40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Flüchtlinge im Libanon ganz nah betrachtet
  • Flüchtlinge im Libanon ganz nah betrachtet

    Kaisersesch. Mit einer Ausstellung über Flüchtlingslager im Libanon soll der Blick auf das Leben der Flüchtlinge, auch im Kreis Cochem-Zell, nochmals geschärft werden. Und diese Fotos sagen mehr als 1000 Worte.   

    Wolfgang Palm (links) im Gespräch mit Frank Windeck, der bei der Eröffnung im Mehrgenerationenhaus in die Thematik der Ausstellung einführt.  Foto: Brigitte Meier
    Wolfgang Palm (links) im Gespräch mit Frank Windeck, der bei der Eröffnung im Mehrgenerationenhaus in die Thematik der Ausstellung einführt.
    Foto: Brigitte Meier

    Von unserer Mitarbeiterin

    Brigitte Meier

    Die Anzahl der Asylbewerber in der Verbandsgemeinde Kaisersesch hat sich im vergangenen Jahr von 72 auf 161 mehr als verdoppelt. Jeden Monat sind im Schnitt etwa 35 Menschen aus 14 Regionen der Welt in der Eifel angekommen. Die Ehrenamtlichen des Willkommensnetzes begleiten Flüchtlinge vom Balkan, aus palästinensischen Gebieten, Syrien, Ägypten, Somalia, Eritrea und Zentralafrika sowie aus asiatischen Ländern wie Armenien, Georgien, Afghanistan und Pakistan.

    Um den Blick auch auf die mehr als 1,5 Millionen Menschen zu lenken, die im Libanon in Flüchtlingslagern täglich ums Überleben kämpfen, haben Johanna und Wolfgang Palm eine Fotoausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung ins Mehrgenerationenhaus Kaisersesch geholt. "Ganz nah - aber weit genug", ist der Titel der Ausstellung, die bis Donnerstag, 14. Januar, einen besonders nahen Blick auf die Situation im Libanon gewährt, in dem nach Schätzungen der Vereinten Nationen ein Viertel der Bevölkerung als Flüchtling ins Land kam.

    Zehn Stipendiaten der journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung haben die Fotos bei einem fünftägigen Aufenthalt im Libanon in verschiedenen Lagern und entsprechenden Wohngebieten aufgenommen. Projektleiter Frank Windeck stellt bei der durch Josef Darscheid, Beigeordneter der VG Kaisersesch, eröffneten Ausstellung die Arbeiten der Nachwuchsjournalisten vor.

    Fröhlich lachende, spielende Kinder, eine junge Mutter, die lächelnd ihr Baby im Arm wiegt? Sind das Bilder aus dem Alltag von Flüchtlingen, die von den Vereinten Nationen am Tag gerade einmal 17 Dollar zum Lebensunterhalt erhalten? Windeck erklärt: "Auch diese Menschen versuchen das Beste aus ihrem Leben zu machen." Doch die Ausstellung zeigt auch Bilder von Hoffnungslosigkeit, Familien, die ohne sauberes Wasser und ohne Strom unter zerfetzten Zeltplanen ihr Dasein fristen, ohne Strom und in vielen Rechten beschränkt ihr Dasein fristen. Vor allem Frauen mit vielen Kindern leben in den Lagern. Die Männer kämpfen jenseits der syrischen Grenze im Krieg.

    Nicht in allen Flüchtlingslagern bestimmen Zelte und UN-Logos das Bild. Das palästinensische Lager Schatila in Beirut, das bereits nach dem ersten arabisch-.israelischen Krieg 1948 gegründet wurde, besteht vielmehr aus heruntergekommenen Betonbauten, die von etwa 20 000 Menschen bewohnt werden. Obwohl die Palästinenser seit mehr als 60 Jahren im Libanon leben, werden ihnen bestimmte Rechte vorenthalten. Einige Ausstellungsfotos zeigen aber auch, dass der Staat keine Kontrolle über die meisten palästinensischen Flüchtlingslager hat.

    Geradezu zynisch klingt der Titel der Ausstellung "Ganz nah- aber weit genug". Besonders bedrückend wird ein Urlaubsfoto mit Sandstrand, Liegestühlen und Sonnenschirm, aufgenommen in Byblos etwa 35 Kilometer nördlich von Beirut. Das sichere und friedliche Europa ist nicht weit, etwa 200 Kilometer Luftlinie über das Meer.

    Was können die Ausstellungsbesucher in Kaisersesch nun von der Flüchtlingssituation im fernen Libanon lernen, die ja aufgrund der Fotos und der hier lebendenden Flüchtlinge ganz nah ist? Wolfgang Palm, der wie viele andere pensionierte Lehrer Deutschkurse gibt, pflichtet Frank Windeck bei: "Wenn wir nicht Zustände wie im Libanon haben wollen, müssen wir die Menschen integrieren. Sie brauchen nicht nur Deutschkurse, sondern vor allem soziale Kontakte." Windecke sagt: "Kinder brauchen ihren Fähigkeiten entsprechend Zugang zur Bildung und Jugendliche zu Ausbildungsplätzen oder zum Studium."

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Cochem/Zell bei Facebook
    Regionalwetter
    Freitag

    10°C - 19°C
    Samstag

    10°C - 18°C
    Sonntag

    9°C - 17°C
    Montag

    7°C - 17°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige