahe an dieser Stelle bewirtschaften, einer Renaturierung positiv gegenüber - auch wenn Vorsitzender Christoph Waldt nicht verhehlt, "dass es da im Verein auch andere Meinungen gibt". Er und seine Mitstreiter sehen eine große Chance, die Fischereistrecke wieder besser vermarkten zu können - vereinsintern wie bei Gastfischern: "Da kamen ja kaum noch welche." Der von vielen glorifizierte Stausee sei in heißen Sommern kaum mehr als eine veralgte Kloake gewesen. "Ein natürlicher Flusslauf bietet nicht nur uns Anglern, sondern allen Naturliebhabern ganz andere Möglichleiten", regt Waldt die Anlegung einer Traumschleife in dieser idyllischen Ecke an.

    Oberbürgermeister Bruno Zimmer will zur nächsten Sitzung des Ausschusses einen Vertreter der SGD Nord einladen, um die noch offenen Fragen zu klären. Spannende Frage wird dann sein: Kann es eine umfassende Untersuchung des Sachverhalts geben ohne einen Beschluss über die künftige Betriebsart, oder beharrt die Aufsichtsbehörde auf dieser Reihenfolge bei der Vorgehensweise. Sportfischer Waldt hofft auf eine schnelle Einigung bis März: "Dann beginnt die Forellen-Saison".  sc

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