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    Büchel/KoblenzIm Suff: Soldat (26) in Büchel zeigt Hitlergruß - und wird gefeuert

    Prozess um Eklat auf Fliegerhorst Büchel: Ein Hauptgefreiter (26) des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 betrank sich 2015 auf einer Party mit Whiskycola und Bier - dann zeigte er einem Oberfeldwebel laut Zeugen mehrfach den Hitlergruß. Er soll ihn bespuckt haben, eine Flasche knapp an dessen Kopf vorbeigeworfen und ihn beleidigt haben: "Hurensohn! Spasti! Bastard!"

    Der Fliegerhorst Büchel im Kreis Cochem-Zell. Hier soll der Hauptgefreite (26) den Hitlergruß gezeigt haben. Foto: dpa
    Der Fliegerhorst Büchel im Kreis Cochem-Zell. Hier soll der Hauptgefreite (26) den Hitlergruß gezeigt haben.
    Foto: dpa

    Als der Oberfeldwebel, ihm befahl, keine Hitlergrüße mehr zu zeigen und die Party zu verlassen, soll er gebrüllt haben: "Ich scheiß' auf deine Befehle!"

    Jetzt hat der Hauptgefreite die Bundeswehr am Verwaltungsgericht Koblenz verklagt, weil sie ihn fristlos entlassen hat. Die Vorsitzende Richterin Marie-Luise Glückert machte im Prozess klar, dass die Klage sehr wahrscheinlich keinen Erfolg haben wird.

    Der gefeuerte Hauptgefreite schwänzte seinen eigenen Prozess - auch sein Anwalt kam nicht. Aber sie teilten schriftlich mit: Der Soldat sei auf der Party so betrunken gewesen, dass er sich an keinen Hitlergruß erinnert. Er habe auch keine rechtsradikale Gesinnung, sondern hatte auf der Party einen "Gefühlsausbruch". Denn ein guter Freund sei gestorben, und der Oberfeldwebel habe ihm verwehrt, an der Beisetzung teilzunehmen.

    Es ist der zweite derartige Prozess, den Richterin Glückert in kurzer Zeit verhandelt: Ende November klagte ein Koblenzer Soldat (25) gegen seine Entlassung. Er hatte auf einer Party ebenfalls den Hitlergruß gezeigt, sich dabei fotografieren lassen - und wurde von der Bundeswehr entlassen. Das Gericht erklärte die Entlassung für rechtens (Az.: 2 K 471/16.KO).

    Die Bundeswehr entließ 2015 bundesweit insgesamt acht Soldaten wegen Besitz, Verwenden oder Verbreiten von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (nationalsozialistischer Inhalte). Das teilte das Verteidigungsministerium unserer Zeitung mit.

    Der Fliegerhorst Büchel ist bundesweit bekannt, da dort möglicherweise US-Atomwaffen gelagert sind. Der Eklat mit dem Hitlergruß ereignete sich in der Nacht auf den 28. August 2015: Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 feierten in einer Grillhütte den Abschied eines Kameraden. Als der Hauptgefreite gegenüber dem Oberfeldwebel ausrastete, wurde er von zwei Zeugen beobachtet. Er war Zeitsoldat, hatte sich 2012 auf vier Jahre verpflichtet und fiel bereits 2013 unangenehm auf, als er auf der Kirmes in Mendig einen Kameraden verprügelte und schwer am Auge verletzte. Ende 2015 wurde er gefeuert.

    Die Bundeswehr beharrt auf der Entlassung des 26-Jährigen: Weil es zweifelhaft ist, dass er für den Erhalt der freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes einsteht. Und weil er die militärische Ordnung gefährdet hat, somit zum falschen Vorbild werden könnte. Das Gericht gibt sein Urteil (Az.: 2 K 440/16.KO) in wenigen Tagen bekannt.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

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