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  • Seminar: Die eigene Haltung verändert die Stimme

    Kaifenheim. Wie sie die Stimme in Zukunft noch besser einsetzen lernen der Sänger der Kirchenchöre im Rahmen eines Tagestrainings mit Gesangslehrerin Regina Maria Heyse.

    Das Bauchalten ist kein Ausdruck von Schmerz oder Belustigung, sondern eher Teil der Atemübungen. Eugenia Buling (rechts) arbeitet mit einer sehr sangeslustigen Gruppe, die aus Sängern aus Kaifenheim, Düngenheim und Masburg zusammengewürfelt ist.  Foto: Beate Offenberg
    Das Bauchalten ist kein Ausdruck von Schmerz oder Belustigung, sondern eher Teil der Atemübungen. Eugenia Buling (rechts) arbeitet mit einer sehr sangeslustigen Gruppe, die aus Sängern aus Kaifenheim, Düngenheim und Masburg zusammengewürfelt ist.
    Foto: Beate Offenberg

    Von Beate Offenberg

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Diese Lebensweisheit gilt auch fürs Sprechen, Atmen und Singen. Und weil sogar die erfahrensten Chorsänger bei Proben oder Auftritten wegen eingefahrener Singgewohnheiten immer mal wieder unter fast schmerzhafter Heiserkeit leiden oder dem Gefühl, beim Singen "einfach nicht richtig hoch" zu kommen, bieten einige Chöre ihren Mitgliedern und denen, die es werden wollen, sogenannte Stimmbildungsseminare an. Anfang März werden sich die Sänger der Kirchenchöre von Masburg, Düngenheim-Urmersbach und Kaifenheim einem Tagestraining unter der Leitung einer ausgebildeten Sopranistin und Gesangslehrerin unterziehen. Die Aachener Referentin Regina Maria Heyse kann mit hohen Erwartungen, aber auch mit einer hohen Motivation der sangeslustigen Teilnehmer rechnen.

    Ganz verschiedene Anliegen und Zielsetzungen werden im Vorfeld formuliert. Kathrin Simon, die Vorsitzende des Masburger Chores, erhofft sich vom Übungstag eine gewisse Sensibilität für Aussprachefeinheiten: "In der Eifel gibt es kein ch, sondern nur sch, dafür aber keine Wortendungen - aus der Mutter wird die Mutta und wer wieda singt, meint eigentlich wieder." Natürlich sei für die Schönheit des Gesangs nicht nur die Aussprache entscheidend, sondern auch die Pflege der legendären Ton- oder Sängerstütze, "damit wir gerade beim a Cappella-Gesang tonmäßig nicht sinken", meint Kathrin Simon. Für sie persönlich erhofft sie sich den Erwerb einer Technik, mit der sie die Stimme in hohen und tiefen Bereichen kräftigen kann. Das bestätigt auch Vorstandskollegin Edith Emmerich aus Kaifenheim, die als langjährige Chorsopransängerin von der starken Anstrengung der Stimmbänder bei sehr hohen Tönen ein Lied zu singen weiß.

    Technisches Stimmtraining

    Dass das Gefühl sowohl für die eigene Stimme als auch für die Musik tiefer erfahrbar wird, ist ein Anliegen von Gerhard Kaiser, dem Vorsitzenden des Kirchenchors Düngenheim-Urmersbach. Er ist davon überzeugt, dass eine gute Sing- und Atemtechnik erst dann zu guten Ergebnissen führt, wenn auch die innere Beziehung zum Lied entwickelt wird. "Die eigene Haltung verändert die Stimme", erklärt der erfahrene Sänger. Die Vorstellung dessen, was man mit der Musik aussagen und vermitteln möchte, habe großen Einfluss auf das, was schließlich aus der Stimme herauskommt.

    Die Gesangslehrerin Regina Maria Heyne fasst die Möglichkeiten des technischen Stimmtrainings unter dem Begriff "Stimmgesundheit" zusammen. Dazu gehöre eine gewisse Körperwahrnehmung, aus der in Kombination mit einer guten Atemtechnik erfahrbar wird, wie man Heiserkeit und Verkrampfung vermeiden und stattdessen eine gute Intonation erreichen kann. Dass eine intensive Chorprobe nicht zur Strapaze wird, sondern man am Ende sagen könne "es hat mir gutgetan", hält sie für ein wichtiges Ziel der Stimmbildung. Das sei vergleichbar mit sportlicher Betätigung, die auch nur zu Wohlbefinden und Erfolg führt, wenn die Bewegungsabläufe "stimmig" sind. Zudem sieht Regina Heyne die Chance, die unentdeckten Möglichkeiten der eigenen Stimme kennenzulernen, um Schwierigkeiten zu meistern oder das Singen anders und neu zu erleben.

    An der Bedeutung der Stimmbildung für die Qualität und Schönheit des Chorgesangs hat Chorleiterin Eugenia Buling keinen Zweifel. Sie kennt die Stärken und Schwächen "ihrer" Chöre aus Masburg, Kaifenheim und Düngenheim genau und weiß, dass die Freude am Zusammensein an diesem Tag eine große Rolle spielen wird. Sie selbst erwarte nicht, dass die Stimmbildnerin zaubern könne, aber doch wertvolle Impulse zur gesanglichen Weiterentwicklung sowohl für die Sänger als auch für die Chorleitung geben werde. Etwas skeptisch ist Eugenia Buling, ob das Gelernte dann im Choralltag auch wirklich angewendet wird und verbesserte Techniken erhalten bleiben. Entmutigen lässt sich die energiegeladene Chorleiterin jedoch nie, deshalb ist sie auch davon überzeugt, dass der geplante Stimmbildungstag sogar neue Sänger oder Interessierte anlocken wird, die sich an die Entdeckung der eigenen Stimme heranwagen möchten.

    Wer Lust hat, am Samstag, 5. März, von 10 bis 17 Uhr am Stimmbildungstag in der Gemeindehalle in Kaifenheim teilzunehmen, sollte sich bis zum Montag, 29. Februar, bei den veranstaltenden Chören anmelden. Diese sind zu finden montags um 19.30 Uhr im Übungsraum an der Kirche in Masburg; dienstags um 19.30 Uhr im Pfarrsaal in Düngenheim oder mittwochs um 19 Uhr in der Gemeindehalle in Kaifenheim.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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