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    HorbruchVon Mühle zu Mühle: Neue Traumschleife am Idarbach

    Nicht nur über die Verlängerung des Saar-Hunsrück-Steigs von Idar-Oberstein nach Boppard sind die Verbandsgemeinden Rhaunen und Kirchberg nunmehr touristisch miteinander verbunden. Auch mit der neuen Traumschleife "Via molarum", die am kommenden Sonntag, 3. Mai, offiziell eröffnet wird, schnüren die beiden VGs zusammen die Wanderstiefel.

    Eine der schönsten Aussichtspunkte der neuen Traumschleife "Via Molarum" ist auf einer felsigen Anhöhe oberhalb von Krummenau.  Foto: Hermann Mosel
    Eine der schönsten Aussichtspunkte der neuen Traumschleife "Via Molarum" ist auf einer felsigen Anhöhe oberhalb von Krummenau.
    Foto: Hermann Mosel

    Von unserem Mitarbeiter Hermann Mosel

    Die Gemeinschaftstraumschleife führt rund um die Orte Horbruch, Hirschfeld, Wahlenau und Krummenau, immer in der Nähe des Idarbaches, an dem sich ehedem zwischen Hochscheid und Rhaunen mehr als ein Dutzend Mühlräder drehten. Der lateinische Name "Via molarum" - Mühlenweg - weist schon darauf hin, dass es da eine Verbindung zur Römerzeit gibt. Mitten durch das Gebiet der Traumschleife zieht sich schnurstracks die alte Römerstraße von Bingen nach Trier. Die Römer sind es auch gewesen, die die moderne Wassermühle im vierten Jahrhundert nach Christi in unsere Region gebracht haben. Auch daran erinnert der neue Wanderweg, der am Sonntag, 3. Mai, in Horbruch eröffnet wird. Start ist um 10 Uhr am Gemeindehaus, wo an diesem Tag der 25. Frühlings- und Bauernmarkt über die Bühne geht.

    Blick in die Mühlenhistorie

    Im Jahr 368 werden vom römischen Schriftsteller Ausonius die ersten Wassermühlen auf deutschem Boden in den Tälern von Ruwer und Kyll benannt. Als gegen Ende des vierten nachchristlichen Jahrhunderts die Römer unter dem Druck vordringender germanischer Stämme weichen mussten, bewahrten Mönche in den Klöstern das Wissen um die Mühlentechnik. Die benediktinischen Regeln sahen vor, dass ein Kloster stets eine Mühle betreiben sollte. Aus den Klöstern heraus fanden die Mühlen im Mittelalter wieder zunehmend Verbreitung. Findige Tüftler erdachten immer neue Nutzungsmöglichkeiten. Im 11. Jahrhundert wurde die Daumenwelle erfunden, jetzt war es sogar möglich, mit der Kraft des Mühlrads Poch- und Hammerwerke zu betreiben, eine entscheidende Voraussetzung, um im größeren Umfang Metall zu verhütten. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts nutzte man nicht mehr nur die Flussläufe und großen Bäche, um mit unterschlächtigen Wasserrädern Mühlen zu betreiben. Mit der Verbreitung der oberschlächtigen Räder konnte man in Folge selbst die Bäche des Hunsrücks als Antriebskräfte erschließen. Zudem gelang es mit dieser neuen "Technologie", die sich sowohl Aufprallgeschwindigkeit, wie auch Schwerkraft des Wassers zu Eigen macht, den Wirkungsgrad auf 60 Prozent hoch zu pushen und damit nahezu zu verdoppeln. Mit Turbinen ließ sich der Wirkungsgrad gar auf rund 90 Prozent erhöhen. Selbst die zahlreichen Schleifmühlen, die es ehedem rund um Idar-Oberstein, aber auch am Hahnenbach und am Idarbach zwischen Laufersweiler und Weitersbach gegeben hat, lassen sich letztendlich auf jene gelungene Kombination aus Wasserschöpfmühlen in Mesopotamien und mediterranen Drehmühlen zurückführen, die einst am Anfang der bahnbrechenden Entwicklung standen, Muskelkraft durch natürliche Energie zu ersetzen.

    Bannmühle und Mühlenbann

    Nachdem die Franzosen der Region die Gewerbefreiheit gebracht hatten, boomten die Mühlen im Idarbachtal. Nun war es jedem möglich, Achatschleifen zu betreiben. Selbst am kleinen Conzenbach, der aus Richtung Gösenroth kommend zum Idarbach hinab fließt, soll eine Bachschleife gestanden haben. Wobei der östliche Idarbach nicht mit jenem Idarbach verwechselt werden darf, der westlich des Idarwaldes, von Allenbach kommend, nach Idar-Oberstein fließt, wo damals Schleife an Schleife stand.

    Viele der ehedem stolzen Mühlen im Idarbachtal sind verfallen, nachdem elektrischer Strom die Müller vom Standort Bach unabhängig machten und die junge Bundesrepublik Deutschland mit dem Mühlenstilllegungsgesetz von 1957 Prämien für die Stilllegung der früheren Kraftmaschinen zahlte. Wer den Geldsegen aus Bonn in Anspruch nehmen wollte, musste sich verpflichten, seine Mühle 30 Jahre lang stillzulegen, erst dann floss die staatliche Prämie. Für die deutsche Mühlenlandschaft war das Gesetz verheerend. Gab es 1875 noch etwa 70 000 Mühlen in Deutschland, waren es 1966 keine 7000 mehr.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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