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    Idar-ObersteinIdar-Obersteiner Notruf möchte Frauen auch finanziell unterstützen können

    Die Mitarbeiterinnen des Idar-Obersteiner Notrufs für Frauen und Mädchen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, suchen nach neuen Wegen. Ein Fonds oder eine Art „Spezial-Konto“ soll es möglich machen, Klientinnen finanziell zu unterstützen.

    Idar-Oberstein - Die Mitarbeiterinnen des Idar-Obersteiner Notrufs für Frauen und Mädchen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, suchen nach neuen Wegen. Ein Fonds oder eine Art „Spezial-Konto“ soll es möglich machen, Klientinnen finanziell zu unterstützen.

    Susanne Findler erklärt die Hintergründe anhand eines Beispiels: „Ich betreue seit einiger Zeit eine junge Frau, die von einem Verwandten über einen langen Zeitraum sexuell missbraucht wurde. Sie ist suizidgefährdet, leidet extrem... Klinikplätze sind aber schwer zu bekommen.“ Die therapeutische Versorgung vor Ort sei ohnehin bekanntlich unzureichend, es fehlten Angebote zur ambulanten Traumabearbeitung und Stabilisierung bei sexualisierter Gewalterfahrung. Nicht für alle Frauen sei ein längerer Aufenthalt in einer traumaspezifischen Fachklinik möglich oder auch sinnvoll. Die Notruf-Mitarbeiterinnen verfügen über entsprechende Zusatzausbildungen, aber: „Das ist eigentlich nicht unser Aufgabengebiet. Das lässt sich nicht einfach so nebenbei regeln.“ Im Fall der jungen Frau half eine Heilpraktikerin aus Idar-Oberstein weiter: „Die junge Frau war sichtlich besser drauf. Sie war regelrecht gelöst und begeistert, was die Heilpraktikerin bewirkt hatte.“ Eineinhalb Jahre von der Anzeige bis zum Prozess hat die missbrauchte Frau nun „irgendwie“ durchzustehen... Eigentlich müsste die Frau weiter mit der Heilpraktikerin arbeiten: „Aber wer soll das bezahlen? Das deckt keine Krankenkasse ab, und die meisten Frauen, die zu uns kommen, können sich solche Behandlungen eben nicht leisten.“

    Beschränkte Möglichkeiten
    Auch der Trägerverein des Notrufs, „Frauen helfen Frauen“, kann hier nicht weiterhelfen; die finanziellen Möglichkeiten sind bekanntermaßen stark eingeschränkt. Der Notruf bietet zudem regelmäßig Gruppenabende an, die Stefanie Hein (Körper- und Gestalttherapeutin, Traumatherapeutin und Heilpraktikerin) aus Kirchberg leitet. Dabei geht es um die Thematik „Eigene Kraftquellen (wieder-) entdecken“: eine ressourcenorientierte Gruppe für Frauen mit belastenden/traumatischen Lebenserfahrungen“. Auch hier sind Teilnahmegebühren zu entrichten, wobei vielen Betroffenen dafür schlicht das Geld fehlt. Gleiches gilt für juristische Beratungen, für die die Opfer gelegentlich selbst tief in die Tasche greifen müssen. „Es geht uns ja nicht darum, den Frauen einen Fernseher oder so zu kaufen. das Geld soll ja sinnvoll eingesetzt werden.“
    Außerdem arbeiten die Notruf-Frauen, Susanne Findler und Barbara Zschernack, aktuell an einem Konzept für ein mögliches Modellprojekt „Traumatherapie für weibliche Gewaltopfer“ als erweitertes Angebot des Vereins „Frauen helfen Frauen“. Bei akut traumatisierten Frauen könnten durch Stabilisierung und Traumabearbeitung Sekundärschäden (Posttraumatische und andere Belastungsstörungen) vermieden werden.
    Dies sei besonders sinnvoll, wenn eine Anzeige geplant ist und Aussagen vor Polizei/Gericht gemacht werden müssen, da dies häufig zu einer Retraumatisierung der Frauen führt. Der Frauennotruf und der Trägerverein könnten somit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention leisten, sind sich die Fachfrauen sicher.

    Viele offene Fragen zu klären
    Die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs haben sich in traumaspezifischen Verfahren der neueren Psychologie/Hirnforschung weiterqualifiziert und möchten ihr Fachwissen/-können gerne den betroffenen Frauen zur Verfügung stellen. Dafür reichen die bisher vorhandenen Rahmenbedingungen allerdings nicht aus, da in der Beratungsarbeit lediglich Hilfe zur Selbsthilfe und Stabilisierung vermittelt wird und nicht psychotherapeutisch gearbeitet werden darf. Noch sind hier viele offene Fragen zu klären; aber das Konzept soll nicht einfach in der Schublade verschwinden, betonen Susanne Findler und Barbara Zscchernak.

    Spenden (mit Kennwort „Klientinnen-Unterstützung“: Frauennotruf Idar-Oberstein, Volksbank Hunsrück-Nahe eG, BLZ 560 614 72, Kontonummer 464 697 6

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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