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    Idar-ObersteinErzieherinnen deckten Gewalt gegen Jungen auf

    "Die Mama hat mich gehauen. Dann kam Blut." Mit zwei kurzen, aber eindeutigen Sätzen informierte der damals vierjährige Max (Name von der Redaktion geändert) im August 2011 die Leiterin seines Kindergartens laut deren Zeugenaussage über die Misshandlung, die ihm zu Hause, im eigentlich geschützten Bereich der Familie, widerfahren war. Wegen des Vorwurfs der Körperverletzung musste sich nun die 35-jährige arbeitslose Mutter vor dem Amtsgericht Idar-Oberstein verantworten.

    Von unserem Reporter Michael Fenstermacher

    Obwohl sie beharrlich jeglichen Übergriff bestritt, sah Richter Jan Felix Dreyer am Ende der Verhandlung den Beweis erbracht, dass die Angeklagte ihrem Sohn einen Schlag ins Gesicht versetzt hatte, durch den er Verletzungen an Lippe und Nase erlitt. Er verurteilte die Mutter zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro.

    Fünfjähriger will nicht mehr zurück zu seiner "Bauch-Mama"

    Weit schwerer dürfte für die Frau allerdings der Verlust des Sorgerechts wiegen, den das Jugendamt gleich nach der Aufdeckung der Misshandlung verhängt hatte. Der inzwischen Fünfjährige ist seitdem in einer Pflegefamilie untergebracht, in der er sich gut aufgehoben fühlt. "Ich will nicht zurück zur Bauch-Mama", sagte er Staatsanwalt Thomas Gleichmann zufolge bei seiner Vernehmung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Dabei ging es auch um schwerwiegende Misshandlungen mit einem Kochlöffel, für die der Junge laut Richter und Staatsanwalt den Onkel seiner Mutter verantwortlich macht.

    Vermutlich daraus resultierende Hämatome waren den Erzieherinnen im Kindergarten mehrfach aufgefallen. Gegen den 53-jährigen Hartz-IV-Empfänger, der am Donnerstag als Zeuge aussagte, wird Gleichmann zufolge in einem separaten Verfahren ermittelt.

    Ihren Onkel und dessen Frau hatte die Angeklagte als Entlastungszeugen berufen, um ihre Behauptung zu stützen, die Verletzungen des Jungen seien durch einen Unfall beim Duschen entstanden. Was die blutenden Gesichtsverletzungen angeht, konnten die Zeugen diese Version jedoch nicht erhärten, sodass Richter Dreyer sie als reine Schutzbehauptung bewertete.

    Erzieherinnen stützen die

    Zeugenaussage des Jungen

    Die Leiterin des Kindergartens sowie zwei Erzieherinnen stützten dagegen die Glaubwürdigkeit der Aussage des Kindes. Max neige nicht zu einer blühenden Fantasie und habe schon lange vor dem fraglichen Tag mehrfach Verletzungen aufgewiesen, für die er keine schlüssige Erklärung gehabt habe. "Er ist ein lebhaftes Kind, motorisch aber sehr geschickt", hielt es die Einrichtungsleiterin für unwahrscheinlich, dass er sich die Blessuren durch Stürze und Anecken selbst zugezogen habe.

    Unabhängig voneinander berichteten die Zeuginnen auch, die Angeklagte habe beim Abholen aus dem Kindergarten kaum Zuneigung zu ihrem Sohn gezeigt: "Dabei hat er nach der Liebe seiner Mutter gelechzt." Ob die geschiedene Frau, die mit einer jüngeren Tochter zusammenlebt, jemals das Sorgerecht für ihren Sohn zurückerhalten kann, halten Richter und Staatsanwalt für ungewiss. "Ihr Sohn hat gesagt, dass er weiter Umgang mit ihnen möchte. Das ist eine Basis, aus der etwas wachsen kann. Aber es setzt auch voraus, dass sie sich ihren Problemen bei der Erziehung stellen", erklärte Richter Jan Felix Dreyer der Angeklagten bei der Urteilsverkündung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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