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    BaumholderBaumholder: Katholische Gemeinde wehrt sich gegen Umzug der Kita

    Wenn es nach den Verantwortlichen des katholischen Kindergartens in der Breslauer Straße geht, wird die Situation immer drängender: Dem Kindergarten könnte nur eine Generalsanierung helfen, eine Einschätzung, die das Architekturbüro Werle in St. Wendel mit ihnen teilt. Seit Ende 2014 gibt es Probleme mit der Heizung, Wasser drang aus undichten Leitungen ins Mauerwerk ein.

    Nach zwei Wasserschäden innerhalb kürzester Zeit müsste der katholische Kindergarten dringend generalsaniert werden.  Foto: Reiner Drumm
    Nach zwei Wasserschäden innerhalb kürzester Zeit müsste der katholische Kindergarten dringend generalsaniert werden.
    Foto: Reiner Drumm

    Von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Dahmer

    Vor einem halben Jahr wurde wieder festgestellt, dass die Heizung Wasser verliert. Fällt sie aus, müssten Kinder und Personal an einem anderen Ort untergebracht werden. Dringenden Handlungsbedarf gibt es nach den Worten von Ludwig Groß, Vorsitzender des Kirchengemeinderats, aber auch anderswo im Haus: vor allem in der Küche und in den Sanitäranlagen für die Kinder und fürs Personal.

    Zur Finanzierung von Planung und Sanierung würde das Bistum 35 Prozent beisteuern, 65 Prozent müssten Verbandsgemeinde und Stadt zahlen. Doch die halten sich eine weitere Option offen: Die Realschule plus läuft in den kommenden Jahren aus, der Kindergarten könnte in Räume in der jetzigen Schule umziehen. Vor wenigen Tagen hat deshalb der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) den Anteil der VG an den Planungskosten in Höhe von 14 000 Euro abgelehnt - man wolle sich erst Klarheit verschaffen, welche der beiden Lösungen die kostengünstigere sei. Die Rendantur, die Finanzverwaltung der Kirche, hatte allerdings bereits vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass bei anderen Infrastrukturnutzungen für den Kindergarten der 35-Prozent-Zuschuss nicht mehr sichergestellt sei.

    Schon als Groß Stadt und VG den Ansatz für die Planungskosten zuschickte, hätten beide Kommunen abgelehnt, erklärte er. Später bat er VG und Stadt, ebenfalls schriftlich, ihre Entscheidung zu überdenken. "Es kam null Reaktion." Ganz anders in dieser Woche: Als Kirchengemeinde, Rendantur und Kitaträger zu einer Gesprächsrunde mit Eltern gebeten hatten, waren auch VG-Bürgermeister Peter Lang und Stadtbürgermeister Günter Jung dabei.

    Ausschuss verhindert Zuschuss

    Lang widersprach Groß, nach dessen Ansicht VG und Stadt kein Interesse an einer Sanierung hätten. Es habe auch ein Gespräch mit Groß stattgefunden. Dort habe er gesagt, sein Ansatz sei, den Anteil an den Planungskosten zu tragen. Lang erklärt: "Das war unsere Idee. Aber der HFA hat uns dazwischengehauen." Man habe entschieden, die Situation der Kindergärten in der VG komplett zu ermitteln und erst dann zu entscheiden, wie man vorgehe. Am 15. März wird der HFA zu einen Ortstermin in den katholischen Kindergarten kommen."Die Räte haben entschieden, die Planungskosten nicht mitzutragen, das ist so", stellte Lang klar und fügte hinzu, dass deren Beschluss akzeptiert werden müsse. Und er führte weiterhin an: "Aber wir müssen auch den Kreis mit ins Boot holen. Er ist verantwortlich." Auch Jung forderte die Beteiligung des Kreises. Das aber sei schon im Vorfeld bekannt gewesen, warf Bernd Mai ein, einer aus der Elternschaft in der Gesprächsrunde - warum also sei kein Kreisvertreter zu diesem Treffen eingeladen worden? Groß hatte dagegen schon in seinen einführenden Worten erklärt, dass von Kreis und Land keine Mittel zu erwarten seien: Eine Aussage, die sich auch im Protokoll des Ortstermins vor einem Jahr findet. An diesem Tag Ende Februar vergangenen Jahres war Jürgen Wenig vom Jugendamt der Kreisverwaltung dabei.

    Keine kurzfristige Lösung in Sicht

    Die Kirchengemeinde ist in einer Zwickmühle: Sie kann jetzt kein Geld in die Hand nehmen für die dringendsten Arbeiten, wenn, so Groß, der Kindergarten in zwei, drei Jahren vielleicht nicht mehr genutzt wird. Schon beim Wasserschaden Ende 2014 habe die Versicherung signalisiert, dass sie bei einem weiteren größeren Schaden nicht mehr für die Entschädigung aufkommen würde. Und eine Teilsanierung sei sinnlos hinausgeworfenes Geld, informierte Groß, das habe das Architekturbüro Werle bereits festgestellt.

    Wenn bei einem Schaden die Kinder in ein anderes Gebäude umziehen müssten, wäre Alfons Gemmel zuständig. Er ist Leiter der Gesamteinrichtung Birkenfeld und damit für sieben katholische Kindergärten verantwortlich, auch für den in Baumholder. Von heute auf morgen sei ein solcher Umzug nicht zu bewerkstelligen: Viele Fragen wie zum Beispiel zur Haftung müssten geklärt werden. Er hat aber auch Verständnis für Langs Position: "Wir sind keine Gegner, sondern haben nur unterschiedliche Interessenlagen."

    Für die pastorale Gemeindereferentin Anne Kiefer macht ein Umzug keinen Sinn. "Hier sind die Gegebenheiten, die ein Kindergarten braucht." Sie bezweifelt, dass sich ein Umzug in die Schule rechnet: Der Umbau kostet Geld. Würden Stadt und Verbandsgemeinde am jetzigen Standort in der Breslauer Straße investieren, "wäre das ein Ja für diese Stadt und dieses Wohnviertel". Lang weiß, wie schwierig eine Entscheidung ist: "Emotional hängt viel an diesem Standort. Wir müssen die emotionale und die rationale Seite unter einen Hut bringen."

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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