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    CochemGericht soll entscheiden: Solaranlage droht der Abriss

    Von einer Solaranlage in einem Wohngebiet eines Moseldorfes wird ein Nachbarhaus so sehr geblendet, dass gravierende Schäden in mehrfacher Hinsicht erwartet werden. Vor diesem Hintergrund hat das Amtsgericht Cochem geurteilt, dass "die von der Fotovoltaikanlage ausgehende Blendwirkung" beseitigt werden muss.

    Solaranlage (Symbolbild)
    Solaranlage (Symbolbild)
    Foto: dpa

    Konkret bedeutet dies, dass der Betreiber der Fotovoltaikanlage die Solarmodule versetzen oder die gesamte Einrichtung abreißen lassen muss. Der betroffene Nachbar betreibt eine Ferienwohnung, die einen Balkon hat, auf dem sich oft Feriengäste aufhalten. Er klagte gegen den Solaranlagen-Besitzer, weil er der Meinung ist, dass die Sonnenstrahlen so stark reflektiert werden, dass sie auf dem Balkon eine unzumutbare Blendwirkung entfalten. In dem seit 2012 laufenden Verfahren sind mehrere Gutachter hinzugezogen worden. Auf die Expertise der Gutachter stützt sich Richterin Doris Linden in ihrer Urteilsbegründung. Darin heißt es, dass die Blendwirkung der Anlage eine Intensität erreicht habe, die "dazu geeignet ist, Sehschäden hervorzurufen" und "zu einem Rückgang der Gästezahlen" führen könne. An Sonnentagen sei die Blendwirkung derart stark, dass der Balkon "in der Zeit zwischen 15 und 17 Uhr nicht genutzt werden kann".

    Möglich ist zwar die Versetzung von Fotovoltaikplatten, die etwa 3800 Euro kostet. Allerdings liegt die Energieausbeute um 26 Prozent geringer als bisher, kalkulierte ein Gutachter.

    Der Rechtsanwalt des Beklagten, Ulrich Theisen, hat in der Verhandlung moniert, dass das maßgebliche Gutachten nicht auf DIN-Normen fuße, sondern lediglich Beobachtungen mit Messwerten beinhaltet, die der Gutachter selbst ermittelt hat. Die Erkenntnisse des Gutachtens gehen in der Tat von der empirischen Erhebung des Gutachters aus, sagte Richterin Linden. Aber: Bundesweit gebe es keinerlei Daten, auf die man zurückgreifen könne. Mit den Daten habe der Gutachter bewiesen, dass es "eine absolute Blendwirkung" gebe. Der Beklagte sagte, das RWE habe ihm im Herbst 2011 versichert, dass keine Probleme bei der Installation einer solchen Anlage zu befürchten wären. bro

    Cochem Zell
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