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    HeimbachAls Erzieher allein unter Frauen

    Mike Schmitt gehört einer hierzulande seltenen Spezies an: Er ist Erzieher in einer Kindertagesstätte. Weniger als drei Prozent aller Kita-Erzieher sind männlich. Und während der Anteil in Großstädten wie Hamburg, Frankfurt oder Kiel immerhin bei rund 10 Prozent liegt, so tendiert er im ländlichen Bereich meist gegen Null. Wir schauten Mike Schmitt bei seiner Arbeit über die Schulter.

    Heimbach - Mike Schmitt gehört einer hierzulande seltenen Spezies an: Er ist Erzieher in einer Kindertagesstätte. Weniger als drei Prozent aller Kita-Erzieher sind männlich. Und während der Anteil in Großstädten wie Hamburg, Frankfurt oder Kiel immerhin bei rund 10 Prozent liegt, so tendiert er im ländlichen Bereich meist gegen Null.

    So ist das auch bei Schmitts Arbeitgeber, der KiTa gGmbH Koblenz, Träger der katholischen Kindertagesstätten des Bistums Trier, zu der auch der Kindergarten Heimbach gehört. "In dem gesamten Verband mit 118 Einrichtungen arbeiten nur 3 Männer", berichtet Schmitt, der seit einem Jahr die Kita in Heimbach leitet.

    Aber auch für den heute 33-Jährigen schien zunächst ein ganz anderer Berufsweg vorgezeichnet zu sein. Geboren wurde Schmitt im hessischen Dillenburg, wo er nach der Schule eine Lehre als Bäcker absolvierte, aber den Beruf aufgrund einer Mehlallergie nicht ausüben konnte. Nachdem er zwei Jahre in der Kunststoffindustrie gearbeitet hatte, zog er mit seiner Lebensgefährtin nach Trier um, wo er schließlich eine Ausbildung als Heilerziehungspfleger machte.

    Im Anschluss konnte er in verschiedenen Bereichen Praxiserfahrungen sammeln: Zwei Jahre war er in einer Tagesgruppe für Schwerstmehrfachbehinderte tätig, weitere zwei Jahre leitete er eine Gruppe für verhaltensauffällige Jugendliche, es folgten noch einmal zwei Jahre in der Jugendhilfe.

    "Ich bin froh, dass ich vorher auch andere Berufserfahrungen machen konnte", berichtet Schmitt. Die Umstellung auf die neue Zielgruppe sei ihm aber leicht gefallen. "Es macht sehr viel Spaß, mit kleinen Kindern zu arbeiten", berichtet er. "Allerdings geht in der Leiterposition auch sehr viel Zeit für den Verwaltungsaufwand drauf, mit den drei bis vier Stunden wöchentlich, die dafür offizielle angesetzt sind, kommt man lange nicht aus." Die Kinder würden sehr genau registrieren, dass er ein Mann ist, und an ihn auch mit anderen Bedürfnissen herantreten als an die Erzieherinnen, erläutert er. "So werde ich eher angesprochen, wenn es etwas ums Fußballspielen geht", erläutert er. "Und umgekehrt verhalten sich Männer auch anders gegenüber Kindern. Sie gehen ganz anders mit Ängsten um, sie trauen den Kindern auch in der Regel mehr zu als Frauen."

    Probleme mit seiner Stellung als einziger Mann in einem von Frauen dominierten Berufsfeld habe er nie gehabt. "Ich bin sowohl von dem Team als auch von der Eltern und den Kindern sehr aufgenommen worden", erzählt Schmitt.

    Auch habe er sich nicht darum "gerissen", unbedingt Leiter der Kita zu werden. "Da gibt es eine ganze Reihe von Erzieherinnen, die haben deutlich mehr Erfahrungen und auch ein ganz anderes Wissen als ich. Aber es wollte niemand anders machen."

    Allerdings glaubt er nicht, dass sich der Anteil an Erziehern in Kitas in den kommenden Jahren deutlich erhöhen wird. "Dafür ist die Bezahlung zu schlecht", ist er überzeugt. "Immerhin dauert eine Ausbildung zum Erzieher fünf Jahre, und die ist in der Regel komplett unbezahlt. Und auch das Image von Erzieherinnen, die häufig noch ganz banal als Basteltanten abgetan werden, muss sich unbedingt verändern. Gerade angesichts der immer größeren Zeiten, die Kinder in der Kita verbringen, wird die Verantwortung, die uns insgesamt übertragen wird, immer größer."

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