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  • Nitratbelastung: Jetzt sind die Bauern am Zug

    Cochem-Zell. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel - und das am gründlichsten kontrollierte. Dennoch: Die Düngung in der Landwirtschaft sorgt immer wieder dafür, dass Grenzwerte beim Nitrat im Grundwasser überschritten werden. Jetzt will das Kreiswasserwerk allmählich einen Riegel vorschieben. Mit Zuschüssen an die Landwirte will das Werk einen Anreiz setzen, dass diese weniger Nitrat ausbringen. Testfall Düngenheim: Dort wird dies zum ersten Mal vertraglich geregelt. 25 000 Euro sind in der ersten Phase jährlich vorgesehen, der Werksausschuss hat dafür den Weg frei gemacht. "Es ist der einzig richtige Weg, diese Dinge anzupacken", sagte Karl-Josef Fischer, der Leiter des Kreiswasserwerkes.

    In hochsensiblen Bereich sollen künftig Landwirte gänzlich auf organischen Dünger verzichten. Das sieht eine Vereinbarung vor, die jetzt im Werksausschuss des Kreiswasserwerkes vorgestellt wurde. Die Ziele sind mehr Gewässerschutz und eine Reduzierung der Nitratbelastung.  Foto: dpa
    In hochsensiblen Bereich sollen künftig Landwirte gänzlich auf organischen Dünger verzichten. Das sieht eine Vereinbarung vor, die jetzt im Werksausschuss des Kreiswasserwerkes vorgestellt wurde. Die Ziele sind mehr Gewässerschutz und eine Reduzierung der Nitratbelastung.
    Foto: dpa - picture alliance

    Von Thomas Brost

    Über dem Grenzwert von 50 Milligramm je Liter liegen vier Quellen von Rohwasser im Kreis. Es handelt sich um die Tiefbrunnen und Quellen in Düngenheim, um Quellen in Brohl, Pommern und Altlay. Die letztgenannte Quelle, die rund 7000 Kubikmeter Wasser jährlich abwarf, war schließlich derart hoch mit Nitrat belastet, dass sie im Sommer 2014 aufgegeben wurde. Läuft von den übrigen Quellen Wasser in die Leitungen des Kreiswasserwerks, wird es so lange durchmischt, bis der Grenzwert unterschritten ist. Von einer Nitratbelastung sind lediglich 2,8 Prozent oder 110 000 Kubikmeter der vom Werk geförderten Wassermenge betroffen, wie Werkleiter Fischer im Ausschuss ausführte.

    Jetzt soll zunächst auf freiwilliger Basis mit Landwirten eine Kooperation eingegangen werden. Falls diese ihr Düngeraufkommen verringern und gleichzeitig auf nachhaltige Bewirtschaftung setzen - dazu zählten neue Düngetechniken, kulturangepasstes Düngemanagement, Zwischenbegrünung, pfluglose Bodenbearbeitung und Untersaaten -, sollen sie entschädigt werden. Die Kosten dürfen zu mindestens 50 Prozent aus den Ausgaben für den sogenannten Wassercent beglichen werden. Den Wassercent muss das Werk normalerweise ans Land Rheinland-Pfalz abführen.

    "Wir streben Kooperationen auf freiwilliger Basis an", sagte Karl-Josef Fischer in Richtung Landwirte, Winzer und Gärtner. Wer mitmacht, der werde von Experten des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum beraten. Landwirte können dann beispielsweise das Geld für sogenannte Nitrifikationshemmer ersetzt bekommen. Das sind Stoffe, die dafür sorgen, dass das Nitrat länger in der Nutzpflanze bleibt und dort wirken kann. Mit der Freiwilligkeit ist allerdings in der Wasserschutzzone II, dem sogenannten engeren Schutzgebiet, vorbei. "Da setzen wir nicht auf Freiwilligkeit, sondern müssen verpflichten", betonte Fischer. Organische Düngung soll dort tabu sein.

    In kritischen Bereichen soll der Landwirt künftig auf den Anbau von Mais verzichten. Auch dafür gibt es einen Ausgleichsbetrag, und zwar in Höhe von 190 Euro je Hektar.

    Geologe Dr. Karl-Heinz Köppen vom Fachbüro Wasser und Boden erläuterte die Situation und die Vorgehensweise in Düngenheim. Dort geht es um den Schutz einer oberflächennahen Quelle und von drei Brunnen. Als "Blaupause" bezeichnete Fischer das Projekt in Düngenheim, und zwar für Verträge mit Landwirten in Brieden/Pommern und Brohl. Unterstützt werden sie wie in Düngenheim von der Wasserschutzberatung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) in Mayen. Ein DLR-Mitarbeiter sagte im Werksausschuss, dass man seit zwei Jahren gute Erfahrungen mit einem ähnlich gelagerten Projekt in Münstermaifeld-Metternich gemacht habe. Der Experte: "Alle Landwirte in der Schutzzone II machen mit." Die Beratung zum Gewässerschutz sei betriebsindividuell und kostenlos. Die Kosten für den Gewässerschutz im Allgemeinen sind für den Werksausschuss kein Grund zur Ablehnung gewesen. "Das ist das wenigste, was uns das Wasser wert sein sollte", gab Ausschussmitglied Bernhard Rodenkirch den Tenor wieder.

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