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Cochem-SehlParkdeck in Sehl geplant: An einer Mauer scheiden sich die Geister

Zum Teil recht abschüssig ist der Parkplatz vor dem Sehler Pennymarkt. Der Eigentümer des Lebensmittelmarktes hat sich aus diesem Grund entschlossen, den Antrag auf die Errichtung eines Parkdecks im moselseitigen Bereich seines Anwesens zu stellen. Damit soll der Standort gestärkt und die wohnungsnahe Grundversorgung in Sehl sichergestellt werden. Eine Debatte entzündete sich im städtischen Bauausschuss ausgerechnet an einer angrenzenden Bruchsteinmauer.

Diese alte Bruchsteinmauer hat sich während des Sitzung des städtischen Bauausschusses als Stein des Anstoßes erwiesen. Bleibt sie stehen oder muss sie weichen, wenn das geplante Parkdeck kommt?  Foto: Thomas Brost
Diese alte Bruchsteinmauer hat sich während des Sitzung des städtischen Bauausschusses als Stein des Anstoßes erwiesen. Bleibt sie stehen oder muss sie weichen, wenn das geplante Parkdeck kommt?
Foto: Thomas Brost

Der Eigentümer würde am liebsten, wie Stadtchef Wolfgang Lambertz erläuterte, die gesamte Fläche ausnutzen, wodurch die Mauer vor der Alten Sehler Schule weichen müsste. Man könne sich vorstellen, dass zur optischen Verbesserung das Parkdeck zur Mosel hin verputzt oder mit regionaltypischen Baumaterialien verblendet wird. Ausschussmitglied Frederik Eiden (SPD) machte sich dafür stark, dass die gut 15 Meter lange Mauer stehen bleibt. „Einerseits bildet sie mit anderen Elementen ein Ensemble, andererseits gehört sie zu den Sehler Dorfrelikten“, sagte Eiden.

Ein Verzicht auf den Abriss würde höchstens ein bis zwei Stellplätze im Parkdeck weniger bedeuten. Darin sah Ulli Burkholz (FWG) „keinen Sinn“. Falls die Mauer erhalten werden würde, müsste extra eine Stützmauer fürs Parkdeck her – und die Bruchsteinmauer wäre kaum mehr sichtbar. Eine Verblendung hielt Gregor Fuhrmann (CDU) „sinnvoller als eine alte Mauer“. Diese sei weder erhaltenswert noch schön. Thomas Heimes (CBG) bemerkte, dass an der Mauer seit Jahrzehnten nichts mehr gemacht worden sei, sie müsste im Zweifelsfall komplett saniert werden.

Für Holger Haupt (Grüne) ist der Bereich „ganz entscheidend für Sehl“. Ein Parkdeck sähe „scheußlich“ aus, glaubt Haupt. Er scheiterte allerdings mit einem Antrag, ein Parkdeck rundweg abzulehnen. Stattdessen setzte sich Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz mit einer „Optionslösung“ durch. Ihr zufolge soll die Mauer zunächst in der Planung enthalten sein, dann müsse man den Bebauungsplan ändern und später entscheiden, ob das Bruchsteinmauerwerk erhaltungswürdig ist. Sechs Ausschussmitglieder waren dafür, drei enthielten sich der Stimme. bro

Cochem Zell
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