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    MüllenbachMit Zugaben nicht gegeizt: Musik von Irland bis Tennessee

    Wer im Advent zum Konzert des Kulturvereins Alte Schule in Müllenbach kommt, erwartet keine Bachkantaten oder Choralmusik. Einen unerwarteten Klassiker gab es zu Beginn des Konzertabends aber doch.

    Sascha Loss, Steve Crawford und Pete Coutts standen als Ballad of Crows gemeinsam in der Alten Schule auf der Bühne.
    Sascha Loss, Steve Crawford und Pete Coutts standen als Ballad of Crows gemeinsam in der Alten Schule auf der Bühne.
    Foto: Beate Offenberg

    Von unserer Mitarbeiterin Beate Offenberg

    Der 16-jährige Schüler Jannik Seibel aus Daun rezitierte auswendig und sehr ausdrucksstark den Hymnus Prometheus von Johann Wolfgang von Goethe. Nach dieser ausgefallenen und vom Publikum gut angenommenen Ouvertüre war die Bühne wie auch die Atmosphäre frei für die gut gelaunten Spielweisen des Folkmusiktrios Ballad of Crows.

    Die beiden Schotten Steve Crawford und Pete Coutts sind die keltische Keimzelle der Band, deren Musik den traditionellen Folk-stil gern über den Atlantik hin nach Amerika ausdehnt und dabei einen Umweg über das Rheinland nimmt. Denn von dort aus kommt der Kölner Sascha "Salossi" Loss, und zusammen bilden die drei Männer instrumental und gesanglich ein vielseitiges und zugleich humorvolles Team.

    Immer wieder wird die Programmfolge gewürzt mit Anekdoten und wissenswerten Essays zu den einzelnen Musikstücken. Salossi bringt den Saal zum Lachen, wenn er Petes tiefgründige Liedinterpretationen von Hoffnung und Leidenschaft augenzwinkernd kommentiert: "Ein Whiskey hätte es auch getan." Mit Country, Balladen und Tänzen wird das Publikum sodann eingeladen in die lebenspralle Welt von den Pubs der grünen Insel bis hin nach Tennessee und Nashville.

    Songs des amerikanischen Gitarristen Doc Watson klingen an, aber auch ganz eigene, geradezu zärtlich vorgetragene Tunes. Eingängige Refrains animieren zum heiteren Mitsingen, dann wieder folgt der besinnliche Rückzug in gefühlvolle Weisen von Liebe und Schmerz, Einsamkeit und Verlust, Heimweh und Sehnsucht.

    Ein ungelöstes Rätsel bleibt der Name der Band, Ballad of Crows, der, wörtlich übersetzt, Krähenlied oder Krähengesang bedeutet. Mit dem Krächzen der schwarzen Vögel hat Steve Crawfords weiche, melodische Stimme trotz Erkältung jedenfalls nichts gemein. Ballad of Crows - der Name ist wohl eher angelehnt an die Mythologie, die der Krähe einen pfiffigen und innovativen Geist zuschreibt. Denn: Den alten Traditionen neuen Schwung zu verpassen, das gelingt den drei Musikern ausgezeichnet, wenn Salossis Bogen unbefangen auf der Fiddle tanzt und Pete die Mandolinen und Gitarren rockt.

    Gut, dass das Trio am Ende des Konzertabends nicht mit Zugaben geizt - will sich doch das begeisterte Publikum nicht trennen von den drei sympathischen Garanten guter Stimmung und musikalischer Glanzleistung. Frans Somers, Organisator und Hausherr der Alten Schule Müllenbach, darf sich verdient freuen über den vortrefflich gelungenen Abschluss eines großartigen Konzertjahres.

    Cochem Zell
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