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    Hoppstädten-WeiersbachGewässerpfad: Nahe wird für Mensch und Tier wieder ein Erlebnis

    Es klingt wie ein Befreiungsschrei: "Die obere Nahe ist wieder (er)lebenswert" - das ist auf dem ersten Schild des Gewässererlebnispfades Obere Nahe in Hoppstädten-Weiersbach zu lesen. Und tatsächlich: Auch wenn der Pfad erst Anfang Juni offiziell eröffnet wird, ist er mit seinen zahlreichen abwechslungsreichen Stationen schon jetzt ein Erlebnis.

    Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

    Rückblick: Vor nicht einmal fünf Jahrzehnten, in den Jahren 1968 und 1969, wurde die Nahe in diesem Abschnitt begradigt, und der Fluss war jahrzehntelang in einem künstlichen, schnurgerade verlaufenden Korsett eingezwängt. Seine Ufer waren mit massiven Bruchsteinen verbaut, einen natürlichen, artenreichen Uferbewuchs musste man suchen. In dem engen Kanalbett floss die Nahe mit hoher Geschwindigkeit, grub sich dabei tief ins Kanalbett ein und ließ den Grundwasserspiegel sinken. Staustufen und Wehre behinderten zudem die flussaufwärts gerichteten Wanderungen von Fischen und Kleinstlebewesen. Darüber hinaus verloren Pflanzen und Tiere naturnahe Lebensräume, der Mensch wertvolle Erholungsgebiete. Kurzum: Die Baumaßnahmen Ende der 1960er-Jahre waren aus heutiger Sicht eine einzige Katastrophe.

    Um die Folgen dieser Eingriffe zu beseitigen, wurde im Jahr 2007 ein außergewöhnliches und für die Natur gleichermaßen nachhaltiges Renaturierungsprojekt gestartet. Auf einer Strecke von 3,7 Kilometern - von der saarländischen Grenze bis zur Trinkwassertalsperre - fanden bei Hoppstädten-Weiersbach bis 2012 umfangreiche Baumaßnahmen statt.

    Ziel der Gewässerrenaturierung war es, natürliche Lebensräume wiederzubeleben und zusätzliche zu schaffen - um so die heimische Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu fördern sowie die Landschaft wieder attraktiv zu gestalten. Zudem sollte - und das war ein weiteres Projekt - durch die Ausdehnung der Auenlandschaft der Hochwasserschutz verbessert werden. Insgesamt wurden 1,25 Millionen Euro investiert, wovon die Europäische Union und das Land Rheinland-Pfalz 90 Prozent und der Landkreis Birkenfeld 10 Prozent übernommen haben. Die ersten sichtbaren Erfolge der Renaturierung der Nahe stellten sich bereits binnen kurzer Zeit ein: Viele Fischarten und Kleinstlebewesen besiedeln nun wieder die Nahe. Amphibien, Reptilien und Vögel finden dort Nahrung und Schutz. Und auch die Menschen zieht es nun wieder zu dieser erlebnisreichen Flusslandschaft.

    Als Abschluss der Gesamtmaßnahme wurde auf einer Länge von etwa einem Kilometer - vom ehemaligen Kosterwehr bis zum Steinaubach - der Gewässererlebnispfad Obere Nahe geschaffen. Hier können sich Besucher, Wanderer, aber natürlich auch Einheimische an insgesamt 16 interaktiven Stationen mit zahlreichen Infotafeln über die komplette Renaturierung, die umgebende Flusslandschaft sowie die heimischen Tier- und Pflanzenarten informieren. Mächtige Gesteinsbrocken ermöglichen das Überqueren der Nahe - auch wenn ältere Leute hierbei Schwierigkeiten haben dürften. Offiziell seiner Bestimmung übergeben wird der tatsächlich interessante und aufschlussreiche Gewässererlebnispfad am Dienstag, 9. Juni.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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