40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Weinlese an der Mosel - Der frühe Winzer macht den Eiswein
  • NeefWeinlese an der Mosel - Der frühe Winzer macht den Eiswein

    Das Weinglas mit dem gepressten Traubensaft macht die Runde unter den Erntehelfern auf dem Weingut Amlinger & Sohn in Neef. "Perfekt", sagt Winzer Hans-Peter Amlinger, als er das Glas vom Mund absetzt. "Da müssen wir nicht viel machen." Auch alle anderen nicken wohlwollend. Eiskalt ist der Saft. Und zuckersüß. Genau so soll er sein. Das wird ein guter Eiswein, da sind sich alle sicher.

    Michael Blümling fährt die Weintrauben zur Presse. Bei der Eisweinlese muss alles recht schnell gehen.
    Michael Blümling fährt die Weintrauben zur Presse. Bei der Eisweinlese muss alles recht schnell gehen.
    Foto: Christoph Bröder

    Von unserem Reporter Christoph Bröder

    Doch bis die Weinflaschen im Regal stehen, ist es ein weiter und mühevoller Weg. Denn wer Eiswein machen will, muss früh aufstehen. Und bitterkalten Temperaturen trotzen. 600 Quadratmeter groß ist die Parzelle, die es an diesem frostigen Morgen zu lesen gilt. Der Ertrag: circa 700 Kilogramm gefrorene Rieslingtrauben. Damit die nicht antauen, muss es schnell gehen. Ernten, verladen, pressen. Möglichst binnen weniger Stunden. Amlingers Vorteil: Die Parzelle liegt direkt am Fuße des Steilhangs am Neefer Frauenberg. So können die Erntehelfer gleich mit den Autos bis an die Reben heranfahren. Zum einen sind dadurch die Transportwege kurz, zum anderen helfen die Lichter der Fahrzeuge, den Wingert auszuleuchten. Andernfalls wären wohl Stirnlampen nötig, denn um 6.30 Uhr, als Amlinger und seine Helfer mit der Lese loslegen, ist es noch stockfinster im Moseltal. Die Lage der Parzelle ist auch aus einem anderen Grund prädestiniert: "Hier an dieser Stelle staut sich die Kälte, ein perfekter Standort für Eiswein", erklärt Amlinger.

    1983 hat er das Weingut von seinem Vater übernommen. Er hat also bereits einige Erfahrung mit der Eisweinlese. Eines jedoch hat auch er bisher noch nicht erlebt: "Wir haben in diesem Jahr gleich zwei Mal Eiswein gelesen", freut sich der Winzer. Das ist nicht selbstverständlich. "Die Eisweinproduktion ist immer ein Pokerspiel, da kommen viele Faktoren zusammen", erklärt der Neefer. Gesunde Trauben sind wichtig, mit wenig Edelfäule. Außerdem der Zeitpunkt der Lese, der Frost muss genau zum richtigen Zeitpunkt einsetzen. Das ist wichtig für das Mostgewicht des Traubenmostes. 130 Grad Öchsle zeigt das Refraktometer, ein optisches Messgerät zur Bestimmung des Mostgewichts, als Amlinger und seine rechte Hand Michael Blümling den gepressten Saft untersuchen. "Das ist ein sehr guter Wert", sagt Blümling. Nach jedem Pressvorgang wird überprüft. Fällt der Öchslewert ab, wird die Maschine gestoppt. Sonst leidet die Qualität. 100 bis 150 Liter werden am Ende herauskommen, schätzt Blümling. Verglichen mit einer Rieslinglese ist das nicht viel, beim Eiswein geht es aber ohnehin eher ums Image, wie Amlinger sagt.

    Das Weinglas mit dem frisch gepressten Traubensaft muss schließlich Kaffeetassen und Brötchen weichen. Die Helfer wärmen und stärken sich. "Schön, dass so viele Freunde mit anpacken, diese Arbeit ist ja auch nicht jedermanns Sache", freut sich Amlinger.

    Artikel drucken
    Cochem Zell
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Cochem/Zell bei Facebook
    Regionalwetter
    Dienstag

    13°C - 16°C
    Mittwoch

    16°C - 23°C
    Donnerstag

    16°C - 23°C
    Freitag

    14°C - 22°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige