40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Nahe-Zeitung
  • » Weitere keltische Gräber entdeckt
  • Aus unserem Archiv

    Weitere keltische Gräber entdeckt

    Nonnweiler/Sitzerath - Vor mehr als 100 Jahren entdeckte ein Ackerer bei Sitzerath zufällig drei keltische Gräber aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Eine wertvolle, aus dem römischen Reich importierte Weinamphore deutete schon damals auf die hohe Stellung der hier Bestatteten. Nun, mehr als ein Jahrhundert später, suchte ein Forscherteam der Terrex gGmbH und der Wilhelms-Universität Münster auf dem Gelände nach weiteren Bestattungsplätzen - und wurde fündig.

    Hier lag der verbrannte Leichnam einer keltischen Adeligen. Schon im Grabschacht fanden die Archäologen ein Gefäß mit wertvollen bronzenen, gläsernen und eisernen Schmuckbeigaben.
    Hier lag der verbrannte Leichnam einer keltischen Adeligen. Schon im Grabschacht fanden die Archäologen ein Gefäß mit wertvollen bronzenen, gläsernen und eisernen Schmuckbeigaben.

    Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen zeigte einen überraschenden Erfolg. Nicht nur, dass das Gräberfeld mitsamt den Spuren der Erstentdeckung von 1906 ausfindig gemacht wurde. Es fanden sich darüber hinaus zwei überaus reich ausgestattete Gräber der späten Keltenzeit um das Jahr 50 v. Chr. "Wir trauten unseren Augen nicht, als wir die reiche Ausstattung der Gräber freilegten", verriet Dr. Thomas Fritsch, Projektleiter des Forschungsprojektes Hunnenring bei Otzenhausen. Der Erhaltungszustand der Gräber sei für die Region einzigartig. "Das erste der beiden Gräber war mit mehr als 40 Keramikgefäßen, bronzenem und eisernem Schmuck randvoll ausgefüllt."

    Vor allem eine mehr als 1,20 Meter hohe Weinamphore habe aus der Vielzahl der Funde herausgestochen. Antike Schriften belegen, dass eine solche Amphore mit über 20 Liter Fassungsvermögen den Tauschwert von ein bis zwei Sklaven besaß. Der bestattete, hochrangige Mann ließ sich an einer beigegebenen Kampfaxt identifizieren. "Nur haarscharf war ein alter Suchgraben am Rande des Grabes vorbeigelaufen. Hätte man das Grab vor 100 Jahren gefunden, wären uns die meisten Informationen wohl verloren gegangen", gibt Fritsch zu bedenken. Gerade dies sei es aber, wonach das Team aus Archäologen und Geophysikern sucht - nach möglichst vielen Informationen, die das Leben der keltischen Vorfahren im Umfeld des Hunnenrings bereichern. Diese eine stadtähnliche Burganlage war zu jener Zeit das bedeutendste Zentrum keltischen Widerstandes gegen die römischen Eroberer. Dies wird auch durch die jüngste Entdeckung eines cäsarischen Militärlagers bei Hermeskeil untermauert.

    Umso schöner sei deshalb die Entdeckung eines weiteren Grabes, so Fritsch. Hierin lag der verbrannte Leichnam einer keltischen Adeligen. Schon im Grabschacht fanden die Archäologen ein Gefäß mit wertvollen bronzenen, gläsernen und eisernen Schmuckbeigaben. Dies ließ auf mehr hoffen. Tatsächlich beinhaltete das Grab weitere, für die Wissenschaft bedeutende Funde: einzigartige verzierte und prächtige Gefäße, Gewandspangen und bunte Glasarmringe ebenso wie eine überaus seltene eiserne Pyxis (Dose) und nicht zuletzt eine mit Bronzeblech verzierte eiserne Radnabe. "Diese bezeugt die hohe Stellung der hier bestatteten Frau. Als ,Pars pro Toto'- Beigabe (Teil eines Ganzen) belegt die Radnabe de facto die Mitgabe eines Wagens, mit dem sich die Tote standesgemäß auch im Jenseits fortbewegen konnte", erklärt Professor Ralf Gleser, Leiter des Teams aus Münster.

    Die außergewöhnlichen Funde in der Region um Sitzerath und Bierfeld (Gemeinde Nonnweiler) machen die Bedeutung der Hochwaldregion deutlich. Sie hat vor allem zum Ende der keltischen Zeit eine überregionale Rolle gespielt. Das Forscherteam bemüht sich um eine Finanzierung weiterer Untersuchungen für das Jahr 2014.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Stefan Conradt (sc)
    Redaktionsleiter
    Tel. 06781/605-43
    E-Mail
    Vera Müller (vm)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-52
    E-Mail
    Bettina Schäfer (bet)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-56
    E-Mail
    Andreas Nitsch (ni)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-45
    E-Mail
    Axel Munsteiner (ax)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-44
    E-Mail
    Peter Bleyer (pbl)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-58
    E-Mail
    Jörg Staiber (jst)
    Reporter
    Tel. 06781/605-63
    E-Mail
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Regionalwetter
    Mittwoch

    15°C - 28°C
    Donnerstag

    12°C - 27°C
    Freitag

    15°C - 28°C
    Samstag

    16°C - 31°C
    epaper-startseite
    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Anzeige
    Jahresrückblick 2016 der NZ