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    Kreis Cochem-ZellProzess gegen Ex-Agent Mauss begonnen – Geheimhaltungspflicht?

    In Bochum hat ein spektakuläres Steuerstrafverfahren begonnen. Auf der Anklagebank sitzt der legendäre Ex-Agent Mauss, der in einem Hunsrückdorf im Kreis Cochem-Zell in seinem riesigen Anwesen residiert. Es geht um millionenschwere Vermögen im Ausland. Wem gehört das Geld?

    Der Ex-Agent der Bundesregierung, Werner Mauss, lebt im Kreis Cochem-Zell.
    Der Ex-Agent der Bundesregierung, Werner Mauss, lebt im Kreis Cochem-Zell.

    Jahrzehntelang war er als Geheimagent in heiklen Missionen im Einsatz - seit Montag steht Werner Mauss als Angeklagter vor Gericht. In einem Parka mit schützender Kapuze erschien der 76-jährige Rheinland-Pfälzer zum Auftakt seines Steuerstrafprozesses vor dem Bochumer Landgericht. Mauss soll rund 15 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Gefängnisstrafe.

    Mauss äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Seine Anwälte hätten bei Vorgesprächen darauf verwiesen, dass Mauss einer Geheimhaltungspflicht unterliege, sagte Richter Markus van den Hövel. Da auf den millionenschweren Auslandskonten nur treuhänderisch verwaltetes Vermögen liege, sei eine sachgerechte Verteidigung nur mit einer Aussagegenehmigung der obersten Bundesbehörden möglich, hätten die Verteidiger argumentiert. Diesen Zusammenhang sehe das Gericht zurzeit aber nicht.

    Laut Anklage hat Mauss den Finanzbehörden große Summen auf Auslandskonten verheimlicht - unter anderem auf den Bahamas. Die Ermittler waren ihm durch eine Steuersünder-CD auf die Spur gekommen. Mauss war nach eigenen Angaben jahrzehntelang für die Bundesregierung im Einsatz, unter anderem bei der Befreiung von Geiseln.

    Bei den Steuervergehen sollen laut Anklage vor allem Stiftungen und Nummernkonten eine Rolle gespielt haben, die Mauss unter einem Alias-Namen geführt haben soll - in Luxemburg, Liechtenstein und auf den Bahamas. In den Jahren 2012 und 2013 soll er bei dem damals für ihn zuständigen Finanzamt in Essen schließlich gar keine Steuererklärung mehr abgegeben haben.

    Um die Vorwürfe zu untermauern, hat die Staatsanwaltschaft zehn Zeugen benannt, von denen viele aus dem Ausland kommen sollen - unter anderem aus dem Vatikan, aus Israel und aus Brasilien. Ob sie wirklich anreisen und vor Gericht aussagen müssen, ist allerdings noch offen. Die Richter haben zunächst neun Verhandlungstage bis zum 19. Dezember vorgesehen. Mauss sitzt nicht in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Gefängnisstrafe.

    Mauss hatte erst vor wenigen Monaten im Zusammenhang mit der Enthüllungsaffäre um die «Panama Papers», bei denen es um Briefkastenfirmen in Panama geht, den Vorwurf der Steuerhinterziehung vehement zurückgewiesen.

    dpa

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