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  • Innenminister in Cochem: De Maizière pflegt Gemüt der Rettungskräfte [Mit Video]

    Cochem. Wenn der Bundesinnenminister zur Wahlkampfveranstaltung erscheint, wird Sicherheit großgeschrieben. "Das Taschenmesser können Sie dann auf der Wache abholen", sagt ein Cochemer Polizist zu dem etwas verdutzten Jugendlichen, der sich durch die Sicherheitskontrolle vor der Feuerwehrwache kämpft. Im ersten Stock der Parkgarage sichern zwei Polizisten das Gelände, das hinter dem Mauervorsprung stehende Maschinengewehr sehen die Gäste nicht.

    Von unserem Redakteur Kevin Rühle

    Polizei, Feuerwehr, THW, Rotes Kreuz - Sicherheit und Katastrophenschutz liegen der CDU am Herzen. Diese Nachricht soll der Besuch des Innenministers Thomas de Maizière vermitteln. "Bei Rot-Grün sind Windmühlen wichtiger als die Polizei", sagt Anke Beilstein (CDU) - und erntet Zustimmung bei den Gästen, die am Vormittag in die Gerätehalle der Feuerwehr gekommen sind. Die Vorwürfe Richtung Landesregierung sind nicht neu, kommen aber bei vielen der Besucher gut an. Rheinland-Pfalz habe die kleinste Polizeidichte in Deutschland, die Fortbildung bei der Feuerwehr werde ausgebremst und die Zuschüsse für die Ausstattung der Einsatzkräfte ließen Jahre auf sich warten. Anke Beilstein weiß, welche Punkte den Ehrenamtlichen unter den Nägeln brennen. "Wir müssen den Einsatzkräften einfach wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen", sagt Beilstein. Beifall.

    Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist nicht zum ersten Mal in Cochem. Er musste hier vor Jahren einen Zwischenstopp auf einer Fahrradtour einlegen, um vom Flugplatz Büchel aus zu einer kurzfristig angesetzten Sitzung nach Berlin zu fliegen. Seine Frau vergnügte sich derweil in der Stadt. De Maizière ist ein Freund von Anekdoten. Er berichtet von einem Gespräch mit einem griechischen Politiker, der Deutschland während heftiger Waldbrände um Hilfe bat. Der will dem deutschen Minister nicht glauben, dass der Katastrophenschutz auf das Ehrenamt baut, dass sich die Feuerwehrleute in Gefahr begeben, ohne dafür "einen Pfennig Geld" zu bekommen. Der Minister bedankt sich, die Kameraden nicken. Deutschlandweit beobachtet de Maizière wieder einen Anstieg der Kriminalität, "eine Verrohung der Gesellschaft - auch schon vor der Flüchtlingskrise". "Die Zeit des Personalabbaus ist vorbei", sagt der Innenminister. Die Länder müssten dem Bund folgen, weit mehr Polizisten ausbilden, als bisher geschehen. Die nächste Anekdote folgt. "Danke, Helmut", schrieb die SPD auf ein Plakat mit Helmut Kohl. Sollte heißen, es reicht. Nach 25 Jahren Regierungszeit solle man nun der SPD die Zeit geben, sich neu zu orientieren.

    Detailliert spricht der CDU-Politiker über die Flüchtlingskrise. Die Bürger seien verunsichert, aber aus den Sorgen dürfe keine Verzagtheit entstehen. "Wer hier einfache Lösungen verspricht, ist ein Hochstapler", sagt de Maizière mit Blick auf die AfD. Die Haltung des ehemaligen Verteidigungsministers ist hart. Nicht die deutschen, sondern die europäischen Außengrenzen müssten stärker geschützt werden. "Je weiter weg, desto besser für uns. Die Zeit des Durchwinkens ist vorbei." Er unterstützt verpflichtende Integrationsangebote, vergleicht dies mit der deutschen Schulpflicht. Wer sich daran nicht hält, dürfe auch nicht mit einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung rechnen.

    Die Veranstaltung ist fast vorbei, MdB Peter Bleser macht den CDU-Mitgliedern noch mal Mut für die letzten Tage des Wahlkampfes. Zur Stärkung gibt es eine Suppe - und etwas Schwung: "Fallen Sie nicht auf falsche Versprechungen und Hetzer herein."

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