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  • Auf dem Weg zum Bioenergiedorf: Gimbweiler will Vorbild beim Klimaschutz sein

    Gimbweiler. Für die rund 400 Einwohner zählende Gemeinde Gimbweiler könnte es nach Aussage ihres Ortschefs Martin Samson ein "Meilenstein in unserer Geschichte" sein: Denn sie hat gute Aussichten, vom Bundesumweltministerium als Modellkommune anerkannt zu werden, die sich durch den geplanten Bau eines Nahwärmenetzes und eigene Stromerzeugung mithilfe von Fotovoltaik und Windkraft energetisch autark versorgen kann. Sollten die Gimbweilerer mit ihrem Förderantrag für das Projekt, bei dem sie eng mit dem Ifas-Institut am Umwelt-Campus Birkenfeld zusammenarbeiten, erfolgreich sein, dann würde der Bund dafür bei einer Gesamtinvestition von 4,5 Millionen Euro einen Zuschuss in Höhe von etwa 3,7 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

    Foto: Axel Munsteiner

    Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

    "Das wäre natürlich eine ganz tolle Sache, und Gimbweiler würde sich mit diesem Leuchtturmprojekt zu einem Vorzeigedorf entwickeln", freut sich auch Bernhard Alscher, Bürgermeister der VG Birkenfeld. Deren Klimaschutzmanager Viktor Klein steht den Verantwortlichen im kleinen Dorf an der Grenze zum Saarland ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite.

    Die Gimbweilerer waren einem Förderaufruf gefolgt, den das Forschungszentrum Jülich im Auftrag des Bundesumweltministeriums gestartet hatte. Gesucht wurden dabei Kommunen, die Vorschläge für Modellprojekte im Bereich des Klimaschutzes einreichen sollten. 277 Skizzen aus ganz Deutschland wurden nach Jülich geschickt. Doch trotz dieser auch quantitativ großen Konkurrenz sind die Gimbweilerer mit ihrem Vorschlag zum Zug gekommen und haben Ende September einen positiven Bescheid bekommen.

    Entscheidung noch in diesem Jahr

    "Das bedeutet noch nicht, dass wir den 80-Prozent-Zuschuss für unsere Pläne auch schon tatsächlich in der Tasche haben", stellt Samson klar. Ein bedeutsamer Etappenerfolg ist es aber gleichwohl. Sich auf ihm auszuruhen, ist jedoch unmöglich. Zurzeit sind die Verantwortlichen aus Gimbweiler und das Ifas-Institut mit Hochdruck damit beschäftigt, ihre Projektskizze zu verfeinern und nun einen umfassenden Förderantrag zu erstellen. Denn dieser muss bis 31. Oktober in Jülich vorliegen. Dort wird er dann bewertet, und Samson rechnet damit, dass über diesen Antrag dann bis Ende des Jahres entschieden wird und die Gimbweilerer Gewissheit haben, ob der Millionenzuschuss ins Dorf fließt.

    Klar ist bereits jetzt: Sollte es mit der erhofften Förderzusage klappen, "dann müssten wir unsere Vorhaben auch innerhalb dreier Jahre, also bis Ende 2019, verwirklichen", betont Samson mit Blick auf die vorgegebenen Regularien. Das Konzept, das Gimbweiler zu einer vorbildhaften Klimaschutzkommune machen soll, ruht nach Auskunft des Ortschefs auf drei Säulen.

    Erstens ist die Errichtung eines Nahwärmenetzes vorgesehen. Dazu muss eine Heizzentrale gebaut werden, die - ähnlich wie in Birkenfeld - vornehmlich mit Holzhackschnitzeln gefüttert werden soll. Der geplante Standort für dieses Gebäude liegt in der Waldstraße. Die Überlegungen, in Gimbweiler ein Nahwärmenetz zu installieren, bestehen schon länger. Der Gemeinderat hatte laut Samson bereits 2013 sein Interesse an einem Coaching bekundet, das das Ifas-Institut für Kommunen, die sich in Bioenergiedörfer umwandeln wollen, angeboten hatte. Später haben die Fachleute vom Umwelt-Campus auch eine Machbarkeitsstudie erstellt. Es gab in Gimbweiler mehrere Einwohnerversammlungen und Workshops zu diesem Thema. Die Ratsmitglieder gingen mit Fragebogen persönlich von Haus zu Haus, um über das geplante Nahwärmenetz zu informieren und dafür zu werben.

    Nahwärmenetz ist ein Baustein

    Das Ergebnis: Etwa 80 Prozent der Bürger hätten Interesse gezeigt, ihre Wärmeversorgung umzustellen und sich an eine neue Heizzentrale anschließen zu lassen, blickt Samson zurück. Ausdrücklich weist der Gemeindechef darauf hin: "Das Nahwärmenetz werden wir auf jeden Fall machen, auch wenn das mit dem Zuschuss nicht klappen sollte. Denn darauf warten viele Leute im Dorf."

    Zweitens wollen sich die Gimbweilerer auch bei der Stromerzeugung autark machen. Eine Lösung könnte laut Samson die Errichtung von sogenannten Kleinwindkrafträdern - in Rheinland-Pfalz sind sie bis zu einer Höhe von zehn Metern genehmigungsfrei - und Fotovoltaikanlagen sein. Zwar drehen sich auf Gimbweilerer Gemarkung schon vier Räder, und es es gibt am Rand der Autobahn eine große Freilandfotovoltaikanlage, die Windräder stehen aber auf privaten Flächen und die PV-Anlage gehört der Stiftung "Sonne für Birkenfeld". Allerdings erhält die Gemeinde dafür in allen Fällen auch Pachteinnahmen, die sich laut Samson auf jährlich etwa 40 000 Euro belaufen und der Kommune damit einen größeren finanziellen Spielraum gewähren.

    Drittens haben die Gimbweilerer bei ihrem Modellprojekt vor, den Ausbau der Elektromobilität zu fördern. Deshalb sieht das Konzept nicht nur vor, dass vor dem 2014 fertiggestellten Mehrgenerationenhaus "Alte Kelter" eine Ladestation installiert wird. Die Gemeinde will sich zudem ein Elektroauto kaufen, das von den Bürgern genutzt werden darf.

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