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  • Verkehr Weg wird in Zukunft auch für Radfahrer gesperrt sein

    Hintertiefenbacher Gemeinderat will eine Schranke auf der Wassergall

    Idar-Oberstein/Hintertiefenbach. Es war wohl eine der bestbesuchten Gemeinderatssitzungen in der Geschichte Hintertiefenbachs – mit Sicherheit aber auch die kürzeste. Rund 70 Zuschauer waren ins Gemeindehaus gekommen, der ganz überwiegende Teil davon waren Regulshausener, von denen viele sogar mit einem eigens gecharterten Bus gekommen waren. Einziger Tagesordnungspunkt: die Errichtung einer Schranke auf der seit Dezember 2015 offiziell für den Durchgangsverkehr gesperrten Wassergall. Die soll künftig verhindern, dass der Weg unberechtigterweise weiterhin genutzt wird.

    Durch Split, Geröll und Felsbrocken wird die – verbotene – Durchfahrt zum Härtetest für Fahrzeug und Reifen.  Foto: Jörg Staiber
    Durch Split, Geröll und Felsbrocken wird die – verbotene – Durchfahrt zum Härtetest für Fahrzeug und Reifen.
    Foto: Jörg Staiber

    Von unserem Reporter Jörg Staiber

    Nach der formellen Eröffnung der Sitzung ging alles schnell: Ortsbürgermeister Alexander Ebels verlas die Beschlussvorlage, für die dann die neun Ratsmitglieder ohne Aussprache einstimmig votierten. Dann folgte noch eine kurze Bekanntmachung zur Aufschichtung von Maifeuern, und nach weniger als zehn Minuten war die Sitzung auch schon wieder vorbei.

    Mit dem Beschluss beantragt die Ortsgemeinde bei der für die Beschilderung und die Errichtung von Schranken zuständige Verbandsgemeinde Herrstein, am Ende des auf Hintertiefenbacher Gemarkung liegenden Abschnitts der Wassergall eine verschließbare Schranke zu errichten, für die den Durchfahrtsberechtigten von der Ortsgemeinde auf Anfrage und nach Prüfung der Berechtigung ein Schlüssel ausgehändigt werden soll. Zudem soll die VG eine entsprechende Beschilderung mit dem Verkehrsschild Sackgasse und dem Hinweis „Keine Wendemöglichkeit“ vornehmen.

    Auch wenn es sich formal um einen Antrag an die VG-Verwaltung handelt, so besteht doch an der Realisierung der Maßnahme kaum ein Zweifel. „Das ist eigentlich nur eine Formsache“, erklärt Stefan Schupp, Fachbereichsleiter für Flächennutzungs- und Bebauungsplanung bei der VG-Verwaltung, gegenüber unserer Zeitung. „Rechtlich entsteht ja durch die Errichtung einer Schranke keine neue Situation. Es wird lediglich ein Verbot durchgesetzt, das vorher bereits bestanden hat. Damit wird letztlich das Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz umgesetzt.“

    Während bislang die Durchfahrt für Radfahrer noch gestattet ist, wird das künftig nach Auskunft von Schupp nicht mehr der Fall sein. Es sei vorgesehen, die Schranke so zu errichten, dass nur noch Fußgänger passieren können.

    Im Zuge der Sperrung haben sich die Formen der Auseinandersetzung verschärft. So errichtete einer der beiden Anlieger, beide sind Betreiber von Pferdehöfen, immer neue Hindernisse wie Strohballen, Felsbrocken oder ausgestreuten Schotter, während von der Gegenseite die Aktivitäten von Beschimpfungen bis hin zum Versprühen von Buttersäure reichten. Nach Auskunft eines Anliegers sei bei ihm sogar nachts einmal ein Brandsatz auf den Hof geworfen worden, der aber keinen größeren Schaden angerichtet habe.

     

    KOMMENTAR: Rückkehr zu zivilisierten Umgangsformen ist nötig

    "Das war ja mal eine Sternstunde der Demokratie“, meinte ein Regulshausener Besucher der Ortsgemeinderatssitzung in Hintertiefenbach, nachdem die Ratsmitglieder den Beschluss zur Errichtung einer Schranke im Eilverfahren und ohne jede Diskussion abgenickt hatten.

    So verständlich die bittere Bemerkung einerseits sein mag, so ist in diesem Fall das Vorgehen des Rates nicht nur nachvollziehbar, sondern vermutlich sogar vernünftig gewesen. Inzwischen ist die Stimmung bei vielen Regulshausenern so aufgeheizt, dass eine Ratsdiskussion wohl kaum störungsfrei verlaufen und möglicherweise sogar in Handgreiflichkeiten ausgeartet wäre.

    Der Zeitpunkt, diesen Konflikt zu deeskalieren, wurde eindeutig verpasst. Wenn jetzt sogar bekannt wird, dass die Durchfahrt der Wassergall auch noch für Radfahrer gesperrt werden soll, hat man den Eindruck, dass da im Gegenteil immer noch einer draufgesetzt werden soll. Hier muss auf beiden Seiten das Augenmaß wieder Einkehr halten und zur zivilisierten Form des Gesprächs zurückgefunden werden.

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