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    Alf-HöllenthalKläranlage löst in Alfer Taltiefen einen Höllenärger aus

    Den Bewohnern des Alfer Ortsteils Höllenthal stinkt es gewaltig: Seit Jahren warten sie auf schnelles Internet und auf einen Radweg. Stattdessen soll nun eine Klärgrube mitten ins Dorf kommen. Die Empörung ist groß.

    Bei einer Einwohnerversammlung bekamen die Einwohner des Höllenthals die Pläne für die Kläranlage vorgestellt.
    Bei einer Einwohnerversammlung bekamen die Einwohner des Höllenthals die Pläne für die Kläranlage vorgestellt.
    Foto: Claudia Szellas

    Deutliche Worte gab es von den Einwohnern aus Höllenthal bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend zum Thema Abwasserbeseitigung: "Wenn die Kläranlage mitten im Ort gebaut werden soll, gehen wir den Rechtsweg." Das war die einhellige Meinung des gesamten Ortsteils, der bis auf eine Partei im Gemeindehaus Alf anwesend war. "Wir haben nach wie vor Bedenken, dass Gerüche aus der Anlage kommen, und mitten im Dorf muss sie doch wirklich nicht stehen", sagt Günter Wolff. "Dagegen wehren wir uns mit Händen und Füßen und notfalls vor Gericht", so Wolff.

    Einmal da, nie mehr weg?

    Vor 28 Jahren ist Siegfried Höhnen nach Höllenthal gezogen. "Man sicherte uns schnelles Internet und einen Radweg zu. Wie man sieht auch nur leere Versprechungen. Und nun soll noch eine Kläranlage genau in den Ort? Auf keinen Fall. Wenn die erst mal eingebaut ist, bekommen wir sie nie wieder weg."

    Für Ortsbürgermeister Peter Mittler und Helmut Halbleib, Sachgebietsleiter Bauleitplanung, Bauanträge und erneuerbare Energien von der Verbandsgemeinde Zell, war es keine leichte Aufgabe, den Anwohnern die favorisierte Membranfilteranlage näherzubringen. Marc Walter, Ochtendunger Spezialist in Sachen Kläranlagenbau, hatte sein passendes Modell mitgebracht, um dessen Funktionsweise zu erläutern.

    Tanks liegen unter der Erde

    "Für die hier geplante Anlage der dezentralen Abwasserklärung wird eine Fläche von sechs mal acht Meter benötigt. Drei Tanks, die drei Meter tief unter die Erde gebaut werden, müssen in Betrieb genommen werden." An der Erdoberfläche komme lediglich ein runder Deckel von 62,25 Zentimeter Durchmesser zum Vorschein, der kaum sichtbar sei. In einem Außenschrank sei die gesamte Technik, die sich selbststeuernd abschaltet, wenn etwa eine Störung auftreten würde.

    "Gerüche sind nicht zu erwarten", versicherte der Anlagenbauer, der allein im Zeller Land 78 Kläranlagen installiert hat. Dass es nicht stinken wird, können die 25 Höllenthaler kaum glauben. Aber das ist auch nicht der Knackpunkt: Sie wollen die Anlage schlicht und ergreifend raus aus dem Ort haben. Allerdings drängt die Zeit. "Nur noch bis zum 31. Dezember 2015 werden diese Maßnahmen gefördert", verdeutlichte Halbleib. Das Problem: "Die Situation der Abwasserbeseitigung, so wie sie jetzt ist, müssen wir beseitigen, denn dazu sind wir rechtlich aufgefordert."

    Nur eine Billiglösung, weil die Zeit drängt?

    Es sei die günstigste Variante vor Toresschluss. Seit zehn Jahren werde daran herumgedoktert und nun Druck gemacht, hieß es von den Gegnern des ausgesuchten Standortes. Den eigenen Standpunkt geben die Höllenthaler, die emotional aufgeladen waren, ganz ruhig weiter: "Entweder man findet ein Grundstück außerhalb unseres Ortes oder wir gehen dagegen vor." Halbleib, der betonte, dass man einen Konsens mit den Anwohnern wolle, bot deshalb an, nochmals nach außerörtlichen Alternativen zu dem vorgesehenen 315 Quadratmeter großen Grundstück zu schauen und dann erneut zu einer Anwohnerversammlung zu laden.

    Von unserer Mitarbeiterin Claudia Szellas

    Cochem Zell
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