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    Zell-BarlProtest gegen Bolzplatz: Barler scheitern

    Letztlich hat der Protest von mehr als 80 Anwohnern doch nichts genutzt: An der Straße von Crépy auf dem Zeller Barl befindet sich ein Kinderspielplatz. Auf der Rückseite dieses Spielplatzes, an der Straße von Antoing, wird ein Bolzplatz entstehen. So hat es der Zeller Stadtrat während seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Gegen den Standort hatten sich Barlbewohner per Unterschriftenliste zur Wehr gesetzt (die RZ berichtete). Grund: Sie fürchten eine zu hohe Lärmbelastung und infolgedessen sogar Minderungen der Wohnqualität sowie der Grundstückswerte.

    An diesem Weg im Zeller Höhenstadtteil Barl soll bald ein Bolzplatz entstehen. Trotz Protests blieb der Rat bei diesem Standort.  Foto: Peter Scherer
    An diesem Weg im Zeller Höhenstadtteil Barl soll bald ein Bolzplatz entstehen. Trotz Protests blieb der Rat bei diesem Standort.
    Foto: Peter Scherer

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Zells Stadtbürgermeister Hans Schwarz (CDU) fasste im Sitzungssaal des Rathauses noch einmal kurz zusammen, was eine Einwohnerversammlung Anfang Juli zum Thema Bolzplatz auf dem Barl ergeben hatte: Die Eltern, deren Kindern in einem Alter seien, das nahelege, dass sie einen neuen Bolzplatz rege nutzen würden, seien sowohl für den Platz an sich als auch für den vom Rat ins Auge gefassten Standort. Denn: Er liegt nahe an den Häusern und ist leicht einsehbar.

    Jene Anlieger des vorgesehenen Standorts hingegen, die entweder keine Kinder hätten, oder deren Kinder dem Bolzplatzalter schon entwachsen seien, wollten ihre Ruhe. Sie hätten für den Bolzplatz, der definitiv gebaut werden soll, einen Alternativstandort vorgeschlagen. Dieser befinde sich im Grüngürtel hinter dem Globusbaumarkt. Aus Schwarz' Sicht ist diese Stelle jedoch untauglich, weil sie viel schlechter erreich- und uneinsehbar ist.

    Ein Kind habe die Vorteile des von Rat und Verwaltung bevorzugten Bauplatzes während der Einwohnerversammlung klar benannt, hielt der Stadtchef fest: Man könne von allen Seiten kommen und müsse nicht mit dem Auto gebracht werden. Hinzu kommt, dass das Gebiet hinter dem vorhandenen Spielplatz gut einsehbar ist. Deshalb plädierte der Schwarz dafür, so an dem Bolzplatzbau festzuhalten wie bislang geplant.

    Eigentlich hatte der Stadtrat den entsprechenden Plan schon in einer Sitzung Mitte Juni beschließen wollen. Den Bebauungsplan hatte er schließlich bereits in einem öffentlichen Verfahren entsprechend anpassen lassen - ohne dass Einwände dagegen vorgebracht worden wären. Dann jedoch war die besagte Unterschriftenliste gegen den geplanten Standort aufgetaucht, die Ekrem Kesten initiiert hatte. Weil sie den Anwohnerprotest nicht übergehen wollten, einigten sich die Ratsmitglieder im Juni darauf, die Barlbewohner vor einer endgültigen Entscheidung in einer Versammlung noch einmal zu Wort kommen zu lassen (die RZ berichtete).

    Eine Änderung des ursprünglichen Plans hat das nun nicht bewirkt. Den von den Unterzeichnern der Protestliste vorgeschlagenen Alternativbauplatz, stufte CDU-Fraktionssprecher Lothar Bremm in der Ratssitzung jetzt als "völlig ungeeignet" ein. Er sei kaum einsehbar und schwerer erreichbar, wodurch Kinder, die dort Fußball spielen wollten, potenziell gefährdet würden. Deshalb sei er dafür, an der Planung festzuhalten, die der Rat schon vor mehr als einem Jahr auf den Weg gebracht habe. Bremm fügte jedoch hinzu: "Ich bin schon der Meinung, dass wir in Sachen Emissionen etwas für die Anwohner tun können." Er denke beispielsweise an Erdaufschüttungen oder eine Bepflanzung.

    Elke Brückner (FWG) wies in der Folge auf mögliche Mehrkosten hin, die ein solcher Emissionsschutz mit sich brächte. Ob diese von der Stadt getragen würden, wollte sie wissen. Stadtbürgermeister Schwarz entgegnete: "Die Stadt wird nicht alle Kosten tragen müssen." Denn: Das Projekt werde unter anderem von einem großen Energieversorger unterstützt.

    Hermann Deisen von der SPD sprach sich am Ende - wie all seine Ratskollegen - dafür aus, den Bolzplatz zwischen der Straße von Antoing und der Straße von Crépy zu bauen, direkt auf der Rückseite des vorhandenen Spielplatzes, denn: "Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen einen Raum, wo sie sich bewegen können. Und sie brauchen einen Raum, wo sie sich sicher bewegen können." Unter diesen Gesichtspunkten sei der geplante Bolzplatzstandort ideal.

    Cochem Zell
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