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    Cochem-ZellWarum ein E einfach auf der Strecke bleibt und Pinkeln gefährlich ist

    Eine Woche ohne lustige Kuriositäten wäre für uns mindestens so geschmacklos wie eine Suppe ohne Salz. Zum Glück gibt es so etwas in Cochem-Zell nicht ...

    So ein Driss. Da fehlt wohl Geld, um ein E zu kaufen.
    So ein Driss. Da fehlt wohl Geld, um ein E zu kaufen.
    Foto: Alfons Benz

    Cochem-Zell - Eine Woche ohne lustige Kuriositäten wäre für uns mindestens so geschmacklos wie eine Suppe ohne Salz. Zum Glück gibt es so etwas in Cochem-Zell nicht ...

    Pinkeln bei Strafe verboten - zumindest fallweise in Cochem.
    Pinkeln bei Strafe verboten - zumindest fallweise in Cochem.
    Foto: Thommy Weiß/Pixelio.de

    Drisch oder Driesch?

    Was 'n Driss: Zwischen Alflen und Lutzerath geht verkehrstechnisch nichts mehr. Der Weg ist versperrt. Damit auch jeder Bescheid weiß, stehen vom Martental bis zum Flugplatz drei Umleitungsschilder, die Auto- und Lkw-Fahrern den Weg weisen sollen. Doch auf zwei von drei Schildern steht geschrieben, dass die Straße „Zw. Drisch und Alflen gesperrt!“ ist. Das verwirrt vor allen anderen nicht ortskundige Verkehrsteilnehmer, die weder mit Drisch noch mit Driesch etwas anfangen können. Das Navi ist damit jedenfalls überfordert, aber auch die Cochem-Zeller aus Lutzerath und Umgebung sind verwirrt. Ehe jetzt jemand unnötig und in blindem Zorn auf die Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität eindrischt: Vielleicht fehlte den Schildermachern einfach das Geld, um in alter Glücksradmanier ein E zu kaufen und korrekt aufzulösen.

    Vom Driss mit der Piss'

    Stimmen sollte die Kaufkraft auch, wenn Mann oder Frau nötig muss und an einer gebührenpflichtigen öffentlichen Toilette vorbeikommt. Das „Pissemisse“ verflucht unangenehm sein kann, weiß jeder Fan der Mainzer Blödelband „Se Bummtschacks“ spätestens seit dem gleichnamigen Lied. Dass es unter Umständen jedoch sogar die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet, erfährt der geneigte Leser beim Blick in die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Cochem vom 15. April 1996. Wer seine Not – vom Komfort her dürftig – auf öffentlichen Straßen oder in öffentlichen Anlagen lindert, kann danach mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro belegt werden. Denn er oder sie verstößt gegen Paragraf zwei, Absatz eins, Satz vier dieser Verordnung (Pinkelverbot). Wir hörten von einem lange zurückliegenden Fall, in dem die drakonische Strafe tatsächlich verhängt worden sein soll: 10 000 D-Mark muss der junge Mann demnach seinerzeit an die Stadt abgeführt haben. Den heute bislang auf Autobahnraststätten üblichen Pinkeltarif von 50 Cent vorausgesetzt, könnte Mann oder Frau für 5000 Euro gleich 10 000-mal auf einer „Bedürfnisanlage“ (O-Ton Verordnung) seine respektive ihre Blase leeren. Da fällt die Wahl doch nicht schwer. Was uns aber zu verstehen schwerfällt: An Fastnacht stehen regelmäßig ganze Männerbrigaden – soldatisch aufgereiht – am Moselufer und pinkeln in den Fluss. Unseres Wissens ist das Ufer eine öffentliche Anlage. Wieso werden die Gefahrenabwehrer hier nicht aktiv und füllen den leeren Stadtsäckel? Vielleicht denken sie: „Der Urin schwimmt, maximal verdünnt, ohnehin die Mosel hinab. Also haben nicht die Cochemer den Driss mit der Piss'.“

    Die Spitzen und Notizen wurden gesehen, gehört und gesammelt von Kevin Rühle und David Ditzer

    Cochem Zell
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