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  • Städtebau Moselufer soll von Asphaltwüste zu grünem Erlebnisraum werden - Geld auch für private Gebäudemodernisierung

    Zells Schönheits-OP am Moselufer: Der grobe Plan steht

    Zell. Ein attraktives Moselufer von hoher Aufenthaltsqualität soll die Moselstadt Zell innerhalb der nächsten Jahre bekommen. Dazu will die Stadt Geld aus dem Förderprogramm „Historische Stadtbereiche“ nutzen. Doch vor allem Privatleute sollen diese Mittel für Modernisierungen an ihren Gebäuden nutzen. Die Bereitschaft dazu, das Stadtbild zum Besseren zu verändern, scheint vorhanden. So viel ist am Dienstag bei einer Informationsveranstaltung in der Schwarze-Katz-Halle klar geworden. Dort erörterten Fachleute im Dialog mit Einwohnern, in welche Richtung die Zeller Schönheits-OP gehen soll.

    Trotz frühsommerlichen Wetters kamen zig Zeller in die abgedunkelte Stadthalle. Dass das Moselvorgelände alsbald vom „Charme eines Truppenübungsplatzes“ (Karlheinz Weis, Erster Beigeordneter) befreit wird, daran ist offenbar etlichen Zellern gelegen. Und auch daran, wie sie selbst etwas dazu beitragen können, das Stadtbild aufzupolieren. „Es gab schon mehrere Informationsveranstaltungen zum Förderprogramm ,Historische Stadtbereiche'“, schilderte Stadtbürgermeister Hans Schwarz die Ausgangslage. „Heute gehen wir ins Detail.“

    Um die Detailarbeit kümmerten sich vor allem die Architekten Alain Schank und Valentin Steiff vom Luxemburger Planungsbüro Gap Architectes sowie Stephanie Boßlet von Werkplan aus Kaiserslautern. Gap und Werkplan waren im Frühjahr 2016 bei einem städtebaulichen Wettbewerb mit ihren Planungsentwürfen auf dem Siegerpodest (1. und 3. Platz) gelandet (die RZ berichtete). Gemeinsam erarbeiteten sie ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzepts (Isek). Es gibt den Rahmen vor, mithilfe welcher Schritte das Moselufer zwischen der Fußgängerbrücke und dem Corray verschönert werden könnte. Zudem bildet es die Gebäude im Sanierungsgebiet ab, die Modernisierungsbedarf und mithin Anspruch auf eine Förderung haben. Die Einstufung basiert auf einer Eigentümerbefragung und einer Außenbegutachtung der Gebäude durch Experten. Zu allen Punkten, an denen die Ideen zur Attraktivierung des Stadtbildes ansetzen, brachten die Zuhörer Fragen und Anregungen mit.

    Neuordnung des Parkraums und der Verkehrsführung: Nach dessen Umbau soll es am Ufer ebenso viele Stellplätze geben wie zuvor (gut 300), nicht zuletzt dank einer Tiefgarage unterhalb des geplanten neuen Dienstgebäudes der Verbandsgemeinde (VG) Zell. Jutta Koch, für die Freien Wähler im Stadtrat, vermisste in der Planung Parkplätze für Reisebusse. Ein anderer Zuhörer fürchtete infolge einer Veränderung des Verkehrsflusses um Alten Bahnhof und Lindenplatz, bestimmte Gebäude könnten für Feuerwehr, Rettungsfahrzeuge und Reiseverkehr kaum mehr zu erreichen sein. Antworten der Fachleute: Einschränkungen der Rettungswege wird es nicht geben, allenfalls könnte sich die Richtung der Einbahnstraßenregelung ändern. Für Reisebusse soll es eine Be- und Entladestelle zwischen VG-Neubau und einem möglichen Hotel geben. Busparkplätze könnten womöglich in Kaimt entstehen.

    Entsiegelung des Moselufers: Ein Zuhörer wollte wissen, ob es am geplanten Moselstrand unterhalb des neuen Festplatzes gar Sand und einen Bademeister geben solle. Antwort der Fachleute: Der Strand wäre machbar, ohne den Abfluss der Mosel zu verschlechtern, das ist mit der Wasserwirschaft abgeklärt. Ein klassischer Badestrand soll es nicht werden. Es geht darum, einen direkteren Zugang zum Wasser zu schaffen – und um Verweilqualität. Einzelheiten zur Gestaltung werden im Zuge der noch vom Stadtrat zu beschließenden Ausführungsplanung geregelt.

    Sanierung privater Gebäude: Eine Zuhörerin, die Modernisierungen plant, fragte, ab wann sie Fördermittel abrufen könne. Antwort der Fachleute: Wohl nicht mehr in diesem Jahr, da es zuvor einen Satzungsbeschluss im Stadtrat und eine Genehmigung vonseiten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier braucht.

    Weitere Fotos finden Sie im Netz unter der Adresse www.rhein-zeitung.de/mittelmosel oder wenn Sie dieses Bild mit Ihrer RZplus-App scannen.

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Baustellen gibt's genug

    Zell. Das Sanierungsgebiet fürs Förderprogramm „Historische Stadtbereiche“ umfasst eine Fläche von 9,2 Hektar (Corray bis Brandenburg) und 243 Gebäude. „Wir haben die Moselpromenade bewusst noch einmal mit reingenommen“, hält Zells Stadtchef Hans Schwarz fest. Obwohl diese Straße schon Teil der vorangegangen, 23 Jahre währenden Stadtkernerneuerung war. Grund: „Da ist von privater Seite einfach viel zu wenig passiert.“ Am Anfang des aktuellen Erneuerungsprogramms stand eine umfangreiche Stärken- und Schwächenanalyse, zum Teil auf Basis einer Eigentümerbefragung. Resultate in Auszügen:

    • 83,3 Prozent der befragten Besitzer stufen den Modernisierungsstand ihrer Gebäude als gut bis mittel ein, 11,7 als mangelhaft; in den Augen der Experten weisen 80 Prozent der Gebäude mindestens leichte Mängel auf, etliche gar erhebliche (wobei bewusst streng beurteilt wurde – Hintergrund: Fördermittelanspruch).
    • 54 Prozent der befragen Einwohner planen innerhalb der nächsten zehn Jahre Modernisierungen an ihren Gebäuden.
    • Nur 62 Prozent der Befragten verfügen über eigene Pkw-Stellplätze.
    • Im Ufervorgelände sind zu viele Flächen versiegelt; es mangelt an Grünflächen, Erholungs- und Aktivitätsraum.
    • Es gibt viele historisch erhaltenswerte Einzelgebäude und Ensembles. dad

    Steuerliche Absetzbarkeit erhöht den Erneuerungsanreiz

    Normalerweise dürfte der Fördersatz für Privatleute, die sich am Sanierungsprogramm „Historische Stadtbereiche“ beteiligen, bei 10 bis 25, maximal aber bei 40 Prozent der förderfähigen Kosten liegen. Das erläuterte Stephanie Boßlet (Werkplan) in der Zeller Stadthalle. Ein weiterer Anreiz zum Mitmachen ist eine erhöhte steuerliche Absetzbarkeit.

    Jeder Modernisierer, der Fördergeld erhalten will, muss einen Vertrag mit der Stadt abschließen. dad

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

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