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    Neuhütten/Kreis BirkenfeldEine Kirche nur für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

    Mit dem gemeinsamen Projekt "Kirche im Nationalpark" wollen die katholische Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil und das Dekanat Birkenfeld wieder mehr Leben in die St.-Josef-Kapelle im Neuhüttener Ortsteil Muhl bringen. Das Konzept für dieses ökumenisch ausgerichtete Vorhaben steht inzwischen. Nun richten sich alle Blicke auf den 5. Juli. Dann trifft die Leitungskonferenz des Bistums Trier die Entscheidung, ob sie die Initiative finanziert. "Wir sind guter Dinge und rechnen mit einer Zusage", sagt Claus Wettmann, der beim Dekanat Birkenfeld die Projektleitung innehat. Bischof Stephan Ackermann habe im Vorfeld die Idee einer "Kirche im Nationalpark" jedenfalls sehr positiv gesehen und deren Umsetzung befürwortet.

    Die St. Josef-Kapelle in Neuhütten-Muhl hat ein Alleinstellungsmerkmal: Sie ist das einzige Gotteshaus, das sich inmitten des Nationalparks befindet. In Zukunft soll sie nicht nur für Kirchgänger als Anlaufstelle dienen, sondern auch für Ausstellungen und Konzerte genutzt werden. Foto: Axel Munsteiner
    Die St. Josef-Kapelle in Neuhütten-Muhl hat ein Alleinstellungsmerkmal: Sie ist das einzige Gotteshaus, das sich inmitten des Nationalparks befindet. In Zukunft soll sie nicht nur für Kirchgänger als Anlaufstelle dienen, sondern auch für Ausstellungen und Konzerte genutzt werden.
    Foto: Axel Munsteiner

    In einer von rund 40 Personen besuchten Mitgliederversammlung des "Förderverein Dorf und Kirche im Nationalpark" hat der Hermeskeiler Pfarrer Clemens Grünebach in Neuhütten-Muhl kürzlich die Grundzüge des Vorhabens vorgestellt. Als Hauptziel nannte der Geistliche, dass die Kirche die Menschen in dem Lebensbereich Freizeit erreiche, der zusehends an Bedeutung gewinne, und ihnen Angebote zur "Ich-Findung in der Natur" mache. Nach seinen Worten soll das einzige Gotteshaus im Nationalpark Hunsrück-Hochwald zum "Identifikationspunkt" werden. Grünebach betonte allerdings ausdrücklich, dass sich das Projekt nicht an den "klassischen Kirchgänger richtet und wir in Muhl künftig nicht wieder jede Woche eine Messe haben werden". Die St. Josef-Kapelle soll vielmehr für vielfältige Zwecke, zum Beispiel für Konzerte oder Ausstellungen, genutzt werden. Dazu sei eine Renovierung notwendig, die insbesondere Innenanstrich, Heizung, Dach und Außenanlage umfasse. 100 Stühle sollen die betagten Kirchenbänke ersetzen.

    Das Projekt soll aber nicht auf Muhl und das dortige Gotteshaus beschränkt bleiben, sondern in die ganze Nationalparkregion und damit vor allem auch in den Kreis Birkenfeld ausstrahlen. So könnte ein "Schöpfungspfad" von Muhl in die Nachbarorte Brücken und Aben-theuer führen. Spirituelle und schöpfungstheologische Wanderungen in Anlehnung an die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 wären dabei ein wichtiger Baustein. Für unverzichtbar hält der Hermeskeiler Pastor verbindliche Kooperationen, etwa mit der Ortsgemeinde Neuhütten, dem Nationalparkamt, der evangelischen Kirche und eben mit dem "Förderverein Dorf und Kirche im Nationalpark". Allein das Marketing beansprucht ein Drittel des für die Laufzeit bis 2021 veranschlagten Budgets von 93 000 Euro. Ehrenamtliches Engagement könnte zudem die Gemeinschaft des 90-Seelen-Dorfs stärken, meinte Grünebach, der auf rund 20 freiwillige Mitarbeiter hofft.

    Ideale Lage im Zentrum des Parks

    "Ein ganz klares Ja vom Nationalparkamt" bekundet dessen Leiter Harald Egidi. Das Projekt bietet nach seiner Aussage die Möglichkeit, das Thema Schöpfung inmitten der Natur zu behandeln, Er hebt zudem die ideale Lage von Muhl im Zentrum des Schutzgebiets und obendrein an der Nahtstelle der Landkreise Trier-Saarburg und Birkenfeld hervor. "Muhl ist somit auch ein verbindender Ort, und es liegt auf der Hand, die einzige im Nationalparkgebiet liegende Kirche als eine solche Begegnungsstätte zu nutzen. Um die Schüler besser zu erreichen, schwebt Egidi auch vor, Religionsunterricht und Nationalpark mit-einander zu verknüpfen.

    Nun gelte es, die drei Säulen Dorf, Kirche und Nationalpark "weiter zu synchronisieren", sagte der Neuhüttener Ortschef Peter Kretz in der Mitgliederversammlung. Im NZ-Gespräch räumt er ein, dass sich die Gemeinde in der jüngeren Vergangenheit sehr wohl Sorgen um den langfristigen Erhalt der St. Josef-Kapelle gemacht habe. "Denn das Bistum prüft derzeit ja, welche Kirchen überhaupt noch zukunftsfähig sind. Muhl hätte vermutlich in dieser Hinsicht schlechte Karten gehabt. Durch das Projekt ergibt sich für unsere Kirche aber eine völlig neue Perspektive", erläutert Kretz.

    Auch er ist sehr optimistisch, dass das Bistum Trier am 5. Juli grünes Licht gibt und damit die Anlauffinanzierung für die "Kirche im Nationalpark" gesichert ist. Dann könnte das Projekt im September oder Oktober starten, sagen sowohl Grünebach als auch Wettmann. Über die gut angenommenen Rangertouren, die jeden Donnerstag um 14 Uhr am Muhler Bürgerhaus beginnen, berichtete der Vorsitzende Bernd Schmitt. Zu seinen vorrangigen Aufgaben zählen der Förderverein, der Erhalt der Kapelle und die Mitgestaltung von Veranstaltungen des Nationalparks. ks/ax

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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