40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Nahe-Zeitung
  • » Mit Abschneiden des Fingers gedroht: Haftstrafe für zwei Angeklagte aus der Region
  • Aus unserem Archiv

    Birkenfeld/Bad KreuznachMit Abschneiden des Fingers gedroht: Haftstrafe für zwei Angeklagte aus der Region

    Vor der Auffangkammer des Landgerichtes ging gestern das Verfahren gegen zwei 30 und 33 Jahre alte Männer aus dem Raum Birkenfeld nach genau einem halben Jahr zu Ende, die sich wegen einer versuchten, besonders schweren räuberischen Erpressung, beziehungsweise wegen Beihilfe verantworten mussten.

    In einem Verfahren vor dem Cochemer Amtsgericht wird einem Modelagenten von der Mosel unter anderem sexueller Missbrauch Schutzbefohlener vorgeworfen. Bald soll es zu einem Urteil kommen.
    In einem Verfahren vor dem Cochemer Amtsgericht wird einem Modelagenten von der Mosel unter anderem sexueller Missbrauch Schutzbefohlener vorgeworfen. Bald soll es zu einem Urteil kommen.
    Foto: dpa

    Von unserer Mitarbeiterin Christine Jäckel

    Nach einer aufwendigen Beweisaufnahme an 13 Verhandlungstagen einschließlich eines Lokaltermins in Birkenfeld war das Gericht davon überzeugt, dass die beiden Angeklagten am 2. März 2012 einen Mann in seiner Wohnung in Hoppstädten-Weiersbach aufgesucht und bedroht hatten. Anlass war ein Streit zwischen dem 33-jährigen Angeklagten und dem Stiefvater des Opfers, der junge Mann sollte zunächst eine Begegnung zwischen dem 33-Jährigen und seinem Stiefvater einfädeln.

    Geld und Fahrzeugbrief gefordert

    Die Kammer unter dem Vorsitz von Richterin Tanja Voltz schenkte den Angaben des Zeugen Glauben, wonach der Besuch dann eine ungute Wendung nahm, die Männer forderten plötzlich 1000 Euro von ihm und den Fahrzeugbrief seines Wagens. Beides hatte das Opfer aber nicht in seiner Wohnung greifbar, und seine Besucher übten weiter Druck auf ihn aus.

    Der jüngere Mann zog ein Messer, das er auf den Tisch legte, woraufhin der ältere Mann dem Zeugen mit der Waffe über den Oberschenkel strich und ihm mit Abschneiden eines Fingers drohte. Schließlich verlangten die beiden Angeklagten 500 Euro sofort und 500 Euro später und nannten dem Opfer die Esso-Tankstelle in Birkenfeld als Übergabeort. Als sie die Wohnung verließen, nahmen sie den Kfz-Zweitschlüssel des Opfers mit.

    Der junge Mann war nach dem Überfall äußerst verängstigt, rief seine Eltern an und war auch außerstande, seine Nachtschicht anzutreten. Die Mutter des Überfallenen verständigte die Polizei, die im späteren Verlauf des Abends zunächst den 33-Jährigen und wenig später den 30-Jährigen im Stadtgebiet von Birkenfeld festnahm. Die beiden Männer hatten noch die Arbeitsstelle des Opfers aufgesucht, um ihn dort abzupassen, und suchten ihn später in der Gaststätte Treibhaus und in der Nähe der Esso-Tankstelle.

    Die beiden Angeklagten haben bis zuletzt die Bedrohung und versuchte Erpressung bestritten, ihre Verteidiger hatten demgemäß einen Freispruch beantragt. Staatsanwalt Klaus Thönnessen hatte dagegen für den 33-Jährigen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren beantragt und für den 30-Jährigen als seinen Gehilfen eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten sowie die Unterbringung des seit vielen Jahren Suchtkranken in einer Entziehungsanstalt. Richterin Tanja Voltz ging in der Urteilsbegründung insbesondere auf den Punkt ein, ob die beiden Angeklagten zu einem bestimmten Zeitpunkt das Vorhaben der Erpressung aus eigenen Stücken abgebrochen hatten.

    Freiheitsstrafen für beide

    Dies war nach Ansicht des Bundesgerichtshofes in dem Verfahren in der ersten Instanz nicht ausreichend geprüft worden, weshalb die Revision der Angeklagten zugelassen, das Urteil aufgehoben und das Verfahren vor der Auffangkammer noch einmal aufgerollt wurde. Nach Auffassung der Richter in der Auffangkammer lag kein strafbefreiender Rücktritt vor. Vielmehr hätten die Angeklagten bis zuletzt geglaubt, dass sie das Geld noch von ihrem Opfer bekommen würden, was durch ihr Erscheinen vor der Firma und an der Tankstelle für die Kammer belegt ist.

    Im Unterschied zum Urteil in der ersten Instanz hat die Auffangkammer die Strafen für beide Angeklagten zwar um einige Monate gemildert, nach drei Jahren Verhandlungsdauer konnten diese aber ihr Ziel eines Freispruchs nicht erreichen. Die Auffangkammer verurteilte den 33-jährigen Angeklagten wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Der 30-jährige Mitangeklagte wurde wegen Beihilfe zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt, wobei eine frühere Verurteilung zu neun Monaten Haft mit einbezogen wurde. Das Gericht ordnete zudem die Unterbringung des 30-Jährigen in einer Entziehungsanstalt an.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Stefan Conradt (sc)
    Redaktionsleiter
    Tel. 06781/605-43
    E-Mail


    Vera Müller (vm)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-52
    E-Mail


    Bettina Schäfer (bet)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-56
    E-Mail


    Andreas Nitsch (ni)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-45
    E-Mail


    Axel Munsteiner (ax)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-44
    E-Mail


    Peter Bleyer (pbl)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-58
    E-Mail


    Jörg Staiber (jst)
    Reporter
    Tel. 06781/605-63
    E-Mail


    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Regionalwetter
    Sonntag

    7°C - 21°C
    Montag

    10°C - 22°C
    Dienstag

    11°C - 26°C
    Mittwoch

    14°C - 30°C
    epaper-startseite
    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Anzeige
    Jahresrückblick 2016 der NZ