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    Idar-ObersteinIdar-Oberstein: Flüchtlinge aus Syrien leben im alten Pfarrhaus

    Neun syrische Flüchtlinge leben seit knapp vier Wochen im leer stehenden Pfarrhaus der Pfarrei St. Barbara. Die vier Erwachsenen und fünf Heranwachsenden sind aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land geflohen und waren bei einem in Idar-Oberstein lebenden Verwandten untergekommen, berichtet Dechant Clemens Kiefer.

    Symbolbild
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    Foto: DPA

    Von unserem Redakteur Sascha Saueressig

    "Nach einer Messe kam der Bruder der Flüchtlinge auf mich zu und fragte, ob es eine Möglichkeit gebe, seine geflüchteten Verwandten unterzubringen." Dies kam zwar überraschend, aber Kiefer hatte schnell eine Lösung anzubieten. "Die neunköpfige Familie hatte beim Bruder überhaupt keinen Platz." Da das Pfarrhaus auf dem Rilchenberg leer stand, habe sich dies angeboten, erklärt der katholische Priester. "Wir haben in Idar-Oberstein bereits vor einigen Jahren einigen syrischen Christen helfen können", erklärt der Dechant weiter. So habe er schon am Tag nach der Messe mit der ausgebildeten Sozialarbeiterin Hildegard Koch, ein Mitglied seines Pfarrgemeinderates in St. Peter und Paul gewinnen können, die den syrischen Flüchtlingen durch den Dschungel deutschen Rechts aber auch ganz alltäglichen Fragen zur Seite steht.

    "Wir haben einige Sach- und Geldspender, die geholfen haben, Dinge des täglichen Bedarfs zu beschaffen", berichtet Kiefer. So habe beispielsweise der Lions Club 1500 Euro zur Verfügung gestellt. Auch ist die Familie bei der Tafel angemeldet und über die Caritas wurden Kleiderspenden besorgt.

    Kernproblem ist aber die fehlende Krankenversicherung. "Die Familie ist vom Bruder offiziell eingeladen worden, so dass sie ein Visum erhalten und nun für zwei Jahre Bleiberecht haben", schildert Hildegard Koch. Allerdings musste der Bruder sich verpflichten für alle anfallenden Kosten - und damit auch eine Krankenversicherung aufzukommen.

    Eine Rückkehr nach Syrien ist für die neunköpfige Familie ausgeschlossen, sie wollen hier bleiben. Und da sie keinen anerkannten Asylstatus haben, dürften die beiden Männer oder ihre Frauen auch eine Arbeit aufnehmen, um so auch einen Versicherungsschutz für ihre Familien zu erreichen. Doch hierzu mangelt es noch an den Deutschkenntnissen. "Wir haben einige pensionierte Lehrer, die den Erwachsenen zweimal in der Woche Deutschunterricht geben, aber ohne Grundkenntnisse ist kein Job zu vermitteln", sagt Kiefer. Für die Heranwachsenden sei es etwas einfacher, sie beherrschten zumindest etwas Englisch und lernten in der Berufsbildenden Schule in der Vollmersbachstraße Deutsch.

    "Wichtig wäre versicherungspflichtige Arbeitsstellen zu finden, wo zumindest ein Erwachsener mindestens 500 Euro verdient", erklärt Kiefer. Dann könne eine Familienversicherung greifen. Medizinische Notfälle könne man zwar dank der Unterstützung einiger Ärzte in der Kirchengemeinde begegnen, aber das grundsätzliche Problem sei so nicht zu lösen.

    Eine Alternative sei zwar auch die Beantragung des Asylstatus, aber nach einer ersten Rücksprache mit einem Anwalt, sei dies kein Gewinn, erläutert Hildegard Koch. "Wir müssen uns mit dem Anwalt noch einmal im Detail unterhalten, aber momentan klingt es so, dass man sich das amtlich ausbezahlte Geld anschließend beim Bruder zurückholen kann." Und das kann keine Alternative sein. Hier sei die Rechtslage in Rheinland-Pfalz ein grundsätzliches Problem, schildert sie.

    Für Pfarrer Clemens Kiefer hat es Vorrang, die Familie über den Winter zu bringen. "Wir sind für Spenden dankbar", erklärt er. Auch wenn es für die Kirchengemeinde nicht um Miete geht, müssten zumindest die laufenden Nebenkosten auf irgend einem Wege zusammenkommen. Denn das Budget der Kirchengemeinde könne nicht verwandt werden, die Flüchtlingsfamilie dauerhaft über das ehrenamtliche Engagement hinaus zu unterstützen.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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