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    CochemFast 10 Millionen Euro steckt Sparkasse in Standort Cochem

    Es ist zweifelsohne das ehrgeizigste private Bauprojekt in diesen Tagen im Kreis: Die Sparkasse Mittelmosel baut im großen Stil ihre Kundenstelle in der Cochemer Brückenstraße um - und will dafür etwa 9,7 Millionen Euro in die Hand nehmen.

    Da ist das Modell: Sparkassenchef Edmund Schermann  Foto: Thomas Brost
    Da ist das Modell: Sparkassenchef Edmund Schermann
    Foto: Thomas Brost

    Von unserem Redakteur Thomas Brost

    Die künftige Sparkasse im Modell, etwa vom Hotel Thorschenke in der Fußgängerzone ausgesehen. Wer ab 2017 über den Fußgängerüberweg in der Brückenstraße geht, landet also automatisch vor den Pforten des neuen Geldinstitutes. Foto: Sparkasse Mittelmosel
    Die künftige Sparkasse im Modell, etwa vom Hotel Thorschenke in der Fußgängerzone ausgesehen. Wer ab 2017 über den Fußgängerüberweg in der Brückenstraße geht, landet also automatisch vor den Pforten des neuen Geldinstitutes.
    Foto: Sparkasse Mittelmosel

    Vom Gepräge des alten Gebäudes, der früheren Zentrale der Kreissparkasse Cochem-Zell, 1964 in Hallenbauweise errichtet, wird praktisch nichts mehr übrig bleiben.

    Dort wo sich einstmals das Nervenzentrum des alten Institutes mit ehedem gut 150 Mitarbeitern befand, im vierten Stock, erläutert Edmund Schermann, der neue Vorstandschef der Sparkasse, das Modell des Neubaus, das einige Überraschungen birgt - und das einladend aussieht. Schermann legt ein klares Bekenntnis für den Standort mit seinen nunmehr 32 Mitarbeitern ab. "Wir sind in Cochem zu Hause, wir wollen weiter hier bleiben, denn hier haben wir unsere Wurzeln", sagt er. Eine besondere Verantwortung ruht auf den Schultern der Planer und Architekten, denn kaum ein Gebäude in Cochem neben St.-Martin-Kirche, Bahnhof und Rathaus ist wohl derart stadtbildprägend. Also hat sich die Sparkasse mit vielen Gremien abgestimmt, ein vernünftiges Einvernehmen sei mit allen erzielt worden, so Schermann. Der Stadtrat habe lediglich verlangt, dass das Dach mit Schiefer anstatt mit Weißblech gedeckt werde. Die Architektengruppe habe sorgfältig darauf geachtet, dass die Stadt "ein gutes Entree, ein schönes Gesicht" bekommt.

    Einige gravierende Mängel haben den Gedanken reifen lassen, ein völlig neues Gebäude zu errichten: die energetischen Probleme, die banktechnischen Defizite, ein neues, offeneres Verhältnis zum Kunden. Sichtbarste Veränderung ist zunächst der neue Eingang. Der kommt luftig, offen und transparent daher, und zwar vom Briederweg. So erreicht der Kunde ebenerdig das Institut, gleich vom Zebrastreifen aus, barrierefrei. Das Innere bekommt Marktplatzcharakter, der Kunde darf sich in den ersten Stock begeben, wo er gleich alle Service- und Beratungsangebote in Anspruch nehmen darf. Ebene 2 gehört in erster Linie den Mitarbeitern, die sich in einer modernen Bürolandschaft wiederfinden werden. In den oberen Etagen sollen die bisherigen Mieter, Kreisverwaltung und RWE, einziehen.

    Das martialische, kantige Äußere des jetzigen Gebäudes (Schermann: "Es wirkt heute zur Stadt hin wie eine Staumauer") wird geschleift und harmonisch geschwungen verändert. So wird beispielsweise auf der vierten Etage eine Freiterrasse mit einer Lobby entstehen. Sie soll Kunden-, aber auch externe Kulturveranstaltungen aufnehmen. Auch in der Ebene 0, gleich neben dem Eingang, befindet sich ein Raum für Veranstaltungen.

    Thema Hochwasser: Das lässt sich nicht mit architektonischen Federstrichen wegschreiben - das Institut stellt sich auf die Gegebenheiten ein, der Tresor bleibt hochwassersicher eingebaut. Im Übrigen rühmt Schermann "die statische Meisterleistung" der 64er-Bauleute: Das jetzige Gebäude stehe im Grunde so wie Häuser in Venedig - auf Pfählen. Das Gebiet ist Schwemmland.

    Ein sogenanntes Green Building ("grünes Gebäude") wird im nächsten Jahr entstehen - fußend auf einem mit dem renommierten Ifas-Institut abgestimmten energetischen Gesamtkonzept, das die Bedingungen der Energieeinsparverordnung um 25 Prozent unterschreitet und das 600 000 Euro kostet. Auf dem Dach wird eine Fotovoltaikanlage Sonnenstrom liefern, der Wärmeschutz wird deutlich spürbar sein. Die Fernwärme ist dank eines in Betrieb befindlichen Blockheizkraftwerkes, mit Nachbarn betrieben, bereits integriert.

    Erst nach der Tourismussaison 2014 rollt der erste Bagger an. "Mit Rücksicht auf die touristische Bedeutung Cochems verbietet es sich, jetzt mit dem Presslufthammer zu arbeiten", sagt Schermann. Es geht also Anfang November los, dann wird die alte Gebäudehülle entkernt. "Keine einfache Baustelle", bekennt Schermann, der sich mit allen Nachbarn abgesprochen hat. Ob es zu einem zeitweisen Verkehrsinfarkt, auch wegen der nahe gelegenen Tunnelbaustelle mit bis zu 70 Lkw-Bewegungen täglich, kommen wird, bleibt abzuwarten. Die Sparkasse wird ihr Parkhaus auch zu logistischen Zwecken nutzen - quasi als Bauhof. Im Frühjahr 2015 soll der Aus- und Aufbau laufen. Eine rohbaugroße Gazefolie verdeckt das staubige Innere vom Endertplatz aus gesehen. Die Gewerke, so Schermann, gehen "zu 85 bis 90 Prozent" an einheimische Handwerker und Kunden. Im Frühjahr 2017 will die Sparkasse in ihr hochmodernes Gebäude einziehen.

     

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