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    CochemKleiner Junge (1) schwer misshandelt: War es der Vater?

    Ein kleiner Junge, gerade mal eineinhalb Jahre alt, wird zwischen 2013 und 2014 in einem Eifeldorf mehrmals so heftig geschlagen, dass er vor allem im Gesicht und am Hals mehrere Hämatome davonträgt.

    Vor dem Amtsgericht Cochem geht es um eine Kindesmisshandlung.
    Vor dem Amtsgericht Cochem geht es um eine Kindesmisshandlung.
    Foto: dpa

    Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Meier

    Die medizinische Sachverständige beschreibt in der Verhandlung beim Amtsgericht Cochem gegen eine 41-jährige Angeklagte die Verletzungen des Kleinkindes, das sie im Auftrag der Polizei und des Jugendamtes Cochem-Zell untersucht hat. Sie stellt fest: "Das Kind war heftigsten Gewalteinwirkungen ausgesetzt." Sie habe zahlreiche, unterschiedlich alte Hämatome vor allem an der rechten Körperhälfte des Kindes festgestellt. Verletzungen habe es auch am Arm und am übrigen Körper des Kindes gegeben.

    Dass der Junge, der nach Eingreifen des Jugendamtes und Entscheidung des Familiengerichts nun in einer Pflegefamilie lebt, schwer misshandelt wurde, ist bislang die einzige feststehende Tatsache in diesem Prozess. Im Verlauf der Verhandlung tauchen so viele Widersprüche und neue Konstellationen des möglichen Tathergangs auf, dass sich nun die Frage stellt, ob sich wirklich die Angeklagte oder vielleicht der Vater des Kindes schuldig gemacht hat. Sein Urteil wird Amtsrichter Gerald Michel am Montag, 11. April, verkünden.

    Bereits kurz nach Beginn der Verhandlung zeichnet sich ab, dass dies kein alltäglicher Prozess sein würde. Die Eltern des Kindes, die als Zeugen geladen sind, melden sich telefonisch und behaupten, kein Geld für die Zugfahrt von einem Moselort nach Cochem zu haben. Die Polizei wird beauftragt, die Zeugen herbeizuschaffen. Doch die Verhandlung kann noch immer nicht beginnen, weil die Angeklagte fehlt.

    Und wieder schickt Amtsrichter Michel, inzwischen sichtlich genervt, die Polizei los, die die Frau schließlich zum Amtsgericht nach Cochem bringt. Von einer Vorladung habe sie nichts gewusst, behauptet die vierfache Mutter, die den schweren Vorwurf bestreitet: "Ich war das nicht."

    Die Familie der Angeklagten lebte damals mit der Familie des kleinen Jungen in einer Wohngemeinschaft zusammen. Eine Bekannte informierte eines Tages das Jugendamt, weil sie sich Sorgen um den Jungen machte: "Das war ein ganz armes Kind." Es sei kaum beachtet worden und habe viel geweint. Was die angezeigten Schläge betrifft, widerspricht sich die Frau jedoch. Einerseits behauptet sie, selbst gesehen zu haben, wie die Angeklagte zuschlug, andererseits sagt sie, die Angeklagte selbst habe ihr später gestanden, den Jungen misshandelt zu haben, weil sie die Nerven verloren habe.

    Obwohl die Kindsmutter vor ihrer Vernehmung darüber belehrt wird, dass sie nicht aussagen muss, weil sie möglicherweise ihren Ehemann belasten könnte, ringt sie sich unter Tränen zu der Aussage durch: "Ja, es ist vorgekommen, dass er den Jungen geschlagen hat." Richter Michel wird nun ein Gutachten aus dem Verfahren des Familiengerichts lesen, um mögliche Hinweise zu finden, wer den kleinen Jungen tatsächlich schwer misshandelt hat.

    Cochem Zell
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