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    BaumholderWohin mit 19 000 Hektar Schlamm?

    Zu einer unendlichen Geschichte wächst sich die Suche nach einer Verwertungsmöglichkeit für 19 000 Kubikmeter Weiherschlamm aus. Zu einer Geschichte, die zum Lehrstück für die Undurchdringlichkeit des Bürokratendschungels werden und die Stadt im schlimmsten Fall sehr viel Geld kosten könnte.

    Von unserer Redakteurin Gabi Vogt

    Eigentlich war eine Lösung schon "zum Greifen nahe", sagt der zuständige städtische Beigeordnete Christian Flohr. Nach Vorgaben der Behörden - das Gebiet muss im Einzugsbereich des Bruderbornbaches liegen - waren Flächen ausgesucht worden, auf denen der Schlamm aufgebracht werden sollte. Bis auf eine kleine Privatfläche handelte es sich um städtischen Grund und Boden, der aufgeforstet werden sollte. Schon sehr konkret waren die Gespräche mit dem zuständige Förster Georg Graf von Plettenberg, der, so Flohr, "wertvolle Unterstützung gegeben hat". Doch dann fingen die Mühlen der Bürokratie verstärkt an zu mahlen. Weil eines der in Frage kommenden Grundstücke an einen Landwirt verpachtet war, schaltete sich die Landwirtschaftskammer in die Diskussion ein und sprach sich dagegen aus. "Obwohl der betroffene Landwirt der Sache positiv gegenüberstand", so Flohr.

    Die Naturschutzbehörde war den Plänen gegenüber aufgeschlossen, forderte aber genaue Planungen, die Graf von Plettenberg auch beisteuerte. Schließlich verlangte die SGD Nord, dass das Dienstleistungszentrum ländlicher Raum gehört werden müsse, das forderte, der Düngemittelgehalt des Schammes müsse gutachterlich festgestellt werden. Und was Spaziergänger am Weiher angesichts des sprießenden Grüns schon vermutet haben mögen, bestätigte sich nach dem Bodengutachten: Der Phosphat- und Stickstoffgehalt kann es mit dem von Düngemitteln aufnehmen. Die Konzentration sei so hoch, dass nicht mehr die Rede davon ist, den Schlamm in etwa 20 bis 30 Zentimeter Dicke aufzutragen, sondern nur noch in einer Höhe von 1,8 Zentimetern. "Unmöglich", sagt Flohr. So viel Fläche findet sich in der näheren Umgebung nicht. Der Vorschlag, den Schlamm in etwa 20 Zentimeter Dicke aufzutragen, war übrigens von den zuständigen Behörden vorgeschlagen worden, erläutert der Beigeordnete. Deshalb habe man diesen Ansatz überhaupt erst verfolgt. Nach zahlreichen Gesprächen einigte man sich schließlich auf eine zulässige Höhe von fünf Zentimetern. Immer noch viel zu wenig, meint Flohr. Parallel dazu verhandelte die VG-Verwaltung mit der Wasserbehörde über Zuschüsse, obwohl im Vorfeld erklärt worden war, für die Unterhaltung gebe es keine. Jetzt stellte sich heraus, dass für das von der EU anerkannte Badegewässer vielleicht im Rahmen der "Aktion blau" - ein Aktionsprogramm des Mainzer Umweltministeriums zum Gewässerschutz - doch noch Fördergelder fließen könnten, weil die gesamte Maßnahme mehr ist als eine Unterhaltungsmaßnahme.

    Wenn der Zuschuss gewährt werden sollte - und das können im Idealfall sogar bis zu 90 Prozent der Investitionskosten sein - wäre die Stadt finanziell aus dem Schneider. Denn angesichts des Bürokratenwustes und des unüberschaubaren Endes ist man bei der Verwaltung kurz davor, das Ausbaggern, Abtransportieren und die Entsorgung der gesamten Schlammmasse auszuschreiben. Vor diesem Schritt war die Stadt bislang zurückgeschreckt, weil das die Kosten in die Höhe getrieben hätte. "Doch die Zeit läuft uns davon", sagt Flohr, der immer noch davon ausgeht, dass der Weiher in der Badesaison 2013 wieder genutzt werden kann.

    In den nächsten Wochen werde sich klären, ob die Stadt mit einem Zuschuss rechnen kann, oder die Kosten alleine tragen muss.

    Doch das ist nicht das einzige Problem. Die Weiherterrassen sollen für 220 000 Euro erneuert werden, wofür es aus dem Leader-Programm einen Zuschuss gibt. Doch die Vorschriften zur Dammsicherheit stellen die Planer vor erneute Schwierigkeiten.

    Da ein 5000-jähriges Hochwasser durch den Damm abgefedert werden soll, müssen Voraussetzungen geschaffen werden, den Wasserspiegel des Weihers bei Starkregen abzusenken. Dann würden die Weiherterrassen aber in der Luft hängen, was optisch unschön aussähe. Auch dafür sucht man derzeit noch nach einer Lösung.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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