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    Sterbekasse Idar: 6688 Menschen versichert

    Idar-Oberstein. Am 19. März 1892 wurde die Allgemeine Idarer Sterbekasse auf genossenschaftlicher Basis von Bürgern aus Idar ins Leben gerufen. Was waren die Hintergründe? Betrachtet man die Situation der damals schon das Wirtschaftsleben prägenden Edelsteinindustrie, so waren die Jahre Ende des 19. Jahrhunderts von einem konjunkturellen Tief beherrscht.

    Zum Vorstand der Idarer Sterbekasse im Jahr 1991 gehörten Winfried Petry, Manfred Bußmer, Werner Kappler, Kurt Jung, Karl-August Voigt und Albert Stützel (stehend) sowie sitzend Helmut Bußmer, Ernst Rech, Karl Becker und Erwin Herrmann.  Foto: Sterbekasse
    Zum Vorstand der Idarer Sterbekasse im Jahr 1991 gehörten Winfried Petry, Manfred Bußmer, Werner Kappler, Kurt Jung, Karl-August Voigt und Albert Stützel (stehend) sowie sitzend Helmut Bußmer, Ernst Rech, Karl Becker und Erwin Herrmann.
    Foto: Sterbekasse

    Große Arbeitslosigkeit unter den Schleifern bestimmte das Leben. Die Not in vielen Familien stieg, denn neben der mühsamen Bestreitung des Lebensunterhalts waren schon damals die Kosten bei einem Sterbefall eine nicht zu unterschätzende finanzielle Belastung, da sie komplett aus eigener Tasche zu begleichen waren. Weder der bereits existierende Schleiferverein noch die Gewerbekasse übernahmen die Kosten. Auch der Staat half nur bei vollkommen verarmten Familien.

    Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, eine Selbsthilfeorganisation zu gründen, die das Sterberisiko finanziell abdeckte. Mit gerade einmal 52 Mitgliedern startete die neue Versicherungskasse auf der Grundlage eines Umlageverfahrens ihre Tätigkeit. Bei 60 Pfennig Beitrag pro Sterbefall wurden 50 Pfennig pro Mitglied als Sterbegeld ausgezahlt. Durch die schnell steigenden Mitgliederzahlen konnte bereits beim ersten Sterbefall noch im Jahr 1892 ein Betrag von 113,50 Mark an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Nach dem zehnjährigen Bestehen wurde das Sterbegeld auf 250 Mark erhöht und es war schon ein Reservestock von 4000 Mark angespart. Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegsjahre mit hoher Inflation trafen die Sterbekasse schwer. Trotz einer auf 2000 gestiegenen Mitgliederzahl musste 1923 das Sterbegeld von mittlerweile 350 Mark auf 300 Mark reduziert werden.

    In den Folgejahren stiegen die Mitgliederzahlen durch gezielte Werbemaßnahmen und durch die Eingliederung der Tiefensteiner Sterbekasse im Jahr 1930 weiter an, der Beitrag konnte auf 20 Pfennig gesenkt und das Sterbegeld auf 650 Reichsmark erhöht werden. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zählte die Sterbekasse bereits 4800 Mitglieder. Während der Kriegsjahre waren 350 Sterbefälle zu verzeichnen. In den Jahren danach wurde die Kinderkasse gegründet, das Umlageverfahren in ein Beitragsverfahren umgestellt und die Kasse aufgrund veränderter Gesetzeslage in einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit umgewandelt. Gleichzeitig wurde die Sterbekasse der staatlichen Aufsicht unterstellt und seither auch versicherungsmathematisch begleitet. Viel hat sich seit dieser Zeit geändert. Zunächst wurde die Zweitversicherung eingeführt, dann die Drittversicherung. Heute können bis zu fünf Versicherungen mit einem nach Eintrittsalter gestaffelten Beitrag abgeschlossen werden.

    Bis zum Jahr 2014 stieg die Höhe des Sterbegeldes kontinuierlich bis auf 1150 Euro inklusive Gewinnzuschlag. Mit aktuell 6688 Versicherungen im Bestand verwaltet die Sterbekasse heute ein Vermögen von rund 3,2 Millionen Euro. Bedingt durch die Nullzinspolitik, wurde es für die Sterbekasse immer schwieriger, einen auch den Sicherheitsbedürfnissen angepassten auskömmlichen Zinsertrag zu erwirtschaften.

    In der Folge musste 2017 bis auf Weiteres das Sterbegeld auf 750 Euro angepasst werden. In der gesamten Geschichte der Idarer Sterbekasse haben sich ungezählte ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte und Kassierer für das Wohl der Gemeinschaft eingesetzt, das Erbe der Gründungsväter bewahrt und die Kasse mitgestaltet, so wie sie heute ist. Die Kasse als gesunde Versicherungsinstitution hat unverändert ihren Platz in der Mitte von Idar.

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