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  • So machen es die Nachbarkreise mit dem Sperrmüll

    Kreis Birkenfeld. Im Kreis Birkenfeld wächst der Widerstand gegen die Praxis der Sperrmüllabfuhr. Durchwühlter Müll, Kolonnen von Kleinlastern, die in die Orte einfallen, Bürger, die sich belästigt fühlen, sinkende Erlöse - das soll sich ändern.

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    Anfang der Woche wurde in der Verbandsgemeinde Birkenfeld Sperrmüll abgeholt. Auch hier war die Polizei im Einsatz, hat sogenannte Sperrmülltouristen kontrolliert. Allerdings ist es fraglich, ob der hohe personelle Aufwand überhaupt lohnt.
    Anfang der Woche wurde in der Verbandsgemeinde Birkenfeld Sperrmüll abgeholt. Auch hier war die Polizei im Einsatz, hat sogenannte Sperrmülltouristen kontrolliert. Allerdings ist es fraglich, ob der hohe personelle Aufwand überhaupt lohnt.
    Foto: Reiner Drumm

    Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

    Der Kreiswerksausschuss hat nun den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) beauftragt, Alternativen zu suchen und belastbare Zahlen vorzulegen. Ende Januar, sagt AWB-Leiter Norbert Röhrig, werde das Thema erneut behandelt. Wie es funktionieren könnte, machen die Nachbarkreise vor. Die NZ hat nachgefragt.

    Zum Vergleich: Im Landkreis Birkenfeld beträgt der Jahrespreis für eine 60-Liter-Mülltonne 197 Euro. Die 120-Liter-Tonne kostet 291 Euro, für eine 240-Liter-Mülltonne werden 493 Euro fällig - jeweils inklusive Grundgebühr. Darin inbegriffen sind die Sperrmüllabfuhr, die bislang dreimal im Jahr städte- und dörferweise erfolgt, und weitere Leistungen.

    Im Kreis Kusel gibt es seit 2012 die Sperrmüllabfuhr auf Abruf. Jeder Haushalt kann zweimal im Jahr abholen lassen. "Dieses Verfahren hat den Sperrmülltourismus schlagartig beendet", sagt Pressesprecher Ralf Rohe.

    Es gebe keine durchwühlten Sperrmüllhaufen mehr - und auch keine Wertstoffe, die im Schutz der Nacht über Kreis- und Landesgrenzen hinweggeschafft werden. Das System habe sich bewährt. Für nächstes Jahr ist zudem geplant, eine Selbstanlieferung für Sperrmüll auf einer Mülldeponie einzurichten. Das könnte bei entsprechender Resonanz die Abfuhrkosten senken und würde den Bürgern die Terminabsprache sparen. Die Gebühren: Eine vierköpfige Familie kann zwischen drei Behältergrößen wählen. Der Jahrespreis beträgt für ein 80-Liter-Gefäß 244,32 Euro, 120 Liter kosten 276,48 und 160 Liter 308,52 Euro.

    Im Rhein-Hunsrück-Kreis wird seit 2002 Sperrmüll auf Abruf praktiziert. Jeder Haushalt kann nach Terminabsprache pro Jahr vier Kubikmeter Restsperrmüll und zwei Kubikmeter Metallschrott kostenfrei abholen lassen. Die Sperrmüllabfuhr wird in einem Erfassungsprogramm festgehalten, sodass eine Kontrolle über die abgeholte Menge besteht. "Wir haben sehr gute Erfahrungen mit diesem System", sagt Annette Stegmayer von der Rhein-Hunsrück-Entsorgung (RHE). Ungewöhnlich: Für 30 Euro gibt es einen Eilservice, der binnen einer Woche erfolgt.

    Die Gebühren: Eine vierköpfige Familie zahlt derzeit inklusive Biotonne, die allerdings nicht verpflichtend ist, 195 Euro - ohne Biotonne 158. Die Restabfallgebühr ist mengenorientiert. Je mehr Restabfall jemand entsorgen will, desto mehr muss er bezahlen. Thomas Lorenz vom RHE-Vorstand kündigt jedoch schon an, dass sich die Gebühr ab 2014 wohl noch verringern wird - voraussichtlich auf knapp 139 Euro. Für die Biotonne würden zudem knapp 38 Euro fällig.

    Ein Mischsystem soll ab 2017 im Landkreis Bernkastel-Kues umgesetzt werden. Nach der neuen Regelung gibt es je Ortschaft zwölf Abfuhrtermine. In den jeweiligen Orten werden nur die Adressen angefahren, für die ein Abholauftrag vorliegt. Die Termine werden nicht veröffentlicht, sondern den Bürgern bei der Anmeldung per Mail oder telefonisch mitgeteilt. Elektroschrott und Sperrmüll werden getrennt gesammelt.

    Im Kreis Bad Kreuznach existieren die gleichen Probleme wie im Kreis Birkenfeld. Auch dort wird der Sperrmüll flächendeckend abgeholt - allerdings nur zweimal pro Jahr. Auch dort wird über Mülltourismus geklagt. Fest steht, dass ab 2014 die Sperrmüllabfuhr auf Bestellung kommen wird.

    Die Gebühren: Dass damit die derzeitige Gebührenordnung (eine vierköpfige Familie zahlt momentan für die 120-Liter-Tonne knapp 200 Euro) nicht mehr haltbar sein wird, verdeutlicht Harald Skär, Pressesprecher der Kreisverwaltung. "Die Beteiligten haben sich bislang allerdings noch nicht auf ein Gebührenmodell einigen können", sagt Skär.

    Interessant in diesem Zusammenhang: Ein IT-Fachmann arbeitet derzeit an einer App, mit der die Sperrmüllabholung im Kreis Bad Kreuznach mit präziser Mengenangabe per Smartphone erledigt werden kann. Das wäre ja vielleicht auch eine Idee für den Kreis Birkenfeld.

    Polizei fordert Umdenken in Sachen Sperrmüll
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